Vorschau auf unseren Orthopädietag am 10. März – Selbstständig zurück in den Alltag

März 2018

Nach Hüft- oder Knie-Operationen führt kein Weg an umfassender Rehabilitation vorbei

Immer mehr Menschen benötigen eine Endoprothese, also ein künstliches Gelenk. Nach einer solchen Operation führt der Weg aber nicht gleich wieder zurück ins vertraute Umfeld, sondern beispielsweise in die Geriatrische Rehabilitation in die Steinwaldklinik nach Erbendorf oder in die Orthopädische Rehabilitation ans Gesundheitszentrum Waldsassen – und das ist ein ebenso wichtiger Schritt wie die Operation selbst.

„Unser Ziel ist, unseren Patientinnen und Patienten dabei zu helfen, selbstständig zurück in den Alltag zu kommen“, erklärt Elisabeth Eißner, Chefärztin der Orthopädischen Reha. „Und es ist ein tolles Gefühl, wenn ein Patient, der mit dem Rollstuhl bei uns angekommen ist, einige Wochen später eigenständig unser Haus verlassen kann.“

Dahinter steckt echte Teamarbeit: verschiedene medizinische Berufsgruppen arbeiten dafür Hand in Hand und begleiten die Patienten auf dem Weg zurück ins Leben. Zu Beginn steht dabei die Definition des persönlichen Rehabilitationsziels des Patienten, das sich von Patient zu Patient unterscheidet. Wer weiterhin aktiv sein und sich sportlich betätigen möchte, erfährt andere Schwerpunkte in der Rehabilitation als jemand, der vor allem Wert darauf legt, seinen Haushalt selbstständig führen zu können. Ist das Ziel definiert, wird der Therapieplan an dieses Ziel in Absprache zwischen den Berufsgruppen individuell angepasst.

Auf dem Weg zur umfassenden Wiederherstellung von Fähigkeiten, die Patienten im Alltag benötigen, sind physio- und ergotherapeutische Maßnahmen natürlich unabdingbar, um Bewegungsabläufe und Beweglichkeit, zum Beispiel nach Hüft- oder Knie-Operationen, neu zu erlernen oder zu verbessern. Eine gute Mischung aus aktiven und passiven Maßnahmen führt zu neuer Mobilität und einem guten Rehaerfolg. Neben einer psychologischen und sozialmedizinischen Betreuung und Beratung gehören aber auch anerkannte Verfahren der Komplementärmedizin, wie Akupunktur oder Aromatherapie, zum Therapiekonzept der Orthopädischen Reha Waldsassen. „Gerade im Bereich der Schmerztherapie sind Hypnose- oder Aromabehandlungen eine sinnvolle Ergänzung “, so Eißner.

Vor allem die Aromatherapie wird in Waldsassen häufig angewandt. Diese alte Heilmethode, bei der verschiedene Pflanzen zu medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Zwecken verwendet werden, rückt immer mehr in das Bewusstsein. Wirkt Lavendelöl beispielsweise vor allem schmerzlindernd und wundheilend, hat Thymianöl eine antiseptische und schleimlösende Wirkung – die Anwendungsbereiche und Pflanzen sind dabei vielfältig. „Mit ätherischen Ölen sollen die Gesundheit erhalten und Beschwerden gelindert werden. Auch die Behandlung von chronischen oder akuten Schmerzen gewinnt in der Reha immer mehr an Bedeutung. „Im Zustand einer hypnotischen Trance ist es möglich, die Schmerzempfindlichkeit herabzusetzen oder den Schmerz – zumindest für eine bestimmte Zeit – zu reduzieren, sowie Beweglichkeit zu verbessern“, so die Leiterin der Orthopädischen Reha in Waldsassen.

Im Bereich der Physio- und Ergotherapie ist es längst mehr als die klassische Krankengymnastik oder Übungen. Hochqualifizierte Therapeuten mit Zusatzqualifikationen im Bereich der Faszienbehandlung, Narbenbehandlung, manueller Therapie und Lymphdrainage, ebenso wie Sturzvorbeugung oder Nordic Walking tragen in der Orthopädischen Rehabilitation wesentlich zum Therapieerfolg bei. Dieses berufsgruppenübergreifende Team der Orthopädischen Reha Waldsassen wird auch beim Orthopädietag der Kliniken Nordoberpfalz am Samstag in der Max-Reger-Halle seine vielfältigen Leistungen vorstellen.