Gastroenterologie

Medizinische Klinik I

Die Gastroenterologie befasst sich mit Diagnostik, Therapie und Prävention von Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sowie der mit diesem Trakt verbundenen Organe Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse.

Erkrankungen an diesen Organen können durch verschiedenartige Ursachen ausgelöst sein. Die Symptome können dabei sehr variabel sein (z.B. Gewichtsverlust, Ikterus, Schmerzen, Koliken, Diarrhoe, intestinaler Blut- und Eisenverlust etc.). Differentialdiagnostisch müssen z.B. oft Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, funktionelle und psychosomatische Störungen überlegt werden und von Entzündungen, Infektionen, Steinbildungen oder Neoplasien abgegrenzt werden.

Die Klinik betreut in hoher Frequenz Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitisulcerosa) und Pankreaserkrankungen. Für Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen steht eine Spezialsprechstunde zur Verfügung. Die Anmeldung kann jederzeit über das Sekretariat (Telefon: 0961 303-3102) erfolgen.

Gastroenterologisches Funktionslabor

Funktionelle Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes spielen in der Gastroenterologie eine erhebliche Rolle. Neben der morphologischen Diagnostik (Endoskopien, Ultraschall etc.) ist hierbei die funktionelle Diagnostik (Verdauung, Organfunktion) vielfach unabdingbar.

Da die Krankheitsbilder sehr vielfältig sein können, bieten wir folgende diagnostische Verfahren an:

  • High-Resolution-Ösophagus-Manometrie (z.B. bei Schluckbeschwerden)
  • Analmanometrie (z.B. Stuhlinkontinenz)
  • 24h-pH-Metrie inkl. Impedanzmessungen (z.B. bei gastroösophagealer Refluxerkrankung),
  • Malabsorptionsatemtests (Atemtests) von Laktose, Fructose oder Laktulose (z.B. bei Dünndarmerkrankungen)
  • C13-Atemtest (Helicobacterpylori)
  • Colontransitzeit (z.B. bei Obstipation)

Termine für ambulante Untersuchungen im Funktionslabor vereinbaren Sie bitte über das Chefarztsekretariat.

Telefon: 0961 303-3102

Endoskopiezentrum

Die Endoskopieabteilung unserer Klinik stellt ein äußerst modernes endoskopisches Zentrum dar.

In vier Untersuchungsräumen werden pro Jahr mehr als 6.000 endoskopische Untersuchungen durchgeführt. Das Leistungsangebot umfasst alle gängigen diagnostischen und therapeutischen Endoskopien und endosonographischen Verfahren am gesamten Magen-Darmtrakt inklusive der Gallenwege und Bauchspeicheldrüse sowie am Bronchialsystem.

Für die umfassende endoskopische Versorgung unserer Patienten steht außerhalb der Regelarbeitszeit ein fachärztlicher Bereitschaftsdienst rund um die Uhr zur Verfügung, der alle im Notfall notwendigen diagnostischen und therapeutischen Endoskopien durchführen kann.

Erreichbarkeit

Montag bis Freitag von 7:30 Uhr bis 16:00 Uhr oder persönlich in den Räumen des Endoskopiezentrums

24-Stunden-Notdienst

Notaufnahme: 0961 303-4100
Pforte: 0961 303-0

Neben den diagnostischen Standardverfahren der Endoskopie bieten wir sämtliche therapeutischen Eingriffe am Magen-Darmtrakt, dem Gallengangsystem und der Bauchspeicheldrüse sowie des Bronchialsystems an.

Im Weiteren können weitere Maßnahmen durchgeführt werden:

Betrachten des Magens, der Speiseröhre und des Zwölffingerdarms mittels eines ultrahochauflösenden flexiblen Videogastroskops.

  • Videogastroskopie und Chromoendoskopie
  • Sämtliche Blutstillungsverfahren (Argon-Beamer, Unterspritzungen, Clipping, Koagulation)
  • Therapie der Ösophagus- und Fundusvarizenblutung (Unterspritzung mit Acrylat, Sklerosierung, Ligatur, Notfallstenting, Ballonsonde)
  • Prothesenimplantationen (Kunststoffprothesen, Metallendoprothesen mit und ohne Ummantelung)
  • Mukosektomie zur Therapie von Adenomen, Dysplasien und Frühkarzinomen im oberen Gastrointestinaltrakt
  • Endoskopischesubmukosale Dissektionen (ESD) bei hochgradigen Dysplasien oder Frühkarzinomen im Ösophagus und Magen
  • Endoskopische Therapie des Zenkerschen Divertikels
  • Dysplasien bei Barrett-Oesophagus (Argon-Beamer, Mukosektomien)
  • Ablation des Barrett-Ösophagus (www.Barrx.com)
  • Lokalbehandlung von benignen oder malignen Stenosen im oberen Gastrointestinatrakt (Bougierung, Dilatation oder Metallstentimplantation)
  • Therapie von Oesophagusfisteln (postoperative und maligne Fisteln)
  • Fremdkörperentfernungen
  • Perkutane endoskopische Gastrostomie und Jejunostomie
  • NOTES: (Natural OrificeTransluminalEndoscopicSurgery) d.h. Endoskopie und Therapie via natürliche Körperöffnungen

