Erkrankungen der Beinschlagadern, Durchblutungsstörungen der Beine

Klinik für Gefäßchirurgie

Durchblutungsstörungen der Beine (AVK = arterielle Verschlusskrankheit) sind häufig, ca. 1/3 der über 60-jährigen Patienten leiden daran.

Es werden verschiedene Stadien der Erkrankung unterschieden, die auch wesentlich die vorgeschlagene Therapie bestimmen.

  • Stadium I: Veränderungen an den Beinschlagadern werden festgestellt, der Patient ist jedoch beschwerdefrei
  • Stadium II: Es treten Beschwerden bei Belastungen auf
       
      a) eine schmerzfreie Gehstrecke von über 200 m ist möglich

      b) die schmerzfreie Gehstrecke beträgt weniger als 200 m, manchmal nur wenige Meter

  • Stadium III: Schmerzen treten in Ruhe auf
  • Stadium IV: Es liegen nicht abheilende Wunden oder „schwarze Stellen“
    (Nekrosen, Gangrän) an den Füßen vor.

Typisches Syndrom der arteriellen Verschlusskrankheit der Beine ist die „Schaufensterkrankheit“, d.h. es treten klassischerweise Schmerzen in den Waden bzw. in einer Wade nach einer bestimmten Gehstrecke auf. Je nach Ort der Engstelle bzw. des Verschlusses können sich allerdings die Beschwerden auch am Gesäß und an den Oberschenkeln bemerkbar machen.

Häufig sind die Symptome nur schwer von den Symptomen anderer Erkrankungen, z.B. der Wirbelsäule abzugrenzen.

Wir bieten unseren Patienten bei der geplanten Behandlung und im Notfall alle modernen Verfahren an.

  • Aufdehnen von Engstellen oder Wiedereröffnung von verschlossenen Gefäßabschnitten mit Kathetern, Aufdehnen (Katheterdilatation) von Engstellen und Einbringung von Gefäßstützen (Stents).
  • Operative Verbesserung der Durchblutung mittels Ausschälplastiken zur Beseitigung von Engstellen und die Bypassverfahren, mit denen verschlossene Gefäßabschnitte überbrückt werden.
  • Oberhalb des Kniegelenkes werden meist Kunststoffbypässe angelegt, unterhalb des Kniegelenkes Bypässe aus körpereigenen Venen. Diese Venenbypässe werden häufig auch bis auf die dünnen Unterschenkelarterien oder gar die Arterien des Fußes gesetzt.
  • Frische Verschlüsse von Gefäßabschnitten oder auch von Bypässen können häufig interventionell behandelt werden. Es werden dann unter anderem über Katheter Medikamente zur Auflösung von Blutgerinnseln in das verschlossene Gefäß eingebracht. Hierbei ist uns die Abteilung der diagnostischen und interventionellen Radiologie behilflich.
  • Häufig werden auch während einer Operation mehrere Verfahren kombiniert angewandt, z.B. das Aufdehnen eines Gefäßabschnittes vom offenen Gefäß aus und in gleicher Sitzung die Anlage eines Bypasses.

Da unsere Abteilung einen erfahrenen Gefäßchirurgen rund um die Uhr bereithält, können wir eine rasche und kompetente Behandlung im Notfall gewährleisten.

Im OP steht eine moderne Anlage zur Darstellung der Gefäße (Angiographie) zur Verfügung, 2014 auch ein OP mit einer besonderen Röntgenanlage (Hybrid-OP).