Professor Scharl_

Frauenkliniken in Weiden und Amberg mit umfassendem Angebot

September 2017

„Alles, was in Deutschland möglich ist“

Weiden/Amberg. Die Zusammenarbeit zwischen den Kliniken Nordoberpfalz und dem Klinikum St. Marien Amberg schreitet munter voran. Große Fortschritte dabei machen die beiden Frauenkliniken, unter anderem mit einem gemeinsamen Krebszentrum und einem Kinderwunsch-Zentrum. „Alles wird angeboten, was in Deutschland möglich ist.“ Der dies sagt, heißt Dr. Anton Scharl. Der Professor aus Amberg ist nach einer halbjährigen Anlaufzeit seit Juli offiziell und unbefristet Leitender Chefarzt der gynäkologisch-geburtshilflichen Standorte der beiden Kliniken und des Krankenhauses Tirschenreuth.
Hintergrund der Kooperation sind zweifellos die zunehmende Spezialisierung und damit verbunden die notwendigen Fallzahlen. Diese werden nur noch von größeren Einheiten erreicht. Auch die immer komplizierter und teurer werdende Technik spielt mit rein. Die Geräte können von zwei Partnern besser ausgelastet werden.

Das Konzept sieht vor, dass die Ärzteschaft aller Standorte eine gemeinsame Einheit bildet. Bei jedem Patienten wird individuell entschieden, wie und wo er behandelt wird. Ziel dabei ist, dass der Arzt zum Patienten fährt. Und von denen gibt es eine ganze Menge. „Da kommen stationär 7000 zusammen“, erläutert Scharl. „Damit gehören wir zu den größten Frauenkliniken Deutschlands.“ Und auch mit zusammen über 3000 Geburten pro Jahr rücken die Kliniken bundesweit in die Top 10 vor.

Scharl, der dienstags und freitags in Weiden vor Ort ist und hier ab 2018 auch Sprechstunden plant, bezeichnet das Konstrukt als „eine der komplettesten Kliniken“. „Es gibt kein Krankheitsbild der Frau, das nicht behandelt wird.“ Man sei auch Endometriose-Zentrum. Behandelt wird dort eine zwar gutartige, aber äußerst unangenehme Wucherung der Gebärmutterschleimhaut. Als weitere Zentren nennt der Frauenarzt das Brustzentrum, das gynäkologische Krebszentrum, das Becken-Boden-Zentrum, das Perinatalzentrum und auch das Kinderwunschzentrum.

„Hier wird alles angeboten, was in der Frauenmedizin gegenwärtig Deutschland möglich ist“, betont Scharl und verweist auf die intrauterine Insemination (Spermien werden direkt in die Gebärmutter eingespritzt) oder auf die Zeugung außerhalb des Körpers. Selbst an Krebs erkrankte junge Frauen können die Fruchtbarkeit erhalten, indem Eizellen entnommen und auf Eis gelegt werden. Bei der Erfolgsquote sei man mit an der Spitze in Deutschland. Auch in der Behandlung der Krebserkrankungen der Frau wird Amberg-Weiden laut dem Magazin Focus in Deutschland zu den Besten gezählt. Viele Krebsoperationen können als Schlüsselloch-Operationen durchgeführt werden mit deutlich weniger Belastung für die Frauen als bei einem großen Bauchschnitt. Das scheint sich rumzusprechen. Patientinnen kommen demnach auch aus München, Augsburg, Ingolstadt oder Würzburg.
(Quelle: Der Neue Tag, 27.09.2017)

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