Klinisches Ethikkomitee

Kliniken Nordoberpfalz AG

Der medizinische Fortschritt in Diagnostik und Therapie ermöglicht es uns, länger zu leben. Er befähigt uns aber auch dazu, vor allem im Bereich der Intensivmedizin den Tod schwerkranker Menschen hinauszuschieben. Dabei entsteht ein Dilemma: Das technisch Mögliche muss nicht immer auch die sinnvollste Therapie für den Patienten sein. Die Maximaltherapie muss der konkreten Situation angepasst werden, denn nur so kann das oberste Prinzip des Willens des Patienten und der Grundsatz „Nil nocere“ (nicht schaden) auch in diesen Situationen Gültigkeit behalten. Diese Entscheidung ist für Ärzte und Pflegekräfte oftmals nicht leicht. Ethische Konflikte im Klinikalltag sind erheblich und belasten Pflegekräfte sowie Ärzte in der täglichen Arbeit erheblich.

Therapie im Sinne des Patienten

Ende 2008 gründeten deshalb Mitarbeiter der Pflege, Ärzte, Seelsorger, Angehörige des Qualitätsmanagements, die Patientenfürsprecherin und andere aus allen Häusern der Kliniken Nordoberpfalz AG das Klinische Ethikkomitee (KEK). Dieses tagt seither monatlich und diskutiert z.B. die Therapie bei Vorliegen einer Patientenverfügung, um den Willen des Patienten umzusetzen. Wir besprechen den Umgang mit Sterbenden auf der Station und diskutieren an Fallbesprechungen die jeweils für die Patienten sinnvollste Therapie. Seit der Gründung wird diese Initiative vom Vorstand uneingeschränkt unterstützt.

Um die ethischen Kompetenzen der Mitarbeiter auszubauen, bilden sich die Mitglieder in Ethikforen, Seminaren zur Fallbesprechungen fort und stehen in der Ausbildung zum Ethikberater. Zudem laden wir regelmäßig Fachleute ein.

Als Mitte 2009 ein Gesetz verabschiedet wurde, das die Verpflichtung des Arztes bestätigt, den Willen des Patienten zu beachten, hat das KEK einen eigenen Flyer dazu entworfen.

Fortbildungen in allen Bereichen

Um die Arbeit und die Erkenntnisse des Klinischen Ethikkomitees auch in unserem Unternehmen zu multiplizieren, werden diese den pflegerischen und ärztlichen Mitarbeitern auf Stationsebene präsentiert. Durch Fortbildungen in allen Bereichen wird das Bewusstsein für ethische Problemlagen geschärft und damit die Grundlage für gemeinsame Lösungsansätze.

Die Mitglieder des Klinischen Ethikkomitees stehen auf Grund ihrer Kompetenz bei Anrufung zur Fallbesprechung durch Ärzte, Pflegepersonal oder auch durch Angehörige gerne zur Verfügung. Sollten Sie, liebe Patientin, lieber Patient, Anregungen oder Fragen haben, scheuen Sie sich nicht, uns unter der folgenden Kontaktadresse anzusprechen. Wir freuen uns über Ihre Zuschrift.

Informationsveranstaltung des EthikForums

am Mittwoch, den 17.01.2018 um 17.00 Uhr in der Hochschule Amberg-Weiden
Weitere Informationen finden Sie hier.

Bei Gesprächen kommt es mitunter zu Konflikten zwischen Patienten, Angehörigen und medizinischem Behandlungsteam. Das Klinische Ethikkomitee übernimmt hier bei Konfliktfällen ein Stück weit die Rolle, die früher Ärzte und Schwestern auf den Stationen ausgefüllt hatten.Während früher jeder Patient mit den ihn betreuenden Menschen vertraut war, steht er heute vor medizinischem Personal in Schichtdienst mit wechselnden Ansprechpartnern oder auch einer ihn überfordernden High-tech-Medizin. Patienten und Angehörige brauchen jemanden, der zuhört und hilft.

Es stellt eine neutrale Plattform dar, die sich mit den Problemen befasst, die das Verhältnis zwischen Behandlungsteam und Patienten belasten. Das KEK möchte zur Stabilisierung der notwendigen Vertrauensbasis beitragen, Sorgen und Ängste verringern, Zuwendung geben.

Im klinischen Alltag erleben wir immer wieder Spannungen zwischen Patientenwillen und medizinisch machbarer Therapie. Deshalb ist es wichtig, im Gespräch mit Anderen über das rechte, menschenwürdige Maß beim Einsatz moderner Therapieverfahren und Medizintechnik nachzudenken. Wir machen es uns zur Aufgabe…

  • als neutrale Instanz zu wirken und dabei Angehörigen, Patienten, Ärzten und Pflegepersonal bei Entscheidungen beratend und klärend beizustehen
  • als neutrale Instanz moderierend zu wirken
  • Fakten und Umstände zu klären, um Entscheidungen zu erleichtern
  • den Patientenwillen zu finden und zu klären
  • in schwerwiegende Entscheidungen die Faktoren Zeit und menschliche Zuwendung verstärkt einzubringen
  • auf Patienten und Angehörige beruhigend einzuwirken
  • emotional ausgleichend zu wirken
  • die Mitglieder des Klinischen Ethikkomitees in ethischen Fragen auszubilden
  • Richtlinien für das klinische Handeln zu erarbeiten. Zentrale Frage ist für das Ethikkomitee die Überlegung, was der Wille des Patienten ist. Das Ethikkomitee befasst sich mit moralischen Vorstellungen, Fragen der Menschenwürde und der Einschätzung der Lebensqualität und des Umgangs miteinander.

Das Klinische Ethikkomitee ist eine Gruppe, die sich dieser Aufgabe in den Kliniken stellen will.
In ihr engagieren sich Vertreter unterschiedlicher Berufsgruppen

  • Ärzte
  • Pflegende
  • Seelsorger
  • Juristen
  • die Patientenfürsprecherinnen
  • Vertreter weiterer Berufsgruppen, welche sich bei Ihnen in dieser Applikation vorstellen möchten
Wer kann sich mit Fragen oder einer Bitte um ein Ethikkonsil an das Ethikkomitee wenden?
  • Angehörige