Betrachten des Mastdarmes, des Dickdarmes und des unteren Teils des Dünndarmes mittels eines ultrahochauflösenden flexiblen Videogastroskops (Koloskopie) oder eines starren Endoskops (Prokto-Rektoskopie).

  • Proktologische Untersuchungen
  • Therapie der Analvenenthrombose
  • Ligaturbehandlung bei Hämorrhoiden
  • Hochauflösende Videokoloskopie mit NBI-Technologie
  • Chromoendoskopie
  • Sämtliche Blutstillungsverfahren (Argon-Beamer, Unterspritzungen, Clipping, Koagulation)
  • Polypabtragungen unter Einsatz aller technischer Möglichkeiten (Endoloop, Mukosektomie, Endoskopische Submukosaresektion, Vollwandresektion (FTRD System). Weitere Infos unter www.ovesco.com )
  • Angiodysplasietherapie
  • Selbstexpandierende Metallendoprothesenzur Behandlung von Tumorstenosen
  • Dilatation von benignen Stenosen (M. Crohn, postoperativ

Betrachten des gesamten Dünndarms mittels eines speziellen ultrahochauflösenden flexiblen Endoskop (Single-Ballon-Technik).

  • Videoduodenoskopie und Chromoendoskopie
  • Sämtliche Blutstillungsverfahren (Argon-Beamer, Unterspritzungen, Clipping, Koagulation)
  • Mukosektomie zur Therapie von Adenomen im Dünndarm
  • Endoskopisch-retrograde Cholangiopankreatikographie, diagnostisch und therapeutisch

Radiologische Darstellung von Gallengang, Gallenblase und Pankreasgang sowie Therapie an Gallen- und Pankreasgang.

  • Papillotomien an Haupt- und Nebenpapille
  • Biopsien aus Pankreas- und Gallengang
  • Steinentfernung aus Gallen- und Pankreasgang
  • Extracorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL) von Gallen- und Pankreasgangsteinen
  • Mechanische Lithotripsie
  • Dilatationen in Gallengang und Pankreasgang
  • Plastik- und Metallstentimplantationen in den Gallen- und/oder Pankreasgang
  • Nasobiliäre und nasopankreatische Sonden
  • Verschluss von Leckagen am Gallen- und Pankreasgang (z.B. postoperativ)
  • Transduodenale, transgastrische und transpapilläre Pseudocystendrainagen

Eine Cholangioskopie stellt eine direkte Endoskopie der Gallenwege oder des Pankreasgangs dar. Dies kann mittels eines dünnen Endoskops durch den Arbeitskanal eines dickeren ERCP-Gerätes (Mother-Baby-Technik) oder direkten Einführung eines Endoskops in de Gallengang erfolgen.

  • Gezielte Biopsien aus Gallen- und Pankreasgang
  • Steintherapie im Gallengang

Zugang zum Gallengang perkutan, danach radiologische Darstellung von Gallengang und Gallenblase sowie Therapie an Gallengang.

  • Biopsien aus Gallengang
  • Steinentfernung aus Gallengang
  • Dilatationen vom Gallengang
  • Drainageeinlage oder Metallstentimplantationen in den Gallengang (auch im Rendezvous-Verfahren [transpapillär])
  • Verschluss von Leckagen am Gallengang (z.B. postoperativ)

Die Videokapsel für den Dünndarm ist eine sich frei bewegende sehr kleine Digitalkamera, die einschließlich Beleuchtung, Steuer- und Sendeelektronik sowie den Batterien eine Abmessung von ca. 26 mm Länge und etwa 11 mm Durchmesser aufweist.

Die in unserer Klinik verfügbare neueste Kapselgeneration passt die Bildaufnahmefrequenz der Geschwindigkeit an, mit der sich die Kamerakapsel im Darm bewegt: bei langsamer Geschwindigkeit werden zwei Bilder pro Sekunde aufgenommen, in schnellen Passagen dagegen sechs Bilder pro Sekunde.

