10_27_17_Pressebericht_Minisymposium_Delir

Delir im Fokus bei Minisymposium

Oktober 2017

Gelungener Abschluss des Aktionsjahrs „Delirfreies Krankenhaus“ am Klinikum Weiden

Mehr als 200 Ärzte und Pflegekräfte wurden im Verlauf des Aktionsjahres „Delirfreies Krankenhaus“ am Klinikum Weiden im Umgang mit Delir geschult. Mit einem Minisymposium zum Thema Delir wurde das Aktionsjahr jetzt abgeschlossen. Die Bilanz dazu: mehr als positiv.

„Delir ist eine vorübergehende Hirnfunktionsstörung, die durch viele äußere Einflüsse ausgelöst werden kann. Häufig sind schwere Infektionen oder auch chirurgische Eingriffe die Ursache, dass ein Patient sich in seiner Umgebung nicht mehr zu Recht findet. Dass es ein Krankenhaus ohne Delir nie geben wird, wissen wir. Trotzdem wollten wir mit dem Aktionsjahr Angehörige, Patienten und auch unser Personal für das Thema Delir sensibilisieren. Das haben wir mit teils sehr gut besuchten Veranstaltungen, auch in Zusammenarbeit mit dem Kursana-Domizil, geschafft“, so Andreas Faltlhauser, Oberärztlicher Leiter der Interdisziplinären Intensivstation 83. Neben den kontinuierlichen Schulungen der Mitarbeiter wurden auch regelmäßige Workshops und Hospitationen für ärztliches und pflegerisches Personal aus Kliniken in ganz Deutschland organisiert.

Den Abschluss des Aktionsjahres bildete nun ein wissenschaftliches Minisymposium zum Thema Delir, zu dem mit Prof. Dr. Wolfgang Müllges (Universitätsklinikum Würzburg) und Priv. Doz. Dr. Alawi Lütz (Charité Berlin) zwei hervorragende Referenten nach Weiden gekommen waren, um über aktuelle Entwicklungen im Bereich Delir zu informieren. Prof. Dr. Wolfgang Müllges stellte die Neurobiologie bei der Entwicklung von Delir in den Vordergrund und ging genauer auf die Abläufe im Gehirn bei der Entwicklung eines Delirs ein. Priv. Doz. Dr. Alawi Lütz stellte das Intensivbehandlungszimmer der Zukunft vor, in dem ein intensives Management von Licht und Lärm eine wichtige Rolle spielt.

Andreas Faltlhauser betonte in seinem Vortrag den hohen Stellenwert von Frühmobilisation nicht nur von Intensivpatienten in der Prävention und Behandlung des Delir . Zudem sei eine frühe Einbindung von Angehörigen in die Behandlung extrem wichtig: „Sie haben durch ihre Stimme oder ihren Körperkontakt in allen Behandlungsphasen einen ganz wichtigen Einfluss“, so Faltlhauser: „Delir ist als akut auftretendes Problem heilbar – aber nur, wenn es schnell erkannt wird.“
Für diese frühzeitige Erkennung hat man im Aktionsjahr „Delirfreies Krankenhaus“ einiges getan. Und auch für das kommende Jahr hat man bereits einen Schwerpunkt gefunden: am 17. November 2018 wird für Ärzte und Pflegepersonal das überregionale 1. Interprofessionelle Forum Intensivmedizin angeboten.