Harnröhrenplastik

Klinik für Urologie, Andrologie und Kinderurologie

Ausgeprägte wiederkehrende Harnröhrengen erfordern bei einigen Patienten ein gesondertes Vorgehen. Die so genannte Mundschleimhautplastik hat sich hier sehr gut bewährt.

Entscheidend ist die vollständige Entfernung und/oder Eröffnung der narbigen Enge und saubere Einnaht des freien Transplantats.

Postoperativ sollte nicht vor 8 Tagen mit dem Wasserlassen begonnen werden. Aus diesem Grund ist eine suprapubische Katheterharnableitung notwendig.

  • Aufklärung des Patienten mit Analyse/Besprechung der bisherigen Befunde
  • Vor der Operation Harnröhrenkontraströntgen (= Urethrozystogramm) und Sonographie
  • Ausschluss eines Harnwegsinfektes
  • Um den Zeitpunkt der Operation Gabe von Antibiotika
  • Rückenlagerung oder Steinschnittlagerung, je nach Lokalisation der Enge
  • Allgemeinanästhesie (Narkose)
  • Hautdesinfektion des Genitale und Unterbauchs und steriles Abdecken
  • Getrenntes steriles Abdecken des Kopfes mit freiem Mund und hier Schleimhautdesinfektion
  • Auffüllen der Blase mit Kochsalzlösung über kleinen Einmalkatheter, sofern möglich
  • Anlage eines suprapubischen Blasenkatheters
  • Markierung der Höhe der Striktur/Enge mit Stift auf der Haut
  • Scott-Sperrer (= Haltegerät) und vorsichtige Freilegung der Schwellkörper (Corpus spongiosum) und der Harnröhre (=Urethra) über der Striktur
  • Bei Blutstillung sparsame Verwendung der Elektrokoagulation (bipolar)
  • Anzügeln der Urethra bzw. des Harnröhrenschwellkörpers (Corpus spongiosum)
  • Eröffnen der Harnröhre über der Striktur bis ins Gesunde und Entscheid, ob eine Resektion durchgeführt werden muss
  • Feuchthalten des OP-Gebietes
  • Überbrücken der Harnröhre (Urethra) mit einem 14 Charr. Katheter, nicht geblockt oder mit einem weichen Einmalkatheter
  • Vorsichtige oberflächliche Entnahme eines passenden Mundschleimhautstückes (im Allgemeinen rechteckig) aus der Unterlippe, die zuvor umgeklappt und temporär mit Haltefäden festgenäht wird.
  • Evtl. zusätzliche Entnahme von Mundschleimhaut aus der Wange (cave: Speichelausführungsgang), Blutstillung
  • Orale Blutstillung und reichlich Salbenapplikation, Kompresse, Lösen der Haltefäden
  • Aufspannen der Mundschleimhaut und Entfetten der Schleimhaut, bis diese knapp durchscheinend ist. Stetes Feuchthalten!
  • Spannungsfreie Einnaht der Mundschleimhaut über die Striktur als Patch oder Rohr mit dünnem monofilem Faden 5-0 oder 6-0; je nach Länge und Situation fortlaufende spannungsfreie Naht
  • Einmalkatheter ca. 10-14 Charr. wird gekürzt, als „Schiene“ belassen und an der Eichel festgenäht
  • Subkutannaht, evtl. Drainage, Hautnaht
  • Kontrolle der Mundschleimhautentnahmestelle auf Blutungen
  • Steriler Verband mit der Möglichkeit der Kontrolle der Penisspitze
  • Konsequente antibiotische Prophylaxe für 21 Tage
  • 2-3 Tage flüssige Kost, 2xtgl. Salbe auf die Mundschleimhautentnahmestelle
  • Erektionsprophylaxe mit z.B. Benzodiazepinen (Beruhigungsmittel) für 1 Woche
  • Katheter-Entfernung in ca. 8-10 Tagen
  • Miktionsversuch bei liegendem suprapubischen Katheter am 10-14. post-OP Tag
  • Miktionskontrolle (Flow, Restharn), regelmäßige urologische Nachsorge