Antibiotika und der Durchfall

März 2018

Prof. Dr. Hamid Hossain referiert am Klinikum Weiden

Bis zu 40 Millionen Verschreibungen von Antibiotika erhalten Patienten jährlich in Deutschland. Diese Antibiotika unterscheiden sich zwar voneinander, haben aber oft ähnliche und häufige Nebenwirkungen. So klagt beispielsweise fast jeder dritte Patient nach der Gabe von Antibiotika über Durchfall und leidet dann unter einer sogenannten Antibiotika-assoziierten Diarrhoe.

Genau dieses Thema stellt Prof. Dr. Hamid Hossain, gemeinsamer Chefarzt der Mikrobiologie der Kliniken Nordoberpfalz AG und des Klinikums St. Marien Amberg, im Rahmen der Vortragsreihe 2017/2018 am 13. März im Besuchercafé des Klinikums Weiden in den Mittelpunkt.

Leiden Patienten nach der Antibiotikaeinnahme an Durchfall, wird in der Folge häufig das Antibiotikum abgesetzt. „Das ist aber in vielen Fällen verfrüht und verhindert eine effektive Behandlung der Infektion. Außerdem besteht die Gefahr, dass damit auch eine Resistenz gegen das Antibiotikum entwickelt wird“, warnt Prof. Dr. Hossain. Ein großes Risiko besteht zudem bei der Überwucherung des Darms mit Clostridium difficile, zum Beispiel nach einer längeren Antibiotika-Gabe. Der Erreger produziert dabei Giftstoffe, die den Darm schädigen und zu Krämpfen und Fieber führen können.

Diese Erkrankung (Clostridium-difficile-assoziierte Diarrhoe) gehört zu den am häufigsten im Krankenhaus erworbenen Durchfallerkrankungen und kann unter Umständen lebensgefährlich werden. „Im Klinikalltag stellt uns das immer wieder vor große Herausforderungen im Bereich der Diagnostik, Therapie und Infektionsverhütung“, erklärt Prof. Dr. Hossain, der nicht nur die Mikrobiologie am Klinikum Weiden und dem Klinikum St. Marien Amberg leitet, sondern auch Professor für Krankenhaushygiene an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) in Gießen ist und dort für den in Deutschland einzigen Bachelor-Studiengang für Krankenhaushygiene mitverantwortlich ist.

Das Fachgebiet der Krankenhaushygiene hat zum Ziel, die Zahl der Krankenhausinfektionen so gering wie möglich zu halten und so die größtmögliche Sicherheit für Patienten und Personal zu gewährleisten. Das geschieht dadurch, dass spezielle Hygienemaßnahmen in medizinischen Einrichtungen erforscht und schließlich auch umgesetzt werden.

Und so wird Prof. Dr. Hossain bei seinem Vortrag am 13. März um 19 Uhr im Besuchercafé des Klinikums Weiden Wissenswertes über die Durchfallerreger, deren Nachweis- und Therapiemöglichkeiten und den Schutz vor unerwünschten Nebenwirkungen von Antibiotika vermitteln sowie Hinweise zum richtigen hygienischen Verhalten im Alltag geben.