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Kassen wollen Ausschreibung: Infusion gerät ins Stocken

Krebsmedikamente sind teuer, die Kassen sehen riesiges Einsparungspotenzial – Dennoch werden Nachteile für alle Seiten erwartet

Der Weidener Krankenhaus-Apotheker Werner Speckner (unser Foto) aber befürchtet, dass die Ausschreibung der Zytostatika-Herstellung Nachteile für alle Seiten bringt. Das Thema ist komplex, die Argumentation beider Kontrahenten schlüssig. Auf der einen Seite bemühen sich die Krankenkassen – auch im Interesse der Beitragszahler – um eine Begrenzung der Kosten. „Die medizinische Entscheidung“, stellt Christine Göpner-Reinicke, Pressereferentin des AOK-Bundesverbandes, klar, „liegt ausschließlich beim Arzt. Das stellt niemand in Frage.“ Die Ausschreibungen, die bereits seit 2010 in Berlin zu deutlichen Einsparungen geführt hätten, würden ein einheitliches Qualitätsniveau festschreiben.

Die Gewinnmargen sind zum Teil sehr erheblich“, sagt die Sprecherin. „Als größerer Besteller bekommen Sie Rabatte, die nicht an die Kassen weitergegeben werden.“ Die AOK möchte, dass davon alle Versicherten profitieren. „Das Tolle für den Patienten ist, dass wir so in der Lage bleiben, die vielen Neuentwicklungen zu finanzieren, die einen entsprechend hohen Preis haben.“ Genau deshalb aber sei die Kasse gezwungen, an der Preisschraube zu drehen. „Alles andere wäre kriminell.“ Die AOK Nordost (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern) habe mit dem europaweitem Ausschreibungsverfahren begonnen. Hessen, Rheinland/Hamburg folgten. „Das entscheiden die Landesverbände autonom“, erklärt Göpner-Reinicke. „In Bayern ist derzeit nichts geplant.“ Dennoch befürchtet Dr. Thomas Egginger, Ärztlicher Direktor der Kliniken Nordoberpfalz, die Ausweitung des Verfahrens: „Die AOK ist nicht die einzige Kasse, die DAK-Ausschreibung ist Deutschland weit, Techniker und Barmer werden folgen – dann ist die Hälfte der Patienten betroffen.“

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