Schlafmedizin erwacht in der Nordoberpfalz

März 2018

Bezirksklinikum Wöllershof, Kliniken Nordoberpfalz und Klinikum St. Marien Amberg kooperieren

Gemeinsam sollen in der Schlafmedizin neue, gemeinsame Wege in der Nordoberpfalz beschritten werden. Auch in diesem Fachbereich rücken die drei Kliniken Bezirksklinikum Wöllershof, Klinikum Weiden und Klinikum St. Marien Amberg näher zusammen. In einem Fachgespräch legten der Bezirkstagspräsident der Oberpfalz, Franz Löffler, Weidens Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Ambergs zweiter Bürgermeister Martin Preuß die Möglichkeiten dar, die in den Kliniken künftig ungesetzt werden können. In Wöllershof wird das Studienprojekt TELESOM betrieben. „Vor wenigen Tagen hat die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml Dr Wittmann und mir den Förderbescheid übergeben. Die Fördersumme beläuft sich in den nächsten beiden Jahren auf rund 262.000 Euro. Nun können wir in Wöllershof die schlafmedizinische Diagnostik in Kooperation mit dem Schlaflabor der Psychiatrischen Universitätsklinik Regensburg mittels Telemedizin einführen“, erläuterte Löffler. „Obwohl kein Somnologe vor Ort ist, wird die Versorgung und die Betreuung der Patienten durch die Pflegekräfte in Wöllershof erfolgen“, ergänzt der Bezirkstagspräsident.

„Schlafmediziner sind dünn gesät. Deshalb war das schlafmedizinische Angebot in der Nordoberpfalz vorübergehend reduziert. Dank der Kooperation zwischen den Kliniken Nordoberpfalz AG, dem Klinikum St. Marien in Amberg und der medbo wird es jetzt wieder leistungsfähig aufgestellt. Diese Zusammenarbeit läutet zum Wohle der Patienten ein neues Zeitalter in der schlafmedizinischen Versorgung der nördlichen Oberpfalz ein“ freut sich der Weidener Oberbürgermeister Kurt Seggewiß.

Während in Wöllershof Schlafstörungen, denen ein psychischer Ursprung zu Grunde liegt, diagnostiziert werden, sind im bereits bestehenden Amberger Schaflabor und dem Weidener Schlaflabor, das ab 2019 in Betrieb gehen wird, die somatisch begründeten Schlafstörungen beheimatet. „Durch die unterschiedlichen Versorgungsansätze der Beteiligten – psychiatrisch und somatisch – steht dem betroffenen Patienten das jeweils beste Therapieangebot zur Verfügung. Somit profitiert der Patient am meisten von der engen Zusammenarbeit der Mediziner“, unterstreicht Josef Götz, Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG. Im Klinikum Weiden wird das Angebot des Schlaflabors aufgrund der aktuellen räumlichen Situation nach Abschluss des 8. Bauabschnitts voraussichtlich Anfang 2019 umgesetzt.

Schlafstörungen sind für die Betroffenen und auch für ihr Umfeld ein großes Problem, denn Schlaf ist extrem wichtig für unser psychisches und auch körperliches Wohlbefinden. Deshalb sollten die Ursachen für länger andauernde Schlafprobleme dringend professionell abgeklärt werden. „Wir sehen aus der Praxis in unserem eigenen Schlaflabor, wie wichtig es ist, Menschen mit Schlafstörungen zu betreuen und zu behandeln und welche Erfolge mithilfe der modernen Schlafmedizin erzielt werden können” berichtet Hubert Graf, Kaufmännischer Direktor des Klinikums St. Marien Amberg.

Bei TELESOM soll die sogenannte Polysomnographie zur Überwachung und Untersuchung von Schlafstörungen am Bezirksklinikum Wöllershof erfolgen unter der Leitung eines qualifizierten Schlafmediziners, der sich am 90 Kilometer entfernten Schlaflabor in Regensburg befindet. Das erspart den Patienten lange Wege. Bei einem guten Verlauf des bayerischen Pilot-Projekts wird geprüft, ob TELESOM in die klinische Routine umgesetzt werden kann, um eine wirtschaftliche und flächendeckende schlafmedizinische Diagnostik in Bayern zu einzuführen.

(Quelle: medbo)