Diagnose & Therapie

Endoprothetikzentrum Weiden

    In der Regel wurden bereits im ambulanten Bereich aufgrund Ihrer Beschwerden körperliche Untersuchungen bei Ihrem Orthopäden durchgeführt und Röntgenuntersuchungen, bei Bedarf auch ein MRT („Kernspin“, Magnetresonanztomographie) veranlasst. Einige von Ihnen hatten auch schon eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung), die eine fortgeschrittene Verschleißerkrankung des Knie- oder Hüftgelenkes ergeben hatte.

    Außer starken Schmerzen bei Belastung, in Ruhe und nachts sowie Anlaufschmerzen spüren Sie selbst auch ein starkes Reiben und Knirschen im Gelenk beim Durchbewegen.

    Wenn Ihre Lebensqualität aufgrund der Verschleißerscheinungen immer mehr schwindet, werden Sie sich nach umfangreicher Beratung mit Ihrem Arzt zur Versorgung mit einem künstlichen Gelenk entschließen, vor allem, wenn alle konservativen Möglichkeiten wie Einnahme von schmerzstillenden, entzündungshemmenden Medikamenten, Physiotherapie, Gehhilfen, Schuhzurichtung, manchmal wünschenswert auch Gewichtsreduktion nicht mehr helfen.

    Nach telefonischer Terminvereinbarung stellen Sie sich bei uns in der Sprechstunde vor. Nach eingehender Befragung, körperlicher sowie Röntgenuntersuchung werden wir mit Ihnen zusammen die Entscheidung zur Operation fällen. Ein entsprechender Termin wird mit Ihnen vereinbart.

    Viele von Ihnen haben sich bereits durch Studium zahlreicher Zeitschriften, Internetseiten und Gespräche mit bereits operierten Patienten informiert. Für die meisten war dies hilfreich, für einige wurden eher Bedenken und Ängste verursacht. Sie können sich sicher sein, dass wir alles daran setzen, Ihnen im gemeinsamen Gespräch alle wichtigen Informationen zu geben und Ihre Bedenken auszuräumen.

    Es gibt in der Endoprothetik zahlreiche Operationsmethoden, unterschiedliche Zusammensetzungen der Endoprothesenkomponenten und auch unterschiedliche Nachbehandlungswege. Dies entsteht auch dadurch, dass für jeden Patienten ein „individuelles Paket“ geschnürt wird.

    Die Operationen in der Endoprothetik werden nach den gängigen Leitlinien der Fachgesellschaften für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie den medizinischen Standards der Kliniken Nordoberpfalz AG durchgeführt. So ist z.B. eine Versorgung mit oder ohne Knochenzement möglich, abhängig von der Knochenbeschaffenheit (Stichwort Osteoporose), vom Alter, von der Form Ihres Knochens und vom betroffenen Gelenk.

    Als Gleitpaarung (das sind die Endoprothesen-Anteile, die sich in einem Kunstgelenk gegeneinander bewegen) kommen Metall-Polyäthylen, Keramik-Keramik oder Keramik-Polyäthylen zur Anwendung. Es kommen Titan- oder Stahl-Legierungen zur Anwendung. Es werden nur bestens erprobte Implantate renommierter Hersteller verwendet.

    Auch verschiedene operative Zugänge stehen speziell am Hüftgelenk zur Verfügung, wobei der Operateur immer auf gewebeschonendes Vorgehen achten wird.
    Als Vorbereitung für die Operation ist, falls möglich, eine Gewichtsreduktion sinnvoll. Diabetiker sollten ihren Blutzucker vorab optimal einstellen lassen. Auf das Rauchen sollte in der Zeit vor und während der Operation verzichtet werden, da dies einen erheblichen Risikofaktor für Wundheilungsstörungen darstellt.

    Wichtig ist auch, dass sie uns über eventuell bestehende Allergien auf bestimmte Metalle (z.B. Nickel), Medikamente (z.B. Antibiotika, Schmerzmittel), Latex oder Pflaster informieren.
    Am Tag Ihrer Operation oder einen Tag zuvor kommen Sie zu uns in die Klinik. Nach durchgeführter Operation werden Sie so früh wie möglich und durch unsere Physiotherapeuten mobilisiert und mit Krankengymnastik behandelt.

    Eine stationäre Behandlung dauert 10-12 Tage, sollte es allerdings zu Problemen bei der Genesung oder der Mobilisation kommen, wird der Aufenthalt entsprechend verlängert, bis Sie gefahrlos die stationäre Behandlung verlassen können. Eine zu empfehlende Anschlussheilbehandlung (Reha) wird in Absprache mit Ihnen und unserem Sozialdienst organisiert und kann ca. 10 bis 12 Tage nach der Operation angetreten werden. Wohnortnah ist dies in unseren Einrichtungen in Waldsassen und Erbendorf möglich. Der Transport dorthin wird von uns organisiert.

    Nach Abschluss der Therapie sollte nun eine Rückkehr in den Alltag mit sich normalisierender Belastbarkeit möglich sein. Eine Kontrolluntersuchung bei Ihrem Operateur empfiehlt sich zunächst nach Abschluss der Rehabilitationsmaßnahme sowie dann in jährlichen Abständen nach der Operation.