Radiosynoviorthese

Medizinisches Versorgungszentrum Stiftland gGmbH

Radionuklidtherapie bei entzündlichen Gelenkerkrankungen

Eine minimalinvasive Therapie zur lokalen Behandlung von schmerzhaften Entzündungen der Gelenkschleimhaut (Synovitis/Arthritis).

Chronisch entzündliche Gelenkerkrankungen sind häufig mit einer Entzündung der Gelenkschleimhaut verbunden, welche zu immer wiederkehrenden Ergüssen, Schmerzen und einer zunehmenden Einschränkung der Beweglichkeit des betroffenen Gelenkes führen.
Schmerzhafte chronische Entzündungen der Gelenkschleimhaut können verschiedene Ursachen haben:

Rheumatoide Arthritis (Gelenkrheuma)
Seronegative Spondylarthropathie (M. Bechterew)
Aktivierte Arthrose (Gelenkverschleiß in einer akuten schmerzhaften Phase)
Kristallarthropathie (z.B. Gicht)
Nach arthroskopischer Synovektomie (operativer Entfernung der Gelenkschleimhaut)
u.s.w.

Sollte die Behandlung mit Medikamenten zu keinem ausreichenden Erfolg geführt haben, kommt die Radiosynoviorthese (RSO) zunehmend zur Anwendung. Auch als Ergänzung zu einer operativen Therapie.

Der Wirkstoff, das Radionuklid, wird nach der Injektion in das Gelenk von der entzündlich veränderten Gelenkschleimhaut aufgenommen. Diese wird bestrahlt und zerstört. Die Dosierung des Radiokolloides wird vorher durch ein Skelettscintigramm bestimmt.

Die Bestrahlung bleibt weitgehend auf die Synovialmembram (entzündlich Veränderte Gelenkschleimhaut) beschränkt, da die verwendete radionuclide Bestrahlung nur eine Reichweite von wenigen Millimetern hat.

Die Entscheidung (Indikation) zur Radiosynoviorthese sollte von den behandelnden Ärzten gemeinsam getroffen werden um sicher auf das interdisziplinäre Behandlungskonzept abgestimmt zu sein.

Die Radiosynoviorthese wird grundsätzlich in Deutschland nur von Nuklearmedizinern durchgeführt.
Kontraindikationen für eine Radiosynoviorthese sind:
Absolut

Schwangerschaft, Stillzeit
Massiver Hämarthros (Bluterguss im Gelenk)
Lokale Infektionen und Hauterkrankungen in der Umgebung der Injektionsstelle am Gelenk
Rupturierte Poplithealzyste (geplatzte Zyste in der Kniekehle)

Relativ

Patienten unter 20 Jahren
Weitgehende Gelenkinstabilität mit Knochendestruktion

Für weitere Informationen steht Ihnen unser Praxisteam gerne zu Verfügung.