In unserer Endoskopieabteilung ist auch die Kapselendsokopie des Dickdarms möglich. Die Videokapsel für den Dickdarm hat zwei Kameraköpfe: an jedem Ende eine. Dadurch können hinter Falten liegende Areale besser visualisiert werden.

Endoskopie mit Ultraschallsonde am distalen Ende, die über natürliche Körperöffnungen in die Nähe der zu untersuchenden Strukturen (Magenwand, Bauchspeichdrüse, Gallengang etc.) gebracht werden.

  • Ausdehnungsdiagnostik (Staging) bei Tumoren des oberen und unteren Gastrointestinaltraktes
  • Diagnostik von Veränderungen im Gallen- oder Pankreasgang (Gallengangssteine, Pankreaszysten etc.)
  • Endosonographisch gesteuerte Punktionen (periösophagealeLymphome, Pankreastumoren)
  • Endosonographisch gesteuerte Therapien (Pseudocystenpunktionen, Drainageneinlagen, Metallstenteinlagen in den Gallengang transgastrisch etc.)

Die Bronchoskopie oder Spiegelung der Bronchien ist ein in der Pneumologie vielfältig einsetzbares Verfahren. Hierbei wird ein endoskopisches Gerät unter Sichtkontrolle über die Atemwege vorgeschoben und erlaubt durch eine eingebaute Optik die Betrachtung, Untersuchung und Behandlung der größeren Atemwege von innen.

  • Flexible und Bronchoskopie
  • Diagnostik bei Infektionen und Lungentumoren (Lavage, Biopsie, transbronchiale Biopsie, transbronchiale Punktion etc.)
  • Endobronchiales Stenting
  • Endobronchiale Tumorreduktion und Gewebeprobeentnahme mittels flexiblem Kryosonden System

Ein besonderer Schwerpunkt der Klinik stellt in Zusammenarbeit mit dem Institut für interventionelle Radiologie die Behandlung von Patienten mit schweren Verläufen einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pakreatitis) dar.

Hier werden sowohl endoskopische (transgastrisch, transduodenal etc.) als auch perkutane Nekrosektomien durchgeführt.

Ultraschallzentrum


Ein traditioneller Schwerpunkt am Klinikum Weiden ist die Utraschall- Diagnostik. Unsere Klinik leitet gemeinsam mit der Klinik für Gefäßchirurgieund dem Institut für radiologische Diagnostik und interventionelle Radiologie ein interdisziplinäres Ultraschallzentrum.

Jährlich werden mehr als 13.000 Ultraschall-Untersuchungen durchgeführt. Die Abteilung verfügt über moderne High-End Geräte der neuesten Generation. Mit der immer besseren Auflösung der Geräte werden detaillierte Bilder der inneren Organe erzeugt. Vorteile der Ultraschall-Diagnostik gegenüber anderen bildgebenden Verfahren liegen in der breiten Verfügbarkeit, den geringen Kosten und der Abwesenheit von Röntgenstrahlung.

Informationen zur Vorbereitung: Die Untersuchung sollte möglichst in nüchternem Zustand durchgeführt werden, da zum Beispiel eine Tasse Kaffee kurz vor der Untersuchung bereits ein Zusammenziehen der Gallenblase hervorrufen und damit die Feststellung von Gallensteinen erschweren kann. Für die Untersuchung der Harnblase, der Prostata, der Gebärmutter und der Eierstöcke ist eine gefüllte Harnblase vorteilhaft, da hierdurch die Einsehbarkeit verbessert ist.

Die Untersuchung wird in Rückenlage durchgeführt. Zur Ankopplung des Ultraschallkopfes an die Haut wird ein Kontaktgel auf die Bauchhaut aufgetragen. Damit die Organe des Oberbauches besser einsehbar sind, werden Sie wiederholt aufgefordert werden, tief einzuatmen und die Luft anzuhalten.

Die Sonographie hat keine Nachwirkungen. Bis heute sind keine Hinweise für eine schädigende Wirkung der Ultraschallwellen bekannt. Nach der Untersuchung können Sie ohne Risiko wieder am Straßenverkehr teilnehmen oder Auto fahren.

Von großer Bedeutung für die Gastroenterologie ist die Beurteilung der Organe des Bauchraumes. Besonders gut darstellbar sind Leber, Gallenblase, Gallenwege, Bauchspeicheldrüse, Nieren, Lymphknoten und Bauchgefäße. Die Abbildung der Organe ermöglicht das Erkennen krankhafter Veränderungen.

So können zum Beispiel Gallenblasensteine, Zysten, gut- und bösartige Tumore dargestellt oder Veränderungen der Leber bei Leberzirrhose beurteilt werden.Die Untersuchung wird am liegenden Patienten durchgeführt.

