Erkrankungen des ZNS

Neurologische Klinik

Degenerative Erkrankungen des zentralen Nervensystems

Hierunter fällt das „vorzeitige Altern“ bestimmter Nervenzellverbände des ZNS, die je nach Lokalisation unterschiedliche Krankheitsbilder zur Folge haben. Während der Morbus Parkinson zu den gut behandelbaren Erkrankungen gehört, sind andere Erkrankungen wie die Alzheimer-Demenz oder Erkrankungen im Bereich des motorischen Systems (amyotrophe Lateralsklerose: vorzeitiger Verlust von Nervenzellen, die die Muskeln steuern) weniger beeinflussbar.

Gerade letztere Erkrankung erfordert große Kompetenz bei der Auswahl der unterstützenden Therapie, um die krankheitsbedingte Behinderung zu lindern.

Stoffwechselerkrankungen des zentralen Nervensystems

Diese Erkrankungen zeigen sich oftmals bereits in der Kindheit und werden deshalb von Kinderärzten behandelt – auch hier ist die Zusammenarbeit mit dem Neurologen jedoch wichtig.

Wenn sich eine Stoffwechselerkrankung erst im Erwachsenenalter manifestiert, müssen wir ein umfangreiches Spektrum berücksichtigen.

Vererbbare Erkrankungen des zentralen Nervensystems

Hierunter fallen verschiedene meist fortschreitende Erkrankungen, die bestimmte Teile des Gehirns (Hirnstamm, Kleinhirn, Stammganglien u.a.) betreffen und zu deren Abklärung wir die Molekulargenetik hinzuziehen müssen.

Insbesondere zu nennen sind Chorea Huntington und spinocerebelläre Ataxien sowie der Morbus Friedreich.

Hirnhautentzündungen (Meningitis) und Gehirnentzündungen (Enzephalitis) durch Viren, Bakterien, Pilze oder auch Gefäßentzündungen, deren Diagnostik und Therapie fallen in den Kompetenzbereich der Neurologen.

Die Behandlung der oftmals schwerkranken Patienten erfolgt interdisziplinär unter Einbeziehung der internistischen Intensivmedizin.
Zur Diagnostik ist oftmals eine Lumbalpunktion (auch Liquorpunktion oder „Nervenwasseruntersuchung” genannt) nötig.

Diese Untersuchung hilft bei der Abklärung von Entzündungen des Nervensystems, so zum Beispiel Hirnhautentzündung und von Zecken übertragenen Entzündungen.

Notwendig dazu ist die Entnahme von etwa 2-5 Milliliter Liquor („Nervenwasser”) im Bereich der Lendenwirbelsäule. Die Untersuchung wird oft fälschlich „Rückenmarkspunktion” genannt. Auf der Höhe der Punktion befindet sich aber gar kein Rückenmark, sondern nur ein „Sack” mit Liquor („Nervenwasser”, weil die Flüssigkeit normalerweise klar wie Wasser ist) und Nervenfasern. Das Rückenmark kann also nicht verletzt werden.

Die Untersuchung ist auch nicht sehr schmerzhaft. Gelegentlich können Kopfschmerzen auftreten, die rasch zurückgehen. Zu dieser Art von Behandlung müssen Sie Ihre Einwilligung geben. Ein Stationsarzt erklärt Ihnen den Ablauf anhand eines Aufklärungsblattes zuvor ausführlich.

Hierunter versteht man die Erkennung und Therapie von gut- und bösartigen Tumoren des Nervensystems im Bereich von Gehirn und Rückenmark.

Die Unterscheidung von Metastasen sowie von Raumforderungen, die nicht durch Tumore, sondern z.B. durch Entzündungen wie Abszesse zustande kommen, spielt eine große Rolle.

Die Behandlung der Tumore nehmen oft Neurochirurgen, aber auch Strahlentherapeuten vor. Die manchmal notwendige Chemotherapie erfolgt in Zusammenarbeit von Neurologen und Internisten.