Keine Chance dem Brustkrebs: Die ehemalige Box-Weltmeisterin Regina Halmich ist am 4. Mai ab 14.15 Uhr als "Pink Ribbon"-Botschafterin Gast einer Podiumsdiskussion am Klinikum Weiden. Fot

„Enorm wichtiges Thema, auf positive Art und Weise transportiert“

Ex-Box-Weltmeisterin Regina Halmich am 4. Mai bei der Kliniken Nordoberpfalz AG zu Gast – Öffentlicher Gesundheitsnachmittag in der Personal-Cafeteria

Regina Halmich, von 1995 bis 2007 Weltmeisterin im Boxen, ist am 4. Mai Ehrengast des Nofi-Laufes in Weiden. Bevor sie den Startschuss für die weit über 8000 Läuferinnen und Läufer gibt, nimmt sie ab 14.15 Uhr beim öffentlichen Gesundheitsnachmittag der Kliniken Nordoberpfalz AG, der unter dem Motto „K.O. dem Brustkrebs – Vorbeugung und Früherkennung“ steht, in der Personal-Cafeteria (Eingang Gabelsberger Straße) des Klinikums Weiden teil. Wir haben uns im Vorfeld mit der sympathischen Sportlerin und „Pink Ribbon“-Botschafterin unterhalten.

Hinfühlen statt Wegsehen – das ist ja das Motto von „Pink Ribbon“. Schildern Sie uns doch ganz kurz, was hinter dieser Kampagne steckt?

Regina Halmich: Um auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen, ist eine außergewöhnliche Aktion genau richtig. Eine Kampagne, die nicht den moralischen Zeigefinger hebt oder gar Beklommenheit hervorrufen will, sondern eine frische und sympathische Botschaft mit Tipps zum Selbstabtasten und zur eigenen Wahrnehmung der Brust. Gerade junge Menschen sind nur schwer an das Thema heranzuführen. Das Selbstabtasten bietet jedoch eine Möglichkeit, ohne großen Aufwand etwas für die eigene Vorsorge zu tun.

Was hat Sie dazu bewegt, „Pink Ribbon“ in Deutschland zu unterstützen?

Regina Halmich: Manche Mädchen und Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Eine Diagnose, die für sie, ihre Partner und die Familie sehr belastend ist. Deshalb ist es enorm wichtig, die eigene Brust genauso gut zu kennen, wie den Rest des Körpers. Denn dann bemerken Frauen ganz schnell, wenn sich etwas verändert – sich anders anfühlt als gewohnt. Eine Veränderung an sich bedeutet noch nichts, aber sie haben so die Chance, frühzeitig Rücksprache mit ihrem Arzt zu halten. In meinem Familien- und Freundeskreis wurde ich schon mit dieser Diagnose konfrontiert. Es ist für alle schwer – umso wichtiger ist es, präventiv mitzuwirken.

Für „Pink Ribbon“ ließen Sie sich ja Ihren Body painten. Hatten Sie das schon einmal vorher gemacht? Oder war es eine komplett neue Erfahrung für Sie?

Regina Halmich: Als Sportlerin hat man sowieso ein entspanntes Verhältnis zum Nacktsein – trotzdem ist es nicht so ganz ohne, ganz Ohne vor einem ganzen Team von Fremden zu stehen. Aber ganz nackig war ich ja auch nicht. Bodypainting war eine neue Erfahrung für mich. Es war am Anfang schon ein komisches Gefühl, sich bemalen zu lassen. Aber der Künstler und das ganze Team waren so nett, dass ich mich schnell wohl gefühlt habe. Die Idee, ein ernsthaftes Thema mit einem wunderschönen Bodypainting zu kombinieren, fand ich auf Anhieb großartig.

Thema „Brustkrebs und Früherkennung“: Wie gehen Sie persönlich damit um? Und Ihr privates Umfeld?

Regina Halmich: Meine Freundinnen, meine Familie und ich gehen sehr bewusst mit unserer Gesundheit um. Selbst abtasten und die altersüblichen Vorsorgeuntersuchungen sind für uns selbstverständlich. Ich habe ein sehr fröhliches Umfeld, was aber nicht bedeutet, dass ernste Themen ausgespart werden. Gesundheit, Lebensfreude und das eigene Dazutun, alles ‚am Laufen zu halten‘, sind uns wichtig.

Kannten Sie vor der Bodypainting-Aktion die Handgriffe zum Abtasten der Brust?

Regina Halmich: Nicht so richtig, aber jetzt ist es mir in Fleisch und Blut übergegangen.

Welche Reaktionen gab es auf diese Aktion, bzw.: Was erhoffen Sie sich davon?

Regina Halmich: Von allen Seiten – Frauen und Männer – gab es große Zustimmung. Ein uns alle betreffendes, enorm wichtiges Thema auf positive Art und Weise transportiert, das kommt sehr gut an. Mit dieser Aktion haben wir erreicht, was wir erreichen wollten: Die Menschen fühlen sich persönlich angesprochen, motiviert und nicht bevormundet.

Kurz zu Ihrem Besuch am 4. Mai in Weiden: Da sind Sie ja zum einen Ehrengast von Deutschlands größtem Firmenlauf, dem Nofi-Lauf 2016, mit weit über 8000 Läuferinnen und Läufern. Zum anderen haben Sie sich auch bereit erklärt, an dem Gesundheitsnachmittag der Kliniken Nordoberpfalz AG zum Thema „K.O. dem Brustkrebs – Früherkennung und Vorbeugung“ an einer Podiumsdiskussion teilzunehmen. Warum diese doch schnelle und spontane Zusage?

Regina Halmich: Dieser Nofi-Lauf bewegt die Menschen! Sport, Geselligkeit und Freude können wir – in diesen manchmal doch recht schwierigen Zeiten – alle gut gebrauchen. Ich finde, Menschen, die einen gewissen positiven Bekanntheitsgrad haben, sollten sich auch für andere einsetzen. Wenn ich durch meinen Besuch in Weiden mit für gute Stimmung sorgen kann, dann herzlich gern! Der Talk am Gesundheitsnachmittag bei der Kliniken Nordoberpfalz AG regt hoffentlich auch dazu an, sich mit dem Thema auseinander zu setzen: Hinkommen und Hinhören beim ‚Hinfühlen statt Wegsehen‘.