Häufig gestellte Fragen

Klinik für Anästhesiologie

Damit Sie sich ein genaueres Bild von unserem Tätigkeitsbereich machen können, beantworten wir im Folgenden einige Fragen.

Bei einer Narkose werden sowohl das Bewusstsein als auch das Schmerzempfinden und mögliche Reaktionen des vegetativen Nervensystems ausgeschaltet. Sie werden nicht nur den Eingriff in keiner Weise wahrnehmen, sondern Ihr Körper soll vor möglichen Stressreaktionen auf den chirurgischen Eingriff (die Operation) geschützt werden. Dies ist mit modernen Narkosemedikamenten sehr gut möglich. Sie sind zudem ausgezeichnet verträglich und werden rasch abgebaut. Eine Belastung durch diese Medikamente wird so für Sie in aller Regel vermieden.
Sowohl die deutlich verbesserte mehrjährige Ausbildung der Fachärzte für Anästhesie als auch bessere Überwachungsmöglichkeiten während einer Anästhesie haben gemeinsam mit neuen verträglicheren Medikamenten die Häufigkeit an anästhesiebedingten Komplikationen auf ein sehr geringes Maß gesenkt.Man kann heute sagen, dass eine Anästhesie/Narkose ein sehr sicheres Verfahren ist.

Im Alltag sind Sie viel größeren Gefährdungen ausgesetzt – z.B. beim Autofahren!
Unsere modernen Arbeitsplätze entsprechen allen geforderten Normen und werden fortlaufend auf ihre optimale Funktion geprüft. Die optimalen Abläufe während der Narkose sind Ausdruck der Routine und Erfahrung des Sie betreuenden Teams.

Entscheidend für Ihre persönliche Sicherheit ist die Erfassung aller Begleiterkrankungen und Befunde während des Vorgesprächs!
Nur so können wir uns ein vollständiges Bild von Ihnen und Ihrem persönlichen Risiko machen.

Bei nicht nüchternen Patienten kommt es durch einen vollen Magen häufiger zu Übelkeit und Erbrechen als bei nüchternen Patienten. Während der Narkose oder der Aufwachphase sind der Hustenreflex und die Rachenreflexe unterdrückt. Dadurch besteht die Gefahr, dass Mageninhalt in den Rachen gelangt und von dort über die Luftröhre in die Lunge. Diesen Vorgang nennt man Aspiration.

Diese Gefahr ist umso größer, je größer der Mageninhalt ist, d.h. je kürzer die letzte Nahrungsaufnahme zurückliegt. Eine Aspiration kann durch den sauren Magensaft eine Lungenentzündung oder sogar schwere Schäden am Lungengewebe hervorrufen, die sich unter Umständen nicht mehr oder nur teilweise zurückbilden.

Rauchen regt die Magensaftsekretion an. So kann es trotz Einhaltens des Nüchternheitsgebotes zu einer großen Ansammlung von Magensekret kommen, die das Aspirationsrisiko erhöht.
Frieren und Muskelzittern nach der Narkose stellen zwar in aller Regel keine Gefahr für Sie dar, werden aber manchmal als unangenehm empfunden. Wir versuchen daher, durch die Auswahl der Medikamente, der Verringerung des Wärmeverlustes während des Eingriffs (Sie können nicht immer komplett zugedeckt auf dem Operationstisch liegen, manchmal kommt es daher zu einer geringen Auskühlung des Körpers) und durch Wärmezufuhr (Warmluft im OP- und Aufwachraum) dieses Zittern zu verhindern, oder es zumindest so gering und kurz wie möglich zu halten.
Postoperative Übelkeit und Erbrechen sind glücklicherweise heutzutage sehr selten geworden. Uns stehen bereits zur Vorbeugung verschiedene Verfahren zur Verfügung. Ihr persönliches Risiko für das Auftreten von Übelkeit wird durch Ihren Narkosearzt bestimmt, danach erfolgt die Auswahl des Narkoseverfahrens, gegebenenfalls setzen wir auch schon vorbeugend Medikamente ein.

Um vermeidbare Zwischenfälle auszuschließen, beachten Sie bitte unbedingt folgende Sicherheitsregeln.

  • Vor der Anästhesie nichts mehr essen! Der Magen soll vor einer Anästhesie leer sein (der Zeitraum wird im Vorgespräch festgelegt).
  • Vor der Anästhesie nichts mehr trinken! (Ausnahme: Mit Ausnahme der verordneten Medikamente, der Zeitraum wird im Vorgespräch festgelegt).
  • Am Anästhesietag nicht mehr rauchen!
  • Bitte schminken Sie sich ab (Make-up, Nagellack etc.), und lassen Sie alle abnehmbaren Schmuckstücke (z.B. Ohrringe, Fingerringe, Halsketten) auf der Station.
  • Kontaktlinsen dürfen nicht mit in den OP bzw. Untersuchungsraum genommen werden, Brillen nur bei starker Fehlsichtigkeit.
  • Lassen Sie auch Zahnteile (Zahnprothesen), künstliche Haarteile (Perücken) sowie andere Prothesen auf der Station zurück. Ausnahmen sind nur nach Rücksprache mit dem Anästhesisten bzw. der Anästhesistin möglich.
  • Wenn Sie routinemäßig Medikamente am Morgen einnehmen, besprechen Sie bitte mit Ihren Anästhesisten, welche Medikamente Sie morgens vor der Anästhesie noch einnehmen können.
Meist werden Ihnen zur Vorbereitung der Anästhesie Medikamente verordnet, die Sie noch auf der Station einnehmen. Diese können beruhigend oder schmerzlindernd wirken, die Magensäure- oder Speichelbildung hemmen.Kurz vor Beginn der Operation bzw. Untersuchung wird man Sie in den entsprechenden Raum bringen, wo Fachkrankenpflegepersonal der Anästhesie und Anästhesisten Sie erwarten. Zur Vorbereitung für die Anästhesie beginnen wir mit der kontinuierlichen Überwachung Ihrer Herztätigkeit (EKG) und messen Ihren Blutdruck. Als Nächstes legen wir eine Infusion (Venentropf) in eine Arm- oder Handrückenvene. Ein Fühler an Ihrem Finger zeigt uns die Sauerstoffsättigung Ihres Blutes an.

Der weitere Ablauf ist unterschiedlich, je nachdem, ob Sie eine Allgemeinanästhesie oder Regionalanästhesie bekommen.

Nach der Anästhesie werden Sie meist noch einige Zeit von uns überwacht. Danach bringen wir Sie in der Regel wieder auf Ihr Zimmer. Nach größeren Operationen kann es erforderlich sein, Sie zunächst für einige Zeit auf einer Beobachtungsstation oder Intensivbehandlungsstation zu betreuen.