Die Speiseröhre – ein nicht selten vernachlässigtes Organ

Januar 2018

Fortbildung für Ärzte in der Max-Reger-Halle

Geballte chirurgische und internistische Kompetenz versammelte sich jetzt in der Max-Reger-Halle in Weiden. Im Rahmen der 35. Fortbildungsveranstaltung „Aktuelle Gastroenterologie“ konnten zwei Chefärzte des Klinikums Weiden nicht nur viele teilnehmende Ärzte, sondern auch zwei angesehene Experten aus Münster und München begrüßen.

In seiner Begrüßung und Einführung ging der Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Klinikum Weiden, Prof. Dr. Frank Kullmann, auf die vielfältigen Krankheitsbilder des Ösophagus (Speiseröhre) ein, die bei dieser Fortbildungsveranstaltung im Blickpunkt standen. Dafür konnten mit Prof. Dr. Monther Bajbouj (Rotkreuzklinikum München) und Prof. Dr. Daniel Palmes (Universitätsklinikum Münster) zwei Fachleute als Referenten gewonnen werden.

Im ersten Vortrag des Abends brachte Prof. Dr. Daniel Palmes, Facharzt für Chirurgie und Leiter der chirurgischen Arbeitsgruppe Ösophagus am Universitätsklinikum Münster, den Zuhörern die aktuellen Aspekte der chirugischen Behandlung des Ösophaguskarzinoms (Speiseröhrenkrebs) nahe. Über die Jahre hat sich gezeigt, dass ein interdisziplinäres Vorgehen (Strahlentherapeut, Onkologe, Gastroenterologe, Chirurg, Radiologe) in der Behandlung von Patienten mit Ösophaguskarzinom zu einem deutlich verlängerten Überleben führt. Die Operation selbst ist ein gutes Beispiel für Hochleistungschirurgie, welche aber auch ein hohes Risiko für postoperative Komplikationen in sich birgt. In diesem Fall ist dann wieder die Interdisziplinarität gefordert, wie es auch im Klinikum täglich gelebt wird.

Prof. Dr. Monther Bajbouj, Chefarzt der Inneren Medizin II am Rotkreuzklinikum München, beleuchtete in seinem Vortrag die Dysphagie als klassisches Leitsymptom, welches Ärzte vieler Fachrichtungen beschäftigen könne. Die Ursachen von Schluckstörungen könnten sehr vielfältig sein. Dementsprechend komplex und schwierig gestalte sich häufig die Diagnostik und Therapie. Die Folge sei auch hier ein hoher Stellenwert von interdisziplinärer Beratung über Ursachen und Therapie. Besonders intensiv ging Prof. Dr. Bajhouj auf die sogenannte eosinophile Ösophagitis ein. Diese ist eine immunvermittelte Entzündung des Ösophagus und wird auch als „Asthma der Speiseröhre“ bezeichnet

Nach den beiden Vorträgen moderierte Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl, Chefarzt der Allgemein-, Thorax- und Visceralchirurgie am Klinikum Weiden sowie Prof. Dr. Frank Kullmann, Chefarzt der Medizinischen Klinik I, die Fragerunde der Teilnehmer.