Freude pur: Das Team der Spezialisierten Ambulanten Palliativ-Versorgung (SAPV) Waldnaab nimmt nun ab dem 1. Oktober offiziell seine Arbeit auf. Foto: Kliniken Nordoberpfalz AG

Grünes Licht für die Spezialisierte Ambulante Palliativ-Versorgung

Finanzierung mit den Krankenkassen endlich geklärt – Startschuss fällt ab dem 1. Oktober

Was lange währt, wird endlich gut: Die frohe Kunde flatterte Thomas Baldauf, Prokurist und Pflegedirektor der Kliniken Nordoberpfalz AG, am Montagvormittag auf den Tisch. Die Krankenkassen gaben Ende letzter Woche endlich grünes Licht. Die Finanzierung der Spezialisierten Ambulanten Palliativ-Versorgung (SAPV) Waldnaab ist gesichert, sie nimmt nun offiziell ab dem 1. Oktober ihre Arbeit auf.

„Die langen Verhandlungen sind beendet. Wir haben bei den Entgeltverhandlungen ein für alle akzeptables Kompromissangebot erzielt“, freut sich Baldauf, der Vorsitzender der gemeinnützigen Genossenschaft „Ambulante Palliativ-Versorgung Nordoberpfalz eG“ ist. Die Genossenschaft, eingetragen bereits Ende Februar 2016, wird derzeit getragen von den Wohlfahrtsverbänden Diakonie und Malteser sowie der Kliniken Nordoberpfalz AG und dessen Förderverein für Schwerkranke.

Ziel der SAPV ist es, unheilbar Kranken ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in vertrauter häuslicher Umgebung oder in einer stationären Pflegeeinrichtung zu ermöglichen. „Individuelle Bedürfnisse und Wünsche der Patienten und seiner vertrauten Personen stehen dabei im Mittelpunkt“, unterstreicht Baldauf, der nochmals deutlich macht, dass die SAPV „offen für alle sei, „man sich nicht abgrenzen“ wolle, und dass sie „keine Konkurrenz zu anderen Pflegediensten, sondern als „als zusätzliches Angebot für die allgemeine palliativmedizinische Versorgung unheilbar kranker Menschen“ zu verstehen sei.

Die SAPV, ärztlich von Dr. Margarete Pickert und pflegerisch von Matthias Rössle geleitet, ist eine Versorgung für unheilbar kranke Menschen, deren Krankheit weiter fortschreitet und die trotz komplexer Probleme zuhause leben möchten. Dabei kann es sich um schwer therapierbare Schmerzen, Atemnot, Angst- und Panikzustände usw. handeln. „Die SAPV ersetzt jedoch nicht den Hausarzt oder den Pflegedienst“, erklärt Baldauf.

Erstanfragen an die SAPV können durch Patienten, deren Angehörige, durch Hausarzt, Facharzt oder die Klinik erfolgen. Nach Feststellung des Leistungsumfangs stellen Hausarzt, Facharzt oder Klinikarzt eine SAPV-Verordnung aus. Die Krankenkassen bewilligen dann die Übernahme der Kosten und übernehmen diese. Es entstehen keine Zusatzkosten.

Das SAPV-Team besteht aus je fünf Palliativ-Ärzten und Palliativ-Pflegekräften. „Der Patient mit seinen Beschwerden, Wünschen und Bedürfnissen steht im Mittelpunkt unserer Arbeit“, so Baldauf weiter. Abdecken wird die SAPV die Landkreise Tirschenreuth und Neustadt/WN sowie die Stadt Weiden sowie Orte in den Randbereichen der Landkreise.

Das SAPV-Konzept wird am Mittwochabend ab 19 Uhr im Hotel „Zur Heimat“ in Weiden offiziell den niedergelassenen Ärzten vorgestellt. Dabei präsentiert sich dann auch das komplette SAPV-Team.