Der Kontakt zwischen Ultraschallkopf und Haut wird zur besseren Schallleitung durch ein wasserlösliches Gel optimiert. Die Untersuchung dauert zwischen 5 und 15 Minuten. In vielen Fällen kann die Ultraschalluntersuchung die Computertomographie (Röntgenstrahlung) oder die Kernspintomografie ersetzen.

Eine spezielle Technik (Doppler/ Duplex) ermöglicht den Blutfluß in den Gefäßen oder die Durchblutung von Geweben zu bestimmen. Dies kann farblich angezeigt und auch quantifiziert werden.

Die Methode ist insbesondere für Leberpatienten von großer Bedeutung, da wir Aufschluß über die Gefäßversorgung der Leber, mögliche Ursachen einer Lebererkrankung (Budd-Chiari-Syndrom), über Umgehungskreisläufe bei Verschluß der Pfortader, die Durchblutung einer transplantierten Leber oder die Offenheit eines TIPS (Lebershunt) erhalten.

Mittels hochwertiger Schallköpfe können die Wandschichten des Magendarmtraktes im Detail dargestellt werden. Mit dieser Methode sind entzündliche Veränderungen wie z.B. bei Appendizitis, bei Divertikulitis oder bei chronisch entzündlichen Darmerkankungen (M. Crohn/Colitisulcerosa) gut darstellbar.

Speziell bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkankungen setzen wir die Darmsonographie zur Verlaufskontrolle ein.

Bei der KM-Sonographie wird kein Kontrastmittel im eigentlichen Sinne gegeben sondern vielmehr ein Mittel zur verbesserten Schallreflexion. Hierzu werden winzige Gasbläschen intravenös injiziert.

Diese Bläschen können vom Ultraschall mit hochauflösende Ultraschallgeräten in den Gefäßen und Organen dargestellt werden.

Speziell in der Leber können mit der KM-Sonographie gutartige von bösartigen Tumoren oder Metastasen sicher unterschieden werden. Die KM-Sonographie ist in den Händen geübter Untersucher gleichwertig mit einer CT- oder Kernspinuntersuchung. Da kein Jod wie bei üblichen bekannten Kontrastmitteln appliziert wird, besteht keine Gefährdung z.B. bei Schilddrüsenvorerkrankungen.

Die Ultraschalltechnik ermöglicht auch eine gezielte Probenentnahme (Feinnadelpunktion) aus Organen. In unserer Abteilung werden auf diese Weise Raumforderungen u.a. in der Leber, Schilddrüse etc. abgeklärt.

Nach Kontrolle der Blutgerinnung wird unter sterilen Bedingungen und nach einer örtlichen Betäubung mit einer dünnen Nadel unter Ultraschallkontrolle eine Gewebeprobe entnommen. Diese wird anschließend mikroskopisch untersucht. Hierdurch ist in den meisten Fällen eine Sicherung der Diagnose möglich. Dies hat für die weitere Therapie entscheidende Konsequenzen.

Die Ultraschalltechnik wird auch genutzt um bei Infektionen des Bauchraumes gezielt Ableitungen (Drainagen) zu legen.

Dadurch kann in der Regel eine Operation vermieden werden.

Einen zunehmenden Stellenwert nimmt derzeit auch die Durchführung der intraoperativen Ultrasonographie inklusive Einsatz mit Kontrastmittel ein.

Es handelt sich um ein hochgradig präzises Verfahren zur Lokalisation von Lebertumoren oder Metastasen.

Dabei werden auch Verfahren wie „Goldmarkierungen“ in Zusammenarbeit mit dem Strahlentherapeuten zum Einsatz gebracht.

Schon im Praktischen Jahr findet für unsere Medizinstudenten eine erste aktive Anleitung in der Sonographieabteilung statt.

Während der Weiterbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin, für Innere Medizin, Gastroenterologie oder Rheumatologie wird Wert auf eine qualifizierte strukturierte Ausbildung im Ultraschall gelegt. Es erfolgt Einzelteaching durch den verantwortlichen Oberarzt und ebenso eine regelmäßige Rotation zur kontinuierlichen Ausbildung der Assistenten.

Ein Curriculum zur Ultraschallweiterbildung mit entsprechenden Lernzielen dient Weiterzubildenden wie Anleitenden zur Orientierung.

Leitstelle Ultraschallzentrum

Montag bis Freitag von 07:30 Uhr bis 16:30 Uhr
Telefon: 0961 303-4320

Termine für ambulante Ultraschalluntersuchungen vereinbaren Sie bitte über das Chefarztsekretariat.
Telefon: 0961 303-3102