Professor Scharl_

Professor Anton Scharl erklärt warum Frauen länger leben

November 2017

Frauen sind bessere Lebenskünstler

Nein, die Biologie ist es in erster Linie nicht, die den Frauen eine höhere Lebenserwartung beschert als den Männern. Was vielmehr entscheidend ist, darüber klärt Professor Anton Scharl in seinem Vortrag auf.

„Ich bin Frauenarzt und freue mich darüber, dass Frauen länger leben als Männer.“ Mit diesen Worten stellte sich Professor Anton Scharl, Leitender Chefarzt der Frauenklinik Amberg-Weiden, den Zuhörern in der Klinikum-Cafeteria vor. Nicht nur mit dieser Feststellung löste der Mediziner in seinem unterhaltsamen Vortrag Schmunzeln aus. Auch zum Beispiel mit der Bemerkung: „Wenn du gesund lebst, kannst du eigentlich nicht sterben.“

„Warum leben Frauen länger als Männer – Biologie oder Lebensführung?“ Dieser Frage ging Scharl in seinem Vortrag auf den Grund. Anhand von Zahlen belegte er die nach wie vor deutlich höhere Lebenserwartung der Frauen, wobei er betonte: „Auch die ärmsten Frauen werden im Durchschnitt noch immer älter als die reichsten Männer.“ Anhand der sogenannten Klosterstudie belegte Scharl, dass „die Ursachen für Unterschiede in der Lebenserwartung vor allem im geschlechterspezifischen Verhalten liegen“. In dieser Studie wurden über Jahrzehnte systematisch Nonnen und Mönche beobachtet und ihre Gesundheitsdaten ausgewertet. Sie leben unter ähnlichen Bedingungen, und es konnte nachgewiesen werden, dass biologisch-genetische Ursachen für die unterschiedlichen Lebenserwartungen weitgehend ausgeschlossen werden können. „Biologie spielt also die kleinere Rolle“, so das Fazit von Scharf. Zu den verhaltensbedingten Ursachen zählte er bei den Männern statistische Durchschnittswerte wie das häufiger vorkommende Übergewicht, die seltenere Gesundheitsprävention durch Vorsorgeuntersuchungen, den stärkeren Konsum von Tabak, Alkohol und Drogen, die häufigeren Fälle von Suizid, die Risikobereitschaft im Straßenverkehr und der häufigere Konsum von rohem Fleisch.

Quelle: Der Neue Tag

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