Verständnis als Schlüssel zu Demenzpatienten

Mai 2018

7. Ethiktag am Klinikum Weiden stellt Behandlung und Pflege bei Demenz in den Mittelpunkt

Die Behandlung und Pflege von demenzkranken Patienten gestaltet sich in vielen Fällen als äußerst schwierig. Immer wieder bewegen sich Angehörige, Ärzte und Pflegekräfte auf dem schmalen Grat zwischen der reinen Anwendung lebenserhaltender medizinischer Versorgung oder dem Einsatz von hochspezialisierten Behandlungsmöglichkeiten. Doch welche Verfahren – sei es bei Vorsorgemaßnahmen, der Behandlung akuter oder chronischer Erkrankungen oder bei operativen Eingriffen – sollten angewendet werden? Dieser Fragestellung trägt das Klinische Ethikkomitee der Kliniken Nordoberpfalz AG beim 7. Ethiktag am 17. Mai ab 17 Uhr in der Personalcafeteria am Klinikum Weiden Rechnung und stellt das Thema „Demenz – Behandlung und Pflege am Rand des Vergessens?“ in den Fokus.

„Demenzkranke leben in ihrer eigenen Welt. Darum ist es wichtig, ein besonderes Verständnis für diese Erkrankung aufzubringen. Denn nur so können Ärzte, Pflegekräfte und Angehörige dem Patienten auf Augenhöhe begegnen“, erklärt Dr. Manfred Hausel, Vorsitzender des Klinischen Ethikkomitees. Und so spiegelt auch das Programm dieses Tags, zu dem Mediziner, Pflegekräfte, aber auch Angehörige und Interessierte eingeladen sind, genau diesen Blickwinkel wider.

Dr. Markus Wittmann, Ärztlicher Direktor des Bezirksklinikums Wöllershof, wird auf aktuelle klinische Aspekte und therapeutische Entwicklungen bei Demenzerkrankungen eingehen. Im Anschluss werden mit Dr. Irina Kern, Chefärztin der Geriatrischen Rehabilitation, sowie Jörg Oppitz, Klinischer Neuropsychologe, zwei Behandler aus der Steinwaldklinik Erbendorf über Wünsche, Konflikte und Erfolge der Behandlung von demenzkranken Patienten berichten. Der Frage, welche Probleme es aus Sicht der Pflegenden im stationären Bereich gibt, wird sich Daniela Jenke, Leiterin des Hauses St. Laurentius in Eschenbach, widmen. Einen authentischen Einblick in das Leben eines mit an Demenz erkrankten Angehörigen gibt dann eine Angehörige, die mit dem Leiter der Intensivstation am Klinikum Weiden, Andreas Faltlhauser, über den Alltag mit einem Demenzpatienten sprechen wird.

In Deutschland leiden rund 1,5 Millionen Menschen unter Demenz. Jährlich kommen rund 40.000 Neuerkrankungen hinzu, so dass sich die Zahl der Betroffen bis zum Jahr 2050 auf rund 3 Millionen Erkrankte verdoppeln könnte. Die richtige Behandlung und Pflege von Patienten mit Demenz nimmt also einen immer größer werdenden Stellenwert ein.