Informationen für Patienten

Abteilung für Onkologie

Wir wissen aus unserer Erfahrung, dass das persönliche Gespräch mit dem Arzt durch nichts zu ersetzen ist. Dennoch nutzen wir die Gelegenheit, Ihnen auf diesen Seiten grundlegende und orientierende Informationen rund um Krebs- und Bluterkrankungen anzubieten.

Auf dieser Seiter erhalten Sie Antworten auf häufige Fragen zur Onkologie.

 
In unserer Praxis behandeln wir Tumorerkrankungen sämtlicher Organe, Erkrankungen des Blutes und des Knochenmarkes, bösartige Lymphknotenerkrankungen sowie Leukämien.Zu den Bluterkrankungen gehören aber auch gutartige Erkrankungen, wie die Veränderungen des Blutbildes, das Auftreten einer Blutarmut oder die Störungen der Blutgerinnung.
Onkologische Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig! Für die Durchführung dieser Untersuchungen sind wir allerdings nicht die richtige Adresse. Diese sollten über den Hausarzt in Verbindung mit dem jeweiligen Facharzt, z.B. der Gynäkologie oder Gastroenterologie, erfolgen.Die Nachbehandlung, also die Nachsorge, der bei uns behandelten Tumorpatienten, findet in erster Linie wieder bei den zuweisenden Ärzten statt.
Viele Krebserkrankungen sind heilbar. Dabei kombinieren wir in Kooperation mit unserem Netzwerk bei Bedarf die vorhandenen Therapie-Möglichkeiten. Denn die Behandlung von bösartigen Tumorerkrankungen ist abhängig von der Gewebeart und der Ausbreitung des Tumors – und deshalb individuell sehr verschieden.Zuerst ist in fast allen Fällen eine eindeutige Sicherung des Tumors mittels einer Gewebeprobe notwendig. Außerdem machen wir uns ein genaues Bild vom Ausbreitungsgrad. Hierzu veranlassen wir Röntgen-Untersuchungen, oftmals mittels CT oder im Bedarfsfall auch mit PET. Die qualifizierte Diagnostik führt dabei zum Beispiel unser Kooperationspartner RNZ Weiden durch.Ist ein Carcinom gesichert, kann es operativ, durch Strahlentherapie oder medikamentöse Tumortherapie behandelt werden.

Die medikamentöse Tumortherapie ist die Domäne des internistischen Onkologen.

Tumortherapie ist heute viel mehr als „nur“ eine Chemotherapie. Oft sind hormon-blockierende Behandlungen bei Tumoren das Mittel der Wahl. Darüber hinaus setzen wir zunehmend Antikörper ein, die über bestimmte Oberflächenstrukturen die Tumorzellen angreifen und diese so gezielt bekämpfen, ohne eine Giftwirkung zu haben.In den letzten Jahren hat sich die Krebsforschung stark entwickelt: So wurden bei vielen Tumoren bestimmte Stellen in der Weitergabe von Wachstumssignalen identifiziert und dagegen Medikamente entwickelt (sogenannte „small molecules“).Diese werden als Tabletten eingenommen und erreichen über eine Hemmung einzelner Signalwege im Tumorgewebe oftmals eine gute Wirkung. Dadurch sind einige Tumore behandelbar geworden, die es zuvor kaum waren. In anderen Fällen hat eine einfache Tablettenbehandlung inzwischen die selbe Wirksamkeit wie früher zwei starke Chemotherapien.

In den Händen eines erfahrenen Arztes ist eine Chemotherapie oftmals sehr gut verträglich! Uns als Ärzten stehen viele zusätzliche Medikamente zur Verfügung, die die Verträglichkeit verbessern und beispielsweise Übelkeit sehr gut unterdrücken. Heute führt auch nicht mehr jede Chemotherapie zu Haarausfall.Viele der Behandlungen führen wir in unserer Praxis inzwischen ganz unkompliziert ambulant durch. Zur Behandlung von Nebenwirkungen und Komplikationen arbeiten wir eng mit den Hausärzten zusammen!
Manche Krebserkrankungen sind nicht heilbar. Durch eine Behandlung können wir aber auch in diesen Fällen die Situation unserer Patienten deutlich verbessern. So erreichen wir oftmals eine ganz erhebliche Lebensverlängerung und erhalten oder verbessern die Lebensqualität unserer Patienten trotz der Tumorerkrankung.Im Einzelfall zeigen Patienten Krankheitsverläufe, bei denen alle Behandlungsversuche über kurz oder lang fehlschlagen. Auch gibt es Situationen wie eine fortgeschrittene Erkrankung, zu hohes Alter oder zusätzliche Erkrankungen, die eine kausale, gegen den Krebs gerichtete, Behandlung nicht mehr möglich machen. Wir besitzen die onkologische Erfahrung und das Einfühlungsvermögen, um eine solche Situation zu erkennen und zu benennen – denn diese Situation ist für unsere Patienten und deren Angehörige sehr ernst.Dennoch bedeutet eine solche Situation für uns als Ärzte nicht das Ende einer wirksamen Behandlung. Auch im Fall einer nicht mehr heilbaren Erkrankung kann eine mit Augenmaß betriebene Behandlung sehr viel erreichen. Das Ziel einer Symptomverbesserung, die qualifizierte Behandlung von Schmerzen sowie die menschliche Zuwendung in Kenntnis der Nöte der Kranken und der Angehörigen sind für uns dann unverzichtbar.

