Julia Rupprecht mit einem Notendurchschnitt von 1,33 war die JAhrgangsbeste. Foto: Kliniken Nordoberpfalz AG

Rote Rosen, Lokomotivführer Lukas und Präsente von Piraten

Besondere Abschlussfeier der Berufsfachschule für Krankenpflege – Alle 19 Absolventen können von der Kliniken Nordoberpfalz AG übernommen werden

Rote Rosen für die Lehrkräfte, eine etwas andere Interpretation des Liedes von „Lukas, dem Lokomotivführer“ und zu Tränen gerührte Schülerinnen und Schüler – Abschlussfeiern bei der Kliniken Nordoberpfalz AG sind seit jeher etwas Besonderes. Aber die  der Klasse 13/16 der Berufsfachschule für Krankenpflege der Gesundheitsakademie NEW LIFE, die am Donnerstagabend in der Personalcafeteria am Klinikum Weiden über die Bühne ging, hatte ihren ganz eigenen Charme. Was nicht zuletzt daran lag, dass sich die 19 Absolventinnen und Absolventen während ihrer dreijährigen Ausbildung, die sie selbst unter das Motto „Piraten“ gestellt hatten, zu einer verschworenen Gemeinschaft gereift waren.

Schon der ökumenische Auftaktgottesdienst in der Kapelle des Weidener Krankenhauses, den die evangelische Seelsorgerin Sabine Dachauer und ihr katholischer Kollege Pastoralreferent Helmut Brandl in enger Zusammenarbeit mit den Auszubildenden abhielten, passte zum Leitspruch, den sich die jungen Frauen und Männer auf die Fahne geschrieben hatten. So gab es beispielsweise für die Mitarbeiter der Akademie und der AG kleine Holzschiffe als Präsente.

Vollkommen klar, dass dann die Begrüßung bei der Zeugnisvergabe durch Pflegedirektor Thomas Baldauf ebenso zum Thema passte: „Sie haben es geschafft. Auf zu neuen Ufern“, sagte der Prokurist der AG, der anfügte, dass der „Wunschhafen nicht ohne weiteres Rudern zu erreichen sein wird“. „Richten Sie sich jetzt an neuen Leuchttürmen aus und nehmen Sie Fahrt auf“, wünschte Baldauf den 19 Schülerinnen und Schülern, die die Ausbildung erfolgreich bestanden hatten.

Baldauf konnte dabei stellvertretend für alle Beteiligten und Lehrkräfte Gesamtschulleiterin Christl Glück-Baisch, Elisabeth Stahl (Schulleiterin der Berufsfachschulen für Krankenpflegehilfe und für operationstechnische Assistenz), Zentrumsleiterin Maria Lahm, Betriebsrätin Carina Seebauer, die Lehrkräfte Verena Krauß und Karl Frister sowie der Neustädter Landrat Andreas Meier als Vertreter des Aufsichtsrates der AG und Neustadts Bürgermeister Rupert Troppmann. Musikalisch umrahmte das Saxophon-Trio von Markus König die Abschlussfeier.

Die 19 Absolventinnen und Absolventen mussten in den vergangenen drei Jahren mindestens 4600 Stunden Ausbildung, davon 2100 Stunden theoretische in der Berufsfachschule und 2500 Stunden  praktische in den Fachabteilungen der Häuser der Kliniken Nordoberpfalz AG leisten. Zusätzlich erfolgten externe Praxiseinsätze im Bezirkskrankenhaus Wöllershof und der ambulanten Pflege.

Die Staatliche Abschlussprüfung umfasste drei Teile: Die schriftlichen Prüfungen an drei Tagen mit einer Dauer von jeweils zwei Stunden im Juni und Juli 2016, die praktische Prüfung an zwei Tagen über sechs Stunden auf den Stationen der AG-Häuser im Juli und August 2016 sowie die mündliche Prüfung in drei verschiedenen Prüfungsbereichen am 13. September 2016. „Glückwunsch zur bestandenen Prüfung“, sagte angesichts dieser beeindruckenden Zahlen dann auch Landrat Meier.

„Sie haben viel gelernt und erfahren und eine zukunftssichere Ausbildung absolviert“, so Meier weiter. Mit der Zeugnisübergabe werde das Ende eines bedeutenden Lebensabschnittes gefeiert, wobei der Eintritt in den neuen – das Berufsleben – nicht leichter werde. „Bleiben Sie immer auf dem neuesten Wissensstand. Nur so können Sie qualifiziert und engagiert und mit viel Herzblut am Patienten arbeiten. Sie werden gebraucht“, gab der Landrat und dann auch Gesamtschulleiterin Glück-Baisch mit auf den Weg.

Wie dringend der Bedarf an gut ausgebildeten Pflegekräften ist, unterstreicht die Tatsache, dass nach aktuellem Stand alle 19 Absolventinnen und Absolventen von der Kliniken Nordoberpfalz AG übernommen werden können. Jahrgangsbeste wurde dabei Julia Rupprecht mit einem Notendurchschnitt von 1,33, gleich sieben weitere Schülerinnen und Schüler teilten sich Rang 2. Rupprecht hat nun die Möglichkeit, sich um ein Weiterbildungsstipendium der Stiftung „Begabtenförderung berufliche Bildung“ (SBB), das im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durchgeführt wird, zu bewerben.

Tamara Biller absolvierte zudem die Doppelqualifizierung. Hierbei bietet die Berufsfachschule  für Krankenpflege unter der Leitung von Beate Mark die Teilnahme am Modellversuche für die Doppelqualifizierung Berufsausbildung und Fachhochschulreife (DBFH) an. Als weitere Schule der Kliniken Nordoberpfalz AG nimmt die Berufsfachschule für Kinderkrankenpflege an dem Modellversuch teil. Die Doppelqualifizierung findet parallel zur Berufsausbildung statt und dauert drei Jahre. Für den Erwerb der allgemeinen Fachhochschulreife ist ein Zusatzunterricht in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik von insgesamt 480 Stunden erforderlich.  Dieser Unterricht wird  ergänzend zum regulären Unterricht in der Freizeit erteilt.

Die gesamte Klasse blickte dann vor der Zeugnisübergabe auf „eine dreijährige emotionale Achterbahnfahrt“ zurück, die aber zusammengeschweißt habe. Ihre Erlebnisse spiegelten sich im umgetexteten Lied von „Lukas, dem Lokomotivführer“ wider, ehe sie passend zum Motto des Abends und der letzten drei Jahre abschlossen: „Ein Pirat auf hoher See ist im Herzen nie allein!“