Gelenkstabilisierung

Medizinisches Versorgungszentrum Stiftland gGmbH

Instabile Gelenke, wie z.B. Schulter-, Knie- oder Sprunggelenk, führen zu erheblichen sekundären Schäden an diesem Gelenk, falls es nicht behandelt wird. Ein frühzeitiger Gelenkverschleiß ist die unausweichliche Folge.

Konservative Gelenkstabilisierung

Um diese Entwickelung zu verhindern oder zumindest hinaus zu zögern muss die Stabilität des Gelenkes wieder hergestellt werden.

Zunächst kann dies ohne Operation, d.h. mit konservativen Behandlungsmethoden versucht werden. Hier steht vor allem die muskuläre Stabilisierung im Vordergrund. Auch eine Reduzierung der Belastung des instabilen Gelenkes, z.B. durch den Wechsel der Sportart tragen zur Stabilisierung bei.

Ziel ist immer die Stabilisierung des instabilen Gelenkes, völlig gleich auf welchen Weg dies erreicht wird.

Konservative Gelenkstabilisierung

Die konservative Behandlung instabiler Gelenke sollte jedoch nur über einen begrenzten Zeitraum erfolgen. Läst sich das Gelenkes nicht innerhalb von 6-12 Monaten stabilisieren, muss durch eine Operation die Stabilität des Gelenkes wieder hergestellt werden.

Neuere wissenschaftliche Untersuchungen, wie z.B. Köln haben am Kniegelenk gezeigt, das nach 2 Jahren eine deutliche Zunahme der sekundären Schäden einsetzt und damit das Behandlungsergebnis einer späteren Operation deutlich verschlechtert.

Wann ist ein Gelenk denn instabil?

Gelenke besitzen eine aktive und passive Stabilisierung. Die aktive Stabilisierung erfolgt über die Muskulatur. Für die passive Stabilisierung ist der Kapsel-Bandapparat verantwortlich.

Muskuläre Dysfunktionen und Schwächen können durch den Kapsel-Bandapparat nur begrenzt ausgeglichen werden. Dieser wird schnell überlastet, schmerzhafte Reizungen und später strukturelle Schäden vor allem am Bandapparat sind die Folge. Die Behandlung ist einfach und schwierig zugleich. Das konsequente Training der Muskulatur und der Gelenkkoordination, d.h. der richtigen Bewegung des Gelenkes.

Schäden im Kapsel-Bandapparat

Anders verhält es sich bei Schäden am Kapsel-Bandapparat. Durch ein gutes Training der Muskulatur und eine optimale Gelenkkoordination können Schäden am Kapselbandapparat kompensiert, d.h. ausgeglichen werden.
Dies gelingt aber nicht in jedem Fall. Deshalb sollte der Versuch mit einer Trainingstherapie ein instabiles Gelenk zu behandeln nur über einen zeitlich begrenzten Zeitraum erfolgen, max. 6-12 Monate. Gleichzeitig erfolgt ein kontrollierter Belastungsaufbau.
Es dürfen nur Sportarten ausgeübt werden, in welchen keine Gelenkinstabilität auftritt.

Bedingte Linderung durch Bandagen

Auch sog. gelenkstabilisierende Orthesen (Bandagen, Schienen, …) können vor allem am Anfang hilfreich sein, stellen aber meist keine Lösung auf Dauer dar, außer bei nur kurzzeitigen extremen Belastungen (z.B. Skifahren).

Bleibt das Gelenk trotz aller konservativen Therapien und Bemühungen instabil, muss/sollte der Patient die Entscheidung zur operativen Stabilisierung des Gelenkes treffen um weitere Schäden und damit einen vorzeitigen Verschleiß des Gelenkes zu vermeiden.