Bessere Heilerfolge durch neue Techniken

August 2018

Klinikum Weiden bietet verbesserte Behandlungsmethoden bei Bauchspeicheldrüsen- und Speiseröhrenkrebs

Rund 470.000 Krebs-Neuerkrankungen wurden 2016 in Deutschland registriert. Statistisch gesehen wird demnach jeder zweite Deutsche im Lauf seines Lebens mit der Diagnose Krebs konfrontiert. Besonders auf dem Vormarsch ist dabei Bauchspeicheldrüsenkrebs: bis zum Jahr 2050 könnten Pankreaskarzinome für die Hälfte aller tödlichen Krebserkrankungen verantwortlich sein. Nicht nur deshalb rückt das Pankreas am viszeral-onkologischen Zentrum des Klinikums Weiden immer mehr in den Mittelpunkt – und damit auch neue Behandlungstechniken der Erkrankung.

Durch die sogenannte Endodrainage, also die Einlage von Schläuchen in den Gang der Bauchspeicheldrüse und den Gallengang, können aggressive Verdauungssäfte für einen Zeitraum von rund zwei Wochen nach außen abgeleitet werden. Damit kann an der Verbindung zwischen Organ und Darm kein Sekret mehr in den Bauchbereich austreten. Die Folge: das Risiko des Auftretens von Fisteln, die zu schweren Nebenwirkungen wie Nachblutungen führen können, wird auf unter fünf Prozent gesenkt – deutschlandweit ist eine Rate von bis zu 20 Prozent üblich. „Durch das Einlegen der Schläuche und die Ableitung der Verdauungssekrete kann der Heilungsverlauf bei Patienten beschleunigt werden. Wir haben mit dieser neuen Behandlungstechnik sehr positive Ergebnisse erzielen können“, erklärt Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Thorax- und Viszeralchirurgie sowie Leiter des Viszeral-Onkologischen Zentrums am Klinikum Weiden.

Doch nicht nur Bauchspeicheldrüsenkrebs, sondern auch Krebserkrankungen der Speiseröhre werden immer häufiger. Kleine Tumore können dabei im Rahmen einer Speiseröhrenspiegelung behandelt werden, bei fortgeschrittenen Erkrankungen erfolgt in fast allen Fällen eine Strahlenbehandlung mit medikamentöser Behandlung. Eine simultane Chemotherapie und Bestrahlung zeigt bei der operativen Entfernung dieser Ösophaguskarzinome die größte Erfolgsrate und ist ein wesentlicher Bestandteil auf dem Weg zur Gesundwerdung.

Wird die Speiseröhre entfernt, muss für diese ein Ersatz durch einen Magenschlauch geschaffen werden. Bisher war hierfür eine sogenannte „Zwei-Höhlen-Operation“ nötig – also eine Öffnung des Bauchraums sowie des Brustkorbes. „Wir nutzen hierfür aber seit gut zwei Jahren eine Hybrid-Technik: der Brustkorb wird wie bisher geöffnet, der Bauchraum jedoch minimal-invasiv, also im Schlüsselloch-Verfahren, operiert. Die Vorteile sind deutlich spürbar, denn Patienten erholen sich auf diese Weise deutlich schneller von dem Eingriff als bei der herkömmlichen Vorgehensweise“, so Prof. Dr. Dietl. Durchgeführt wird diese Hybrid-Technik im integrierten Operationssaal. „Das ist ein hochmoderner Saal für minimal-invasive Verfahren mit dem höchsten Integrationsgrad weltweit. Die Komplikationsrate ist dabei stark von der Erfahrung des Operateurs und den zur Verfügung stehenden OP-Gegebenheiten abhängig. Daher sollten solche Operationen auch nur in spezialisierten Zentren wie bei uns durchgeführt werden“, betont der Chefarzt der Allgemeinchirurgie am Klinikum Weiden.

Und so zeigt sich bei Bauchspeicheldrüsen- und Speiseröhrenkrebs – ähnlich wie bei vielen anderen Behandlungsmethoden – eine klare Tendenz: durch immer modernere Operationstechniken verbessert sich nicht nur die Heilungsrate bei der Behandlung von schwerwiegenden Erkrankungen, sondern wird der operative Eingriff auch so verändert, dass der Patient weniger Schmerzen erdulden muss – und noch wichtiger: schneller wieder gesund wird.