36. Medizinisches Forum der Medizinischen Klinik II am Klinikum Weiden

Cholesterinlüge widerlegt

Im vollbesetzten Gustav-von-Schlör-Saal der Max-Reger-Halle fand zum 36. Mal das Medizinische Forum der Medizinischen Klinik II am Klinikum Weiden zusammen mit den Ärztlichen Kreisverbänden Weiden, Neustadt a. d. Waldnaab, Tirschenreuth und Schwandorf statt.

Prof. Dr. med. Andrea Bäßler, Leiterin der Lipidambulanz an der Universitätsklinik Regensburg, berichtete über neue Risikofaktoren für eine koronare Herzerkrankung. Neben dem „schlechten Cholesterin“, dem LDL-Cholesterin gibt es eine spezielle Unterfraktion, das sogenannte Lp(a), welches genetisch vorbestimmt ist und wie das schlechte Cholesterin konzentrationsabhängig mit dem Auftreten von Herzinfarkt korreliert. Das in vieler Munde „gute Cholesterin“ HDL gibt es nicht, es hat keinen Bezug zum Auftreten von atherogenen Risikofaktoren. Lp(a) sollte bei Patienten mit hohem Risiko oder bereits bestehender koronaren Herzerkrankung einmal im Leben bestimmt werden; die Konzentration ist genetisch vorbestimmt und somit kann das Risiko weiter abgeschätzt werden. Zukünftig, wahrscheinlich nächstes Jahr, wird eine Studie weltweit durchgeführt werden um mit einem Antikörper bei Hochrisikopatienten Lp(a) zu senken.

Große Aufmerksamkeit fand die Vorstellung aktueller Daten zur interventionellen Behandlung der Undichtigkeit der Mitralklappe (Mitralinsuffizienz) durch Oberärztin MUDr. Jana Kropacek vom Klinikum Weiden. Sie wies darauf hin, dass bei hochgradiger Undichtigkeit der Klappe und noch weitgehend erhaltener Pumpfunktion ein interventionelles Verfahren dann durchgeführt werden sollte, wenn ein hohes oder sehr hohes Risiko für eine Herzoperation vorliegt.

Den Abschluss bildete Professor Robert H.G. Schwinger mit aktuellen Daten aus dem Kongress der European Society of Cardiology, Paris 2019, in dem er neue Medikamente zur Therapie der Herzinsuffizienz, aber auch zur Blutverdünnung bei Vorhofflimmern vorstellte.