Alle Rückenprobleme im Griff

Februar 2019

Dr. Thomas Neubauer-Gartzke informiert bei Orthopädietag über Osteoporose, Risiken für die Wirbelsäule und operative Behandlungsmöglichkeiten

Jeder zweite Deutsche ist einmal monatlich oder häufiger von Schmerzen im Rückenbereich betroffen – und das gilt auch schon für jüngere Generationen. Die Gründe dafür könnten vielfältiger kaum sein. Umso wichtiger ist dann jemand, der weiß, worauf es bei der Behandlung an der Wirbelsäule ankommt – wie zum Beispiel Dr. Thomas Neubauer-Gartzke, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie, Handchirurgie und Sportmedizin am Klinikum Weiden und zertifizierter Wirbelsäulenchirurg.

Deutschlandweit steigt die Zahl der Operationen im Rückenbereich seit einigen Jahren stark an – auch in Bayern. Es bestehen aber deutliche regionale Unterschiede, wobei der Freistaat unter dem bundesweiten Durchschnitt liegt. Aus guten Gründen, wie Dr. Neubauer-Gartzke betont: „Den Schmerz einfach wegoperieren, das funktioniert in vielen Fällen nicht. Häufig werden aber auch von Medizinern bei den Patienten Erwartungen an und Hoffnungen auf einen schnellen Behandlungserfolg geweckt, die aber eben nicht immer erfüllt werden können. Das ist nicht unser Ansatz.“ An erster Stelle stehe Prävention – und sollte dann doch eine Behandlung nötig werden, ist es ratsam, dass die in den meisten Fällen erst einmal konservativ erfolgt. Beispielsweise mit Physiotherapie: die dauert zwar oft länger, zeigt aber langfristig Erfolge: denn die Wirbelsäule lässt sich durch gut trainierte Rückenmuskeln in vielen Fällen so stabilisieren, dass eine erneute Erkrankung und damit verbundene Schmerzen weniger häufig auftreten können.

Doch manchmal ist eine OP unumgänglich, zum Beispiel bei bestimmten Brüchen, akuten Verletzungen, starken Abnutzungen oder Tumoren. Ausgeprägte Befunde eines Bandscheibenvorfalls oder einer Spinalkanalstenose (Druck auf Rückenmark oder Nerv durch Engstellen im Bereich des Spinalkanals) sollten chirurgisch versorgt werden. Ein verantwortungsbewusster Wirbelsäulenchirurg fällt dabei stets die Entscheidung zusammen mit dem Patienten und stellt dessen Gesundheit und Wohl in den Mittelpunkt.

Bei der Schädigung eines Wirbels durch Osteoporose, was schon bei normalen Belastungen im Alltag möglich ist, stellt die Kyphoplastie eine mögliche Behandlungsmöglichkeit dar. „Eine Kyphoplastie ist vor allem dann geeignet, wenn die beschriebenen Schmerzen eindeutig auf einen Wirbelkörperbruch zurückzuführen sind und sich die Bruchform für dieses minimal-invasive Verfahren auch eignet. Nur dann kann das Verfahren helfen und die Kliniken Nordoberpfalz AG meisten Patientinnen und Patienten von ihren Schmerzen befreit werden“, erklärt der seit mehr als elf Jahren am Klinikum Weiden tätige Chefarzt.

Bei diesem OP-Verfahren wird ein spezieller Ballonkatheter in den beschädigten Wirbelkörper eingesetzt, aufgeblasen und damit ein Hohlraum geschaffen, in den Knochenzement eingespritzt wird. Dies stabilisiert den Wirbel und kann bei frischen Brüchen auch eine Aufrichtung des Wirbels ermöglichen. Patienten sind hier bereits nach kurzer Zeit wieder mobil und können deutlich schmerzgelindert in den Alltag entlassen werden.
Am Klinikum Weiden führt Dr. Thomas Neubauer-Gartzke und sein Team auch hochkomplexe Eingriffe an der Wirbelsäule durch. Für solche schwierigen Operationen steht ein Hybrid-OP mit modernster Technik zur Verfügung. „Wir haben hier die Möglichkeit der intraoperativen 3D-Darstellung, quasi wie ein Navi und mit Zielkontrolle im Operationssaal“.

Was Osteoporose ist, welche Gefahren diese chronische Erkrankung für die Wirbelsäule birgt und über die verschiedene Behandlungsmöglichkeiten von der Kyphoplastie bis zu anderen stabilisierenden Eingriffen an der Wirbelsäule, darüber wird der Chefarzt der Klinik beim Orthopädietag am Samstag in der Max-Reger-Halle berichten.