Kooperation & Zentren

Klinik für Urologie, Andrologie und Kinderurologie

Prostatakarzinomzentrum

Neben den beschriebenen allgemeinen Leistungsmerkmalen besteht seit 04.12.2007 das interdisziplinäre Prostatazentrum im Klinikum Weiden, zertifiziert nach DIN EN ISO 9000:2001 durch die Deutsche Krebsgesellschaft. Damit sind wir das erste zertifizierte Prostatakarzinomzentrum nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) in Bayern.

In diesem Zusammenhang ist eine interdisziplinäre Prostatakrebssprechstunde etabliert, damit Patienten und ihre Angehörige optimal beraten werden können.

Studienzentrum Nordoberpfalz

Nach erfolgreicher Zertifizierung des Prostatakarzinomzentrums, der angestrebten Zertifizierung des Darmzentrums und des bestehenden Brustzentrums besteht nun seit Januar 2008 ein Studienzentrum im Klinikum Weiden. Durch die Bildung des Studienzentrums ist es möglich, in allen Abteilungen im Hause klinische Studien im Rahmen der medizinischen Forschung durchzuführen. Somit kann allen Patienten in unserer Klinik die bestmögliche Medizin auf hohem Niveau angeboten werden. Stützpfeiler des Studienzentrums sind die Abteilungen Urologie u. Prostatazentrum, Med. Klinik I u. Darmzentrum, Brustzentrum sowie Neurologie und Med. Klinik II. Durchgeführt werden klinische Studien in den Phasen II, III, IV, Anwendungsbeobachtungen sowie epidemiologische Studien.

Studien dienen dem medizinischen Fortschritt und sind sinnvoll und notwendig. Hier werden insbesondere neue OP-Verfahren und neue Medikamente getestet, um die medizinische Wissenschaft voranzubringen. Patienten können von der Teilnahme an Studien, und somit von neuen Medikamenten bzw. Verfahren, profitieren, da sie besonders eng betreut werden und zum Beispiel Medikamente erhalten, die einen therapeutischen Fortschritt erwarten lassen.

Interdisziplinäres Kontinenz- und Beckenbodenzentrum

Die Klinik für Urologie, Andrologie und Kinderurologie erweiterte das Leistungsspektrum 2014 erheblich für Patientinnen und Patienten mit Blasenfunktionsstörungen bzw. Beckenbodeninsuffizienz. Den Betroffenen stehen nun spezielle Sprechstunden für Urodynamik & Urogynäkologie offen, sodass mit höchster Expertise Diagnostik und Therapie erfolgen können. Im letzten Halbjahr konnte das interdisziplinäre Kontinenz- und Beckenbodenzentrum unter der Leitung von Chefarzt PD Dr. Dr. Th. Bschleipfer etabliert werden. Diesem Zentrum gehören die obligaten Kerndisziplinen Urologie (Klinik und Praxis) Gynäkologie und Chirurgie / Proktologie an. Ferner sind die Abteilungen Radiologie, Neurologie, Schmerztherapie, Innere Medizin und Physiotherapie in dieses Zentrum integriert. Ziel ist es, gerade in schwierigen Fällen interdisziplinär, das heißt fachdisziplinübergreifend, mögliche und sinnvolle diagnostische und therapeutische Schritte zu diskutieren und festzulegen. Harninkontinenz und Beckenbodenschwäche werden somit aus verschiedenen Perspektiven der Medizin betrachtet und ausführlich gemeinsam erörtert. Es folgt eine konsentierte Entscheidung hinsichtlich des weiteren Vorgehens sowohl diagnostisch als auch therapeutisch. Hiervon werden unsere Patienten maximal profitieren, da nicht nur eine einzelne Fachexpertise sondern die Erfahrung und Sichtweise der unterschiedlichen Fachabteilungen von Bedeutung sind.

Die Klinik für Urologie, Andrologie und Kinderurologie, die überörtliche Gemeinschaftspraxis für Urologie in Weiden, die Klinik für Gynäkologie und die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie wurden zum Jahreswechsel von der Deutschen Kontinenzgesellschaft e.V. als entsprechende Beratungsstellen zertifiziert. Dies ist ein wichtiger Schritt, um für die Patienten/innen höchsten medizinischen Standard im Bereich der Blasenfunktionsstörungen und Beckenbodeninsuffizienzen bieten zu können.

Zentrum für Interstitielle Cystitis (IC/BPS) und Beckenschmerz

Chronischer Beckenschmerz (CPP) kann sowohl Männer als auch Frauen betreffen. Er charakterisiert sich durch permanenten oder immer wiederkehrenden Schmerz über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten. Eine spezielle Form des chronischen Beckenschmerzes stellt die Interstitielle Cystitis / das Blasenschmerzsyndrom (IC/BPS) dar. Hierbei handelt es sich um eine nicht-infektiöse chronische Harnblasenerkrankung, die von (Blasen-) Schmerzen, starkem, z.T. imperativem Harndrang, häufigem Wasserlassen und nächtlichen Toilettengängen geprägt ist.

Die Ursachen für den chronischen Beckenschmerz und die IC/BPS im Speziellen sind vielfältig. In gleicher Weise existieren auch zahlreiche „verwechselbare Erkrankungen”, Differenzialdiagnosen also, die es auszuschließen gilt. Der Weg zur richtigen Diagnose ist damit für Patient/in und Arzt/Ärztin lange und zum Teil beschwerlich und fordert von beiden Seiten viel Geduld.

Aufgrund der Komplexität der Erkrankung ist es sinnvoll und notwendig, die Abklärung in einem speziellen Zentrum durchführen zu lassen. Ein solches Zentrum existiert nun seit 2018 am Klinikum Weiden unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dr. phil. Thomas Bschleipfer, Chefarzt der Klinik für Urologie, Andrologie und Kinderurologie.

In diesem Zentrum kümmern sich unterschiedlichste Fachdisziplinen gemeinsam, die richtige Diagnose zu finden. Darüber hinaus ist es ein wichtiges Ziel, ein für die Patientin/ den Patienten individuelles therapeutisches Konzept zu entwickeln.

Abklärung der Symptomatik

Vor einem ersten Termin werden den Patientinnen / Patienten folgende Unterlagen zugesandt:

  • spezielle Fragebögen
  • ein Schmerztagbuch und
  • ein Toilettentagebuch (Miktionstrinkprotokoll)

Diese bitten wir ausgefüllt mit einer Kopie der bisherigen Gesundheitsunterlagen zurückzusenden. Neben ausführlichen Beratungsgesprächen und allgemeinen körperlichen Untersuchungen können Untersuchungen wie Blasendruckmessungen, Blasenspiegelungen ohne und mit Narkose, Blasendehnung oder zusätzliche Gewebeprobeentnahmen zur Diagnosesicherung nötig sein. Eine Histologie zum Ausschluss eines Carcinoma in situ (spezieller Blasentumor) sollte grundsätzlich durchgeführt werden.

Spezielle technisch-apparative Ausstattung des Zentrums

  • krankheitsbezogene Fragebögen
  • Perineal- / lntroitussonographie
  • Urodynamischer Messplatz/ Videourodynamischer Messplatz
  • Zystoskopie ohne/ mit Narkose & Hydrodistension
  • Photodynamische Zystoskopie (Hexvix)
  • Transurethrale Resektion/ Laser
  • Physionizer zur EMDA-Therapie
  • Radiologische Diagnostik
  • Spezielle Aufarbeitung in der Pathologie
  • Rektoskopie
  • Laparaskopie

Therapiespektrum

  • Verhaltenstherapie/ Urotherapie
  • Physiotherapie
  • Elektrotherapie
  • Biofeedback
  • Medikamentöse orale Therapie
  • Schmerztherapie
  • Blaseninstillationstherapie
  • Elektromotive Medikamentenapplikation (EMDA)
  • Botulinumtoxin-Therapie / anderweitige lnjektionstherapien
  • Resektion/ Laser/ Fulguration von Ulzera und Rhagaden
  • Sakrale oder pudendale Neuromodulation
  • Blasenaugmentation
  • Zystektomie mit kontinenter / inkontinenter Harnableitung

Therapeutische Möglichkeiten

Chronischer Beckenschmerz und noch vielmehr die IC/BPS sind kaum kausal zu therapieren. Ziel ist es daher, folgendes zu erreichen:

  • Verringerung der vorhandenen Schmerzen
  • bessere psychische Verarbeitung der Schmerzen
  • Reduktion der Toilettengänge (v.a. nachts)
  • deutliche Verbesserung der Lebensqualität

Therapiekonzepte sollen deshalb interdisziplinär abgestimmt und individuell auf Sie zugeschnitten sein. Hier steht ein breites Spektrum an oralen Medikamenten, intravesikalen Therapieverfahren und interventionellen / operativen Optionen zur Verfügung. Die Therapie richtet sich nach den aktuell gängigen Leitlinien.

Termine

Dienstag und Donnerstag (nach telefonischer Vereinbarung)

Kliniken Nordoberpfalz AG – Klinikum Weiden Söllnerstraße 16 – 92637 Weiden
Tel.: 0961 / 303-3325
Fax: 0961 / 303-4405
E-Mail: katrin.hanauer(@)kliniken-nordoberpfalz.ag oder urologie(@)kliniken-nordoberpfaIz.ag