Herz und Lunge überlebenswichtig

November 2018

34. Medizinisches Forum der Medizinischen Klinik II am Klinikum Weiden stellt Zusammenwirken von Herz und Lunge in Mittelpunkt

Im vollbesetzten Gustav-von-Schlör-Saal der Max-Reger-Halle stand anlässlich des 34. Medizinischen Forums der Medizinischen Klinik II am Klinikum Weiden das Zusammenwirken von Herz- und Lungenfunktion im Fokus.

Häufig auftretende Lungenerkrankungen, wie die COPD (Chronic obstructive pulmonary disease) oder das Asthma bronchiale, aber auch Lungengerüsterkrankungen, können die Durchblutung zum linken Herzen stören und so zu einem Hochdruck der Lungengefäße und damit zu einer Belastung des rechten Herzens führen. Darüber berichtete Dr. Elena Perlifan, Lungenfachärztin an der Medizinischen Klinik II am Klinikum Weiden und stellte neueste Therapieoptionen für diese Erkrankung vor. Es gelte, den Hausarzt rechtzeitig zu informieren oder den Lungenfacharzt aufzusuchen, um das Fortschreiten dieser chronischen Erkrankung möglichst zu verhindern. Die Lungenarterie bildet das Bindeglied zwischen rechten und linken Herzen und kann eigenständig Ursache für eine Rechtsherzbelastung sein. Diese Erkrankung ist deutlich seltener als eine Rechtsherzbelastung in Folge von Lungenerkrankungen oder einer Erkrankung des linken Herzens, hat aber leider eine deutlich schlechtere Prognose.

Die aktuellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, wie auch der European Society of Cardiology, wurden maßgeblich von Herrn Professor Dr. Stephan Rosenkranz, Universitätsklinik Köln, beeinflusst. Er stellte dieses Krankheitsbild ausführlich vor und referierte über neue Therapieoptionen und aktuell laufende Studien in diesem Bereich. Auch eine Verschlechterung des linken Herzens, meist in Folge eines Herzinfarktes, langjährig bestehender Bluthochdruckerkrankung oder in Folge einer Klappenerkrankung könne zu einer Verschlechterung der Drucksituation in der Lungenarterie und damit zu einer Rechtsherzbelastung führen. Dieses Krankheitsbild umfasst viele Patienten, insbesondere ältere Patienten sind hier häufig betroffen und nur durch eine frühzeitige und rechtzeitige Therapie der zugrundeliegenden Grunderkrankung kann diesem Krankheitsbild vorgebeugt werden.

Wichtig sei eine konsequente Behandlung der Bluthochdruckerkrankung, aber es müssten auch alle Maßnahmen ergriffen werden, um eine Verschlechterung der Herzfunktion vorzubeugen, so Professor Dr. Robert Schwinger, Chefarzt der Medizinischen Klinik II am Klinikum Weiden.

Die hochkarätig besetzte Fortbildungsveranstaltung, unterstützt durch die Ärztlichen Kreisverbände Weiden, Neustadt an der Waldnaab, Tirschenreuth und Schwandorf, brachte wegweisende aktuellste Erkenntnisse zur Behandlung von Herz und Lunge in unsere Region.