Zentrum für Interstitielle Cystitis (IC/BPS) und Beckenschmerz

Klinik für Urologie, Andrologie und Kinderurologie

Chronischer Beckenschmerz (CPP) kann sowohl Männer als auch Frauen betreffen. Er charakterisiert sich durch permanenten oder immer wiederkehrenden Schmerz über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten. Eine spezielle Form des chronischen Beckenschmerzes stellt die Interstitielle Cystitis / das Blasenschmerzsyndrom (IC/BPS) dar. Hierbei handelt es sich um eine nicht-infektiöse chronische Harnblasenerkrankung, die von (Blasen-) Schmerzen, starkem, z.T. imperativem Harndrang, häufigem Wasserlassen und nächtlichen Toilettengängen geprägt ist.

Die Ursachen für den chronischen Beckenschmerz und die IC/BPS im Speziellen sind vielfältig. In gleicher Weise existieren auch zahlreiche „verwechselbare Erkrankungen”, Differenzialdiagnosen also, die es auszuschließen gilt. Der Weg zur richtigen Diagnose ist damit für Patient/in und Arzt/Ärztin lange und zum Teil beschwerlich und fordert von beiden Seiten viel Geduld.

Aufgrund der Komplexität der Erkrankung ist es sinnvoll und notwendig, die Abklärung in einem speziellen Zentrum durchführen zu lassen. Ein solches Zentrum existiert nun seit 2018 am Klinikum Weiden unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dr. phil. Thomas Bschleipfer, Chefarzt der Klinik für Urologie, Andrologie und Kinderurologie.

In diesem Zentrum kümmern sich unterschiedlichste Fachdisziplinen gemeinsam, die richtige Diagnose zu finden. Darüber hinaus ist es ein wichtiges Ziel, ein für die Patientin/ den Patienten individuelles therapeutisches Konzept zu entwickeln.

Abklärung der Symptomatik

Vor einem ersten Termin werden den Patientinnen / Patienten folgende Unterlagen zugesandt:

  • spezielle Fragebögen
  • ein Schmerztagbuch und
  • ein Toilettentagebuch (Miktionstrinkprotokoll)

Diese bitten wir ausgefüllt mit einer Kopie der bisherigen Gesundheitsunterlagen zurückzusenden. Neben ausführlichen Beratungsgesprächen und allgemeinen körperlichen Untersuchungen können Untersuchungen wie Blasendruckmessungen, Blasenspiegelungen ohne und mit Narkose, Blasendehnung oder zusätzliche Gewebeprobeentnahmen zur Diagnosesicherung nötig sein. Eine Histologie zum Ausschluss eines Carcinoma in situ (spezieller Blasentumor) sollte grundsätzlich durchgeführt werden.

Spezielle technisch-apparative Ausstattung des Zentrums

  • krankheitsbezogene Fragebögen
  • Perineal- / lntroitussonographie
  • Urodynamischer Messplatz/ Videourodynamischer Messplatz
  • Zystoskopie ohne/ mit Narkose & Hydrodistension
  • Photodynamische Zystoskopie (Hexvix)
  • Transurethrale Resektion/ Laser
  • Physionizer zur EMDA-Therapie
  • Radiologische Diagnostik
  • Spezielle Aufarbeitung in der Pathologie
  • Rektoskopie
  • Laparaskopie

Therapiespektrum

  • Verhaltenstherapie/ Urotherapie
  • Physiotherapie
  • Elektrotherapie
  • Biofeedback
  • Medikamentöse orale Therapie
  • Schmerztherapie
  • Blaseninstillationstherapie
  • Elektromotive Medikamentenapplikation (EMDA)
  • Botulinumtoxin-Therapie / anderweitige lnjektionstherapien
  • Resektion/ Laser/ Fulguration von Ulzera und Rhagaden
  • Sakrale oder pudendale Neuromodulation
  • Blasenaugmentation
  • Zystektomie mit kontinenter / inkontinenter Harnableitung

Therapeutische Möglichkeiten

Chronischer Beckenschmerz und noch vielmehr die IC/BPS sind kaum kausal zu therapieren. Ziel ist es daher, folgendes zu erreichen:

  • Verringerung der vorhandenen Schmerzen
  • bessere psychische Verarbeitung der Schmerzen
  • Reduktion der Toilettengänge (v.a. nachts)
  • deutliche Verbesserung der Lebensqualität

Therapiekonzepte sollen deshalb interdisziplinär abgestimmt und individuell auf Sie zugeschnitten sein. Hier steht ein breites Spektrum an oralen Medikamenten, intravesikalen Therapieverfahren und interventionellen / operativen Optionen zur Verfügung. Die Therapie richtet sich nach den aktuell gängigen Leitlinien.

Termine

Dienstag und Donnerstag (nach telefonischer Vereinbarung)

Kliniken Nordoberpfalz AG – Klinikum Weiden Söllnerstraße 16 – 92637 Weiden
Tel.: 0961 / 303-3325
Fax: 0961 / 303-4405
E-Mail: Katrin Hanauer oder Urologie