Wenn die Hände nicht mehr wollen – orthopädische Ursachen

Wenn die Hände nicht mehr so wollen

Dezember 2017

Chefarzt Dr. Thomas Neubauer-Gartzke klärt bei Vortragsreihe 2017/2018 über orthopädische Ursachen bei Handerkrankungen auf

Die Hand kribbelt, schmerzt in Ruhe und bei Belastung oder ist häufig angeschwollen – doch solche Erscheinungen werden oft als vorübergehend abgetan. Es ist Vorsicht geboten: denn es gibt viele Gründe, wenn die Hände nicht mehr so wollen, wie sie eigentlich sollten. Der richtige Ansprechpartner bei orthopädischen Ursachen ist dann Dr. Thomas Neubauer-Gartzke, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie, Handchirurgie und Sportmedizin am Klinikum Weiden. Der erfahrene Handchirurg und sein Team werden über dieses Thema bei einem Vortrag am Dienstag, den 12. Dezember, im Besuchercafé (Foyer) des Klinikums Weiden aufklären.

Gemeinsam mit den Leitenden Oberärzten Dr. Zakaria Abo-Mostafa und Ahmet Mestan werden die drei Handchirurgen im Rahmen der Vortragsreihe 2017/2018 der Kliniken Nordoberpfalz AG über verschiedene orthopädische Ursachen bei Erkrankungen der Hände informieren. „Jeder braucht seine Hände den ganzen Tag. Das wird aber häufig erst wahrgenommen, wenn sie nicht mehr richtig eingesetzt werden können“, weiß Dr. Thomas Neubauer-Gartzke.

Die Hand ist täglich vielen Anforderungen ausgesetzt und die Finger einer Hand werden im Laufe eines Lebens etwa 25 Millionen Mal gebeugt und gestreckt. Deshalb soll bei dem Vortrag ein Überblick über den Aufbau und die Funktion des komplizierten Gebildes Hand gegeben sowie typische Krankheitsbilder an der Hand aus der Sicht des Orthopäden und Handchirurgen und deren Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

Neben dem schnellenden Finger und der Sehnenscheidenentzündung, wie er infolge einer chronischen Sehnenscheidenreizung häufig auftritt, werden von den Referenten auch weitere Krankheitsbilder aufgeführt wie die Knotenbildung der Handflächen (Dupuytren`sche Erkrankung) oder das Ganglion (Überbein), das mehr als die Hälfte aller gutartigen Weichteiltumore am Handgelenk und der Hand darstellt.

Eine häufige Ursache für Schmerzen, Schwellung und Beweglichkeitseinschränkungen sind auch Verschleißerscheinungen im zunehmenden Alter oder bei Fehl- oder Überbelastung, wie zum Beispiel der „Knorpelplatte“ auf dem Ellenköpfchen im Handgelenk oder Arthrosen an den viele Gelenken der Hand. Davon gibt es viele bei den insgesamt 27 Einzelknochen an der Hand. Neben den Fingergelenken ist mit am häufigsten der Verschleiß an der Wurzel des Daumens, dem Daumensattelgelenk (Rhizarthrose), der die Daumenbeweglichkeit schmerzhaft einschränkt.

Auch ein langsamer Zusammenbruch (Nekrose) eines Handwurzelknochens, meist infolge von Durchblutungsstörungen oder zu hoher Druckbelastung kann vorkommen – wenn auch selten. Die Hand ist auch bei Rheuma (rheumatoider Arthritis) in mehr als 90 Prozent der Fälle betroffen. Hier kommt es zu Sehnenentzündungen und- rissen und Gelenkzerstörungen, die oft zu einer funktionsbehindernden Instabilität und/oder Fehlstellung an Hand und Fingern führen.

Sehr häufig vorkommend an der Hand sind so genannte Nervenengpass-Syndrome, die leider manchmal erst zu spät diagnostiziert werden. Nächtliches Kribbeln, taube Finger und Schmerzen mit Ausstrahlung bis zum Schultergelenk weisen oft den Weg zur richtigen Diagnose. Bei dem am häufigsten vorkommenden Kapaltunnelsyndrom (CTS) kommt es infolge einer Einklemmung des Mittelnerv (N. medianus) im Karpaltunnel zu typischen Ausfällen und Einschränkungen an den Hand und den speichenseitigen Fingern. Bei der Kompression des Ellennervs in Höhe des Handgelenks (meist infolge eines Ganglion) zur Schwäche der kleinen Handmuskeln und Störungen an den ellenseitigen Fingern.

„Die Möglichkeiten, warum die Hände nicht mehr das machen, was sie eigentlich sollten, sind vielfältig. Die Handchirurgie umfasst die Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen von Haut, Knochen, Sehnen, Bändern, Gelenken, Blutgefäßen und Nerven in einem einzigen Organ“, erklärt Dr. Thomas Neubauer-Gartzke. Ein breites Thema also, das den Besuchern der Vortragsreihe am kommenden Dienstag im Klinikum Weiden näher gebracht wird.