Neue Behandlungsmethode für Prostatapatienten

Juli 2018

Die Urologische Abteilung der Kliniken Nordoberpfalz stellt ihren Patienten mit Prostatabeschwerden eine neue Therapieoption vor: iTind ist ein vorübergehend eingesetztes Implantat, das prostatavergrößerungsbedingte Beschwerden beim Wasserlassen ohne Operation für Jahre beseitigt.

Ein gutartiges Wachstum der Prostata ist bei Männern eine sehr häufige Alterserscheinung: Ab 50 Jahren zeigt knapp die Hälfte der Männer eine solche Prostatavergrößerung und ab dem 75. Lebensjahr sind mit 90% nahezu alle Männer betroffen. Das Organ, welches die Harnröhre ringförmig umschließt und im vergrößerten Zustand einengt, kann zu Beschwerden beim Wasserlassen führen. Die Patienten haben dann häufig einen sehr schwachen Urinstrahl, müssen pressen, um zu urinieren oder können nur mit Unterbrechungen Wasser lassen.

Da die Symptome jedoch gut behandelbar sind, sollten Betroffene keinesfalls den Weg zum Arzt scheuen. Von Medikamenten bis hin zu Laserbehandlungen und Operation stehen je nach Schweregrad verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung. Mit iTind bietet die Kliniken Nordoberpfalz nun eine weitere an. Es handelt sich um ein kleines, vorübergehend eingesetztes Implantat aus Nitinol, einem Metalldraht mit Formgedächtnis. Das iTind wird vor dem Eingriff in einen gefalteten Zustand gebracht und als flacher Draht in die Harnröhre eingesetzt. Sobald es implantiert ist, beginnt es sich auszudehnen und präzisen Druck auf drei Punkte innerhalb der Prostata auszuüben. In den folgenden fünf bis sieben Tagen erzeugt dieser kontinuierliche Druck eine Erweiterung der Harnröhre, so dass der Urin deutlich besser austreten kann. Das Implantat wird nach einer Woche wieder vollständig entfernt.

Mehrere Studien zeigten, dass mit dem iTind-Verfahren längerfristige Verbesserungen erzielt werden können. Dabei konnte bei allen behandelten Männern eine deutliche Verbesserung des Harnflusses festgestellt werden. Die von den Patienten selbst eingeschätzte Beurteilung ihrer Lebensqualität stieg innerhalb des ersten Jahres von durchschnittlich Note 4 auf Note 1.

Prof. Dr. Dr. Th. Bschleipfer, einer der beiden Chefärzte der Urologischen Abteilung im Klinikum Weiden, empfiehlt iTind insbesondere Patienten, welche die medikamentöse Therapie beenden möchten, aber bisher zu wenig Leidensdruck für einen Eingriff mittels Laserbehandlung oder Operation haben. Vorteil des Verfahrens ist insbesondere, dass keine Einschränkungen der sexuellen Funktion (Erektion und Ejakulation) zu erwarten sind. Er lädt Betroffene ein, einen Beratungstermin zu vereinbaren, um gemeinsam die individuell beste Therapieentscheidung zu treffen.

Hier geht es zum kompletten Artikel