Penisprothese

Klinik für Urologie, Andrologie und Kinderurologie

Die Implantation einer Corpus cavernosum Prothese („Penisprothese“) stellt in der
Stufentherapie der erektilen Dysfunktion (Impotenz) den letzten Schritt dar, um Patienten zu helfen, die auf PDE5-Inhibitoren (z.B. Viagra, Lavitra, Cialis) oder Prostaglandin-Injektionen nicht oder nicht mehr ansprechen.

Der Schwellkörper wird durch eine hydraulische Prothese ersetzt. Das Verfahren ist lange etabliert und weist bei richtiger Indikation und Operation sehr gute Ergebnisse und Zufriedenheitsraten bei Patienten und Partnerinnen (ca. 80%) auf.

Hauptkomplikationen sind Infektion und mechanische Defekte. Die kosmetischen Resultate sind hervorragend. Das Implantat ist äußerlich nicht sichtbar. Verwendet werden in der Regel dreiteilige hydraulische Prothesen. Eine sehr gründliche Aufklärung der Patienten ist unabdingbar. In der Regel muss die Kostenübernahmeerklärung des zuständigen Kostenträgers eingeholt werden.

  • Aufklärung des Patienten mit Dokumentation
  • Prüfen der manuellen Geschicklichkeit des Patienten
  • Überprüfen der Kostenübernahmeerklärung durch die Krankenkasse
  • Ausschluss eines Harnwegsinfektes, Urinstatus, am Vortag Kamille-Bad
  • Rasur unmittelbar vor OP
  • Perioperative Antibiose (Cephalosporin)
  • Rückenlagerung mit leicht gespreizten Beinen
  • Abwaschen und Hautdesinfektion des Genitale und Unterbauchs über mindestens 10 Minuten
  • Steriles Abdecken, 2 Paar Handschuhe für alle Operateure
  • DK-Einlage, Leeren der Blase
  • Zugangsweg am penoskrotalen Übergang, Hautschnitt ca. 5 cm
  • Freilegen der Schwellkörper, Scott-Sperrer (= Haltegerät)
  • Paarige Haltenähte an den Schwellkörpern, Eröffnen eines Schwellkörpers
  • Bougieren der Schwellkörper nach distal und proximal mit speziellen Instrumenten,Ausmessen der Schwellkörperlänge
  • Gleiches Vorgehen für beide Schwellkörper – Auswählen der Prothese (z.B. 16+2), evtl. Verlängerungen proximal
  • Einzug der Prothese in die Schwellkörper, Lagekontrolle
  • Naht der Schwellkörper
  • Handschuhwechsel
  • Vorbereitung der prävesikalen Reservoirlage, Öffnen der Faszie, digitale Kontrolle
  • Entlüften des Reservoirs und der Pumpe
  • Einbringen des Reservoirs prävesikal – Füllen des Reservoirs mit NaCl-Lösung
  • Vorbereiten des skrotalen Bettes für den Pumpmechanismus, Durchzug der Schläuche
  • Einlage der Pumpe subkutan im Hodensack „seitlich hinter“ dem Hoden
  • Saubere Konnektierung aller Verbindungen evtl. Winkelverbindungen, Spülung mit NaCl
  • Funktionsprüfung der Prothese – dann Prothese zu ca. 90% aufpumpen
  • Spülung der Wunde mit Antibiotikalösung
  • DK offen ableiten
  • Subkutannähte, Hautnähte mit Vicryl rapid, Steriler Verband
  • post-OP Tag Prothese auf 50% ablassen, am 2. Post-OP Tag komplett ablassen
  • Konsequente Antibiose für 8 Tage
  • Bettruhe für 2 Tage, Thromboseprophylaxe
  • Milde Schmerzmedikation mit z.B. Paracetamol
  • Katheter-Entfernung am 1. post-OP Tag
  • Systemaktivierung erst nach 3-4 Wochen ambulant – Anleitung des Patienten, wie das Implantat zu bedienen ist
  • Erster Geschlechtsverkehr nach ca. 4-5 Wochen
  • Regelmäßige urologische Kontrollen
  • Eigene Ergebnisse Stand Januar 2013 (Universität zu Köln und Klinikum Weiden)
Gesamtzahl der operierten Patienten zur Schwellkörperprothese seit 2001: 51
Jüngster Patient 27 Jahre – Ältester Patient 74 Jahre
Gutes funktionelles Ergebnis: 42
Unbefriedigendes Ergebnis: 5
Keine adäquate Nachsorge: 4

Komplikationen

Größere Blutung mit Nachoperation 3
Kurzfristiger Harnverhalt 2
Nicht-urologische Probleme (z.B. Lungenentzündung) 2