Patientensicherheit hat oberste Priorität

Stellungnahme der Kliniken Nordoberpfalz AG zur AOK-Kampagne

Die Kliniken Nordoberpfalz AG ist empört über die Vorwürfe des AOK-Verbandes und verteidigen ihre Ärzte und Pfleger in den Krankenhäusern. Der Vorwurf des AOK-Bundesverbandes, dass jährlich Tausende von Patienten aufgrund von Behandlungsfehlern in den Krankenhäusern zu Tode kämen, kann nicht unwidersprochen bleiben. „Das sind wir unseren Ärzten und Pflegekräften schuldig“, betont Vorstand Josef Götz von den Kliniken Nordoberpfalz AG. Das Personal der Kliniken kümmert sich tagtäglich, rund um die Uhr bestmöglich um das Wohl ihrer Patienten. Mit rein spekulativen Zahlen beschädigt der AOK-Bundesverband die Arbeit der Krankenhäuser und schürt Ängste bei den Patienten, die vor allem Vertrauen zu Ärzten und Pflegenden brauchen.

Einen solchen Vertrauensbruch nimmt die AOK offenbar bewusst in Kauf. „Das ist auch eine Abwertung der Arbeitsleistung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, wettert Personalleiter Martin Neuhaus. Vorstand Josef Götz erklärt, dass die Zahlen, mit denen der AOK-Bundesverband an die Öffentlichkeit ging, jeder Grundlage entbehrten. „Eine acht Jahre alte internationale Studie als Basis zu nehmen und auf die aktuellen Behandlungszahlen in Deutschland hochzurechnen, ist unverantwortlich.“ Wo Menschen arbeiten passieren auch Fehler. In der Regel handelt es sich dann aber meist nicht um einen einzigen Fehler, sondern um die Verkettung mehrerer Umstände, bei denen vorhandene Sicherheitsbarrieren überwunden wurden. Ob in der Pflege oder bei medizinischen Behandlungen und Eingriffen, es gibt schon jede Menge festgelegter Standards, die hausintern oder von Fach- gesellschaften entwickelt und immer wieder evaluiert werden.

Die Kliniken Nordoberpfalz AG haben bereits seit Jahren gezielt Maßnahmen ergriffen, um präventiv Fehler zu verhindern. In den letzten Jahren wurden u. a. folgende Projekte zur Patientensicherheit umgesetzt: Risikomanagement, Einbindung von Risikomanagement in die ärztliche und pflegerische Aus-, Fort- und Weiterbildung, festgelegte Regeln für den Umgang mit sicherheitsrelevanten Situationen, Team-Time-out im OP vor dem tatsächlichen OP-Beginn, Zählkontrollen im OP, Teilnahme an der Aktion saubere Hände und regelmäßige Hygieneschulungen.

Die Gesundheitsakademie NEW LIFE in Neustadt war in Bayern die zweite Ausbildungseinrichtung, die Hygienefachkräfte ausgebildet hat. Alleine in der Hygiene wurde das Team um sieben Fachkräfte und eine Arztstelle erweitert.

Mittels gezielter Maßnahmen des Qualitätsmanagements z.B. Standardisierung von Abläufen durch Verfahrens- und Arbeitsanweisungen, gezielter Einarbeitung neuer Mitarbeiter und Einsatz von kontinuierlich weiter qualifiziertem Personal wird eine hohe Patientensicherheit gewährleistet.Durch die Etablierung eines gut funktionierenden Risikomanagementsystems kann eventuellen Patientengefährdungen präventiv begegnet werden. Aus den Meldungen wurden bereits viele Projekte abgeleitet z.B. Optimierung der Abläufe in der Zentralen Aufnahme, Sicherheitsfilter bei Medikamentengabe, Optimierung der Chemotherapieherstellung und Dokumentation.

Als beispielhaft stellt der Ärztliche Direktor, Dr. Thomas Egginger, die Entwicklungen in den unterschiedlichsten Bereichen der Medizin und Pflege in Bezug auf die Patientensicherheit in unserem Unternehmen in den letzten acht Jahren heraus. Exemplarisch führt er die Etablierung des Einarbeitungscurriculums für neue Ärzte an, sowie die Weiterentwicklung des Beauftragtenwesens, wo für die verschiedensten Bereiche wie z. B. Hygiene, Arbeitssicherheit, Strahlenschutz, Transfusionswesen und Medizinprodukte Beauftragte und Verantwortliche benannt sind, die dann auch regelmäßig in den einzelnen Kommissionen Verbesserungspotentiale aus ihrer täglichen Arbeit ableiten. Zudem stellen wir uns jedes Jahr diversen internen und externen Überprüfungen, um uns im Rahmen des Qualitätsmanagements mit der Prozess- und Ergebnisqualität anderer Kliniken und Zentren zu messen und daraus kontinuierlich Verbesserungspotential zu heben und Maßnahmen abzuleiten.

Dies alles zu ignorieren und mit Hinweis auf eine veraltete Studie plakativ von 19.000 Toten im Jahr zu sprechen, sei unverantwortlich. Vorstand Josef Götz weist darauf hin, dass die Sicherheit in den Kliniken noch nie so groß war wie heute. Um weitere Verbesserungen zu erreichen, sei es erforderlich, dass die Krankenkassen auch die finanziellen Mittel für eine angemessene Personalausstattung und ein optimales Qualitätsmanagement zur Verfügung stellen, anstatt den Sparzwang zu erhöhen und die Qualität aus politischem Kalkül anzuprangern. Die häufig prekäre Unterfinanzierung vieler Krankenhäuser in Deutschland und eine fehlende gesetzliche Grundlage für eine ausreichende Personalbesetzung moniert auch Pflegedirektor Thomas Baldauf. Die Beschäftigten leiden unter hoher Arbeitsbelastung durch den Anstieg der Fallzahlen, Verkürzung der Verweildauer und der Zunahme an multimorbiden Patienten mit den verschiedensten Begleiterkrankungen. Diese enorme Arbeitsverdichtung kann nur mit großer Motivation, persönlichem Engagement und Kompetenz bewältigt werden.