Dr. Gerhard Jilge, Chefarzt der Inneren Medizin am Kemnather Krankenhaus, referiert am Donnerstag, 24. November, zum Thema „Wie gefährlich sind meine Herzrhythmus-Störungen“. Foto: Kliniken Nordoberpfalz AG

„Regelmäßiger Sport in gesundem Maße ist sehr hilfreich“

Am Donnerstag um 18 Uhr geht die Vortragsreihe des Krankenhauses Kemnath für 2016 zu Ende – Dr. Gerhard Jilge im Kurzinterview – Planungen für 2017 laufen an

Kurzer Rückblick: Anfang des Jahres haben sich Regionalleiter Christian Stadler und sein Team des Krankenhauses Kemnath entschlossen, der Bevölkerung interessante Gesundheits-Themen in einer Vortragsreihe näher zu bringen. Vor der letzten Veranstaltung, die am Donnerstag, 24. November um 18 Uhr im Foyer der Mehrzweckhalle stattfindet, zieht Stadler eine vorerst sehr zufriedenstellende Bilanz: „Die ersten drei Vorträge waren mit jeweils über 100 Besuchern hervorragend besucht. Dieser Erfolg gibt uns Recht. Daher überlegen wir derzeit, diese Reihe, für die ja Bürgermeister Werner Nickl die Schirmherrschaft übernommen hat, 2017 fortzusetzen“, so der Regionalleiter der Kliniken Nordoberpfalz AG.

Auf die positive Resonanz und das enorme Interesse freut sich auch Dr. Gerhard Jilge, der am Donnerstag mit seinem Vortrag „Wie gefährlich sind meine Herzrhythmus-Störungen“ die Reihe abschließt. Der Chefarzt der Inneren Medizin des Krankenhauses Kemnath hat sich dabei, wie er im Kurzinterview verrät, eines Themas angenommen, das nicht nur für ältere, sondern auch für jüngere Menschen interessant ist.

Herr Dr. Jilge! Der Titel Ihres Vortrages lässt ja erahnen, dass jeder unter Herzrhythmus-Störungen leidet. Ist dem so?

Dr. Jilge: In der Tat haben die meisten Menschen, egal ob jung oder alt, diese Störungen. Nur 80 bis 90 Prozent der Betroffenen bemerken die Störungen, die jedoch größtenteils harmlos sind.

Es gibt aber demnach auch gefährliche?

Dr. Jilge: Ja, pro Jahr erleiden in Deutschland von den Betroffenen rund 100.000 den plötzlichen Herztod. Die Störungen lassen sich in drei Gruppen einteilen: in die langsamen, in die schnellen und ins Stolpern. Eine Risiko-Gruppe, so komisch es sich anhören mag, sind dabei die Sportler, die sich im Übermaß einer hohen Belastung aussetzen. In Erinnerung bleiben da beispielsweise die zusammenbrechenden Marathon-Läufer.

Sport ist als doch nicht gesund?

Dr. Jilge: Doch, aber in einem gesunden Maße. Die Empfehlung lautet, regelmäßig Sport zu treiben, fünfmal pro Woche 30 Minuten wären optimal. Man sollte es nur nicht übertreiben.

Wie merkt man, dass man an unter Herzrhythmus-Störungen leidet?

Dr. Jilge: Aussetzer des Herzens verursachen oftmals Schwindelgefühle. Man kann das Herz-Stolpern aber auch richtig spüren. Einen endgültigen Aufschluss erhält man aber ausschließlich durch kardiologische Untersuchungen, die man regelmäßig vornehmen sollte. Vor allem, wenn man Diabetiker, unter Bluthochdruck leidet, großen familiären oder beruflichen Belastungen oder Ängsten ausgesetzt ist.