Historischer Rückblick

Klinikum Weiden

1808
In einer medizinischen Topographie des Landgerichtsbezirks Parkstein-Weiden fordert Stadtphysikus Dr. Joseph Steiner die Errichtung von Krankenhäusern. Der Grund: Das Armenhaus, das auch als Krankenhaus verwendet wird, ist in jeder Hinsicht unzureichend für die damals 2.050 Einwohner Weidens.

1834
Das Rückgebäude des Armenhauses, „Spittl“ genannt, wird mit zwei Krankenzimmern ausgestattet, in denen erkrankte Mägde, Knechte und Handwerksgesellen behandelt werden sollen, doch das Vorhaben scheitert an den Kosten.

1837
Eine Seuche geht durch die bayerischen Lande: die Cholera oder auch asiatische Brechruhr genannt. Im Hospital am Unteren Markt werden Betten zur Vorsorge aufgestellt. Man will daraus allmählich eine Krankenanstalt einrichten. Aber die Gegner eines Krankenhauses betrachten eine solche Einrichtung als Luxus und lehnen wieder ab.

1842
Eine erneute Cholera-Epidemie macht deutlich, dass die beiden Armenhäuser nicht ausreichend sind. Und die Krankenstube im Spital weist nur vier Betten auf, die allerdings nur aus Strohsäcken bestehen. Ein Krankenhaus gibt es immer noch nicht.

1848
Die Regierung der Oberpfalz fordert Vorschläge für ein Distriktkrankenhaus. Am 19. August wird ein Bauplan genehmigt.

1862
Das Distriktkrankenhaus wird in eine Lokalkrankenanstalt Weiden und in ein Distriktkrankenhaus für die umliegenden Gemeinden geteilt. Dienstboten werden kostenlos behandelt; Knechte und Mägde haben bestimmte Beträge abzuführen. Darin ist der Beginn einer Krankenkassen-ähnlichen Institution zu erkennen.

1863
Bald schon wird eine Erweiterung beziehungsweise Verlegung des Weidener Krankenhauses gefordert. Letzteres vor allem aus hygenischen Gründen: Im Hof des Hospitals gibt es immer noch einen Misthaufen und in den Hinterhöfen fließt die Jauche.

1889
Der Neubau eines Krankenhauses an der damaligen Neustädter Straße, heute Gabelsberger Straße, wird beschlossen.

1911
Weiden wird immer größer: Bei 14.000 Einwohnern muss das Krankenhaus wieder neu geplant werden. Im Oktober wird ein neuer Bau mit 52 Betten bezogen. Zum Kriegsbeginn 1914 verdoppelt sich die Bettenzahl, ein Großteil des Krankenhauses wird als Lazarett eingerichtet.

1945
Durch Flüchtlinge nach dem zweiten Weltkrieg liegt Weidens Einwohnerzahl jetzt bei 40.000 – Krankenhaus und Lazarette sind hoffnungslos überfüllt.

1954
An- oder Neubau? Nach langen Debatten wird am 17. Juli der Erweiterungsbau mit Platz für knapp 200 Betten übergeben. Zudem gehört jetzt eine Krankenpflegeschule zum Krankenhaus Weiden.

1961
Im März wird die Kinderklinik in Betrieb genommen. Sie gilt als modernste in der Oberpfalz.

1969 bis 1981
In dieser Periode gibt es eine Reihe von Neuerungen und Ausbauten wie die Frauenklinik, eine eigene Radiumstation, ein modernes Zentrallabor, eine Kinderkrankenpflegeschule und eine Urologie.

ab 1980
Kaum ist ein „Ausbau“ abgeschlossen, wird erneut über eine Erweiterung diskutiert. Im Stadtrat kommt es, ähnlich wie in den fünfziger Jahren, zu einer Diskussion darüber, ob das Krankenhaus erweitert oder völlig neu gebaut werden soll. Die Entscheidung fällt zu Gunsten des Ausbaus. Nach einem Architekturwettbewerb im Jahr 1980 dauern die Baumaßnahmen bis nach der Jahrtausendwende an. Der Grund für die ständigen Erweiterungen liegt übrigens darin, dass Krankenhauseinrichtungen nach spätestens 20 bis 25 Jahren völlig überaltert sind.

1. Bauabschnitt 1985–1988
Teilsanierungen
Neubau zentraler Untersuchungs- und Behandlungsräume
Bausumme: 16,6 Mio. DM

2. Bauabschnitt 1989–1991
Errichtung der Tiefgarage
Heizzentrale
Bausumme: 27,7 Mio. DM

3. Bauabschnitt 1992–1995
Neubau Bettentrakt
Neubau Strahlentherapie
Bausumme: 40 Mio. DM

Kinderklinik 1996–1998
Neubau Kinderklinik
Bausumme: 22,5 Mio. DM

4. Bauabschnitt 2000–2007
OP-Zentrum mit Aufwachraum
Intensivstationen operativ/internistisch
Entbindungsabteilung mit Sectio-OP
Administrative Räume für Anästhesie
Neurologische Klinik
Radiologie mit digitalen Röntgengeräten incl. PACS/RIS
Zusammenlegung der Verwaltungsräume
Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung (Zertifiziert nach RKI)
Nuklearmedizinische Abteilung
Bausumme: 66,5 Mio. DM

Nach oben