Alternativmedizin und Komplementärmedizin werden häufig von der Öffentlichkeit als eine Richtung der Medizin wahrgenommen, unterscheiden sich aber deutlich.Bei der Alternativmedizin wird versucht, die naturwissenschaftlich orientierte Medizin zu ersetzen. Demgegenüber wird bei komplementären Ansätzen die naturwissenschaftlich orientierte Medizin ergänzt.Die Komplementärmedizin sehen wir, z.B. über seriöse Angebote von Homöopathen, als prinzipiell sinnvoll an. Bitte sprechen Sie aber solche Behandlungen mit Ihrem Arzt ab. Denn es gibt naturheilkundliche Präparate, die den Wirkstoffspiegel einer lebensnotwendigen Chemotherapie verändern.

Alternativen Verfahren, die sich gegen die „Schulmedizin“ stellen, stehen wir kritisch gegenüber. Die „Schulmedizin“ bietet Behandlungen an, deren Wirksamkeit meistens bewiesen ist – die Alternativmedizin allerdings lehnt solche Beweise eines Therapieeffektes meist grundsätzlich ab.

Schwerkranke und lebensbedrohte Patienten sind oft schutz- und hilflos und fühlen sich dem „Medizinbetrieb“ ausgeliefert. Leider gibt es immer wieder Fälle in denen Patienten durch falsche Heilsversprechungen in die Irre geführt werden. Bei Tumorpatienten darf aber in der Regel keine Zeit mit Experimenten vergeudet werden!

Auch wenn es immer wieder in der Presse behauptet wird: Es gibt keine spezielle Krebsdiät. Dieses Thema ist mittlerweile gut erforscht. Das Ergebnis: Eine spezielle Ernährungsumstellung (z.B. Weglassen von Kohlehydraten, um den Tumor „auszuhungern“) oder spezielle Nahrungsergänzung mit Vitaminen und Spurenelementen nützt sehr wenig oder nichts und ist oft sogar schädlich! Eine Sorge bei Tumorpatienten ist oft die mangelnde Ernährung auf Grund schlechten Appetits.Grundsätzlich gilt: Fragen zur Ernährung besprechen wir im Einzelfall mit unseren Patienten persönlich. Allgemein ist meist eine nahrhafte und ausgewogene Ernährung das Richtige für den Krebspatienten – oft ist sogar ein kleines Sündigen mit moderatem Alkoholkonsum, Süßem oder Fettem erlaubt.
Bei schwerwiegenden Entscheidungen zu Diagnosen und Therapien ist es sinnvoll, eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen. Wir verstehen jeden Patienten, der sich dieses Rechtes bedient.Wir hören gerne die Meinung von Kollegen und stehen selbst auch gerne für eine Auskunft im Sinne einer Zweitmeinung zur Verfügung. Bei komplizierten Fragestellungen vermitteln wir auch eine Vorstellung in einer medizinischen Hochschule, zum Beispiel an der Uniklinik Regensburg.
Ein gut informierter Patient ist wünschenswert! Deshalb fordern wir unsere Patienten durchaus auf, im Internet zu recherchieren. Wir bitten aber darum, dass die dadurch aufgeworfenen Fragen in einem Arztgespräch genannt werden.Das Internet bietet ein buntes Sammelsurium an Inhalten. Deshalb sind bei weitem nicht alle Angebote, die sich an Tumorpatienten richten, seriös! Im Internet spannt sich der Bogen von seriösen Informationsangeboten über „Scheinwissenschaftlichkeit“ bis hin zu irrsinnigen Behauptungen.Ein allgemeines Problem ist, dass die vielen medizinischen Fakten, die im Internet oder durch andere Quellen zu finden sind, oft nicht eingeordnet werden können. Unsere Erfahrung zeigt auch, dass sich manche Patienten ganz bewusst gegen eine Eigenrecherche entscheiden – um hier nicht verunsichert zu werden.

 
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