Auftakt zum Aktionsjahr „Delierfreies Krankenhaus“: Markus Argauer (l.) und Andreas Faltlhauser stellten das Programm zur Informationsveranstaltung am 23. November offiziell vor. Foto: Kliniken Nordoberpfalz AG

„Familien sind die beste Prophylaxe, die man sich vorstellen kann“

Am 23. November um 18.30 Uhr findet am Klinikum Weiden die Auftaktveranstaltung zum Aktionsjahr „Delirfreies Krankenhaus“ statt

Die Erhebungen der letzten Jahre bestätigen es: Die Zahl der Patienten, die das Krankheitsbild „Delir“ aufweisen, nehmen stetig zu. Doch was ist „Delir“ eigentlich? Diese Frage beantworten zum Auftakt des Aktionsjahres „Delirfreies Krankenhaus“ Dr. Martin Angerer, Chefarzt der Neurologischen Klinik, Andreas Faltlhauser, Oberärztlicher Leiter der Station 83 ITS der Medizinischen Klinik I, und Markus Argauer, Pflegerische Stationsleitung 83 ITS, am 23. November bei einer Informationsveranstaltung für Mitarbeiter, Betroffene und Angehörige. Diese findet – passend zum deutschlandweiten Aktionstag „Delir“ – ab 18.30 Uhr im Besuchercafé im Eingangsbereich des Klinikums Weiden statt.

„In zunehmendem Maße stellt das Delir ein Problem in der stationären Versorgung von Patienten dar. Als Delir bezeichnen Fachleute eine akute Verwirrtheit. Betroffene Patienten erleben oftmals eine Welt, die für uns keinen Sinn ergibt, für den Betroffenen aber sehr real erscheint“, erklärte Faltlhauser am Mittwoch bei einem Pressegespräch. So könnten die Betroffenen zum Beispiel nicht wissen, dass sie im Krankenhaus sind, denken, dass sie furchteinflößende Tiere sehen oder entführt wurden, oder oftmals ihre Angehörigen nicht mehr erkennen. „Ein Krankheitsbild, das heutzutage nicht nur auf den Intensivstationen, sondern auch auf vielen anderen Station allgegenwärtig ist“, ergänzte Argauer.

In den letzten 20 Jahren habe man, so Faltlhauser und Argauer, in der Medizin gelernt, das Alter, Krankenhausaufenthaltet, Operationen oder auch hormonelle Veränderungen das Delir auslösen können. Größtes Problem dabei sei aber die rechtzeitige Diagnose dieses Krankheitsbildes. „Es ist schwer zu erkennen“, machte Faltlhauser deutlich.

Und genau hier setzte der Oberärztliche Leiter an: „Mit der Veranstaltung am Mittwoch sowie mit dem Aktionsjahr wollen wir sensibilisieren – Angehörige, Patienten und auch unser Personal.“ Denn innerhalb der Kliniken Nordoberpfalz AG werde im Bereich der Intensivmedizin schon viel gemacht, um Delir frühzeitig zu diagnostizieren und umfassend und interdisziplinär z. B. mit Ergo-, Logo- und Physiotherapeuten zu behandeln. „Es sind oftmals einfache Maßnahmen, die helfen“, wusste Argauer.

Eine ganz bedeutende Rolle komme dabei den Familien und Angehörigen Delir-Betroffener zu. „Sie sind durch ihre Stimme oder ihren Körperkontakt in der Behandlungsphase und auch bereits im Vorfeld ungemein wichtig“, fügte Faltlhauser an. Denn: Delir als akut auftretendes Problem sei heilbar – aber nur, wenn es schnell erkannt werde.

Um das Bewusstsein für dieses Krankheitsbild zu schärfen, dient die Auftaktveranstaltung am 23. November. Es werden folgende Vorträge gehalten: „Unterscheidung von Delir und Demenz“ – Dr. Michael Angerer; „Warum Opa seine Enkeltochter nicht mehr erkennt?“ – Andreas Faltlhauser, „Wie können Angehörige zur Delir-Vermeidung beitragen?“ – Markus Argauer.