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Thema Osteoporose: Sport und „knochenfreundliche“ Ernährung

Elisabeth Eißner und Robert Drechsel über Früherkennung und vorbeugende Maßnahmen

Vor einem interessierten Publikum referierten die beiden Fachärzte für Orthopädie/Unfallchirurgie Chefärztin Elisabeth Eißner (Rehaklinik Waldsassen) und Robert Drechsel (MVZ Stiftland) zum Thema Osteoporose. Im Vordergrund standen die Themen Risikoerkennung, Knochendichtemessung und Vorbeugung. „Nur bei jedem fünften Osteoporose-Patienten erfolgt die Diagnose und Therapie rechtzeitig“, so Chefärztin Eißner. Früherkennung und vorbeugende Maßnahmen ließen einen schweren Krankheitsverlauf und weitere Folgeschäden wie Knochenbrüche vermeiden.

Anlass für den Vortragsabend war die Anschaffung eines Messgerätes in der Filialpraxis des MVZ Stiftlands. Damit wird die Knochendichtemessung in der Region auf aktuellem Stand der Technik angeboten. Nur über die DXA-Messmethode sei laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) eine exakte Diagnosestellung möglich. „Die Untersuchung mit dem neuen Gerät dauert nur mehr 1 bis 10 Minuten und ist mit einer sehr geringen Strahlendosis durchführbar“, heißt es.

Der Krankheit vorbeugen könnten Bewegung an frischer Luft und körperliche Aktivitäten – etwa beim Wandern, im Reha-Sportverein oder der Rheumaliga – sowie eine „knochenfreundliche“ Ernährung. Calcium und Vitamin D3 seien die wesentlichen Bausteine für einen gesunden Knochen. Calcium findet sich neben Milch in höherer Dosis auch in Hartkäse, aber auch in einem calciumreichen Mineralwasser.

Robert Drechsel misst die Knochendichte seiner Patienten mit dem brandneuen Gerät. Foto: Fürst

Robert Drechsel misst die Knochendichte seiner Patienten mit dem brandneuen Gerät. Foto: Fürst

Vitamin D3 bilde der gesunde Körper unter Sonneneinstrahlung selber. Studien hätten aber gezeigt, dass viele Menschen keine ausreichende Vitamin-D-Zufuhr haben und damit auch einen erniedrigten Spiegel in der Blutuntersuchung aufweisen. Die einfachste Art, diesem Defizit entgegenzuwirken, sei die Einnahme von 1000 IE Vitamin D3 täglich (in Medikamentenform) vor allem in sonnenärmeren Wintermonaten. Nicht zu vernachlässigen sei auch die ausreichende Versorgung mit Proteinen und Phosphor.

Robert Drechsel informierte darüber, wie zu identifizieren sei, ob man einer Risikogruppe angehört oder gar schon im krankhaften Bereich einer Minderung der Knochendichte liegt. Die wissenschaftliche Leitlinie bezieht sich in ihren Therapieempfehlungen auf die DXA-Messung. Es müssten Patienten mit erhöhtem Risiko für Knochenbrüche effektiv herausgefiltert werden: Dazu werden Werte bestimmt und mit der Knochendichte von gesunden Menschen verglichen. Zusätzlich wird der Wert in Verhältnis zu einer gleichaltrigen Patientengruppe gesetzt. Daraus ergibt sich eine Notwendigkeit zur weiteren Diagnostik und einer Therapie.

Ob eine DXA-Messung in Erwägung zu ziehen ist, kann anhand eines Fragebogens erhoben werden: Risikofaktoren sind die Abnahme der Körpergröße, Knochenbrüche, Nikotinkonsum, Untergewicht,  Diabetes mellitus Typ1, rheumatische Erkrankungen oder die Einnahme spezieller Medikamente, etwa Cortison. Die Fragebögen wurden verteilt, sind aber auch im Internet abrufbar. Beide Referenten hofften mit ihrem Vortrag, dazu beigetragen zu haben, dass zukünftig die „Dunkelziffer“ der unbehandelten, nicht identifizierten Osteoporose-Patienten sinken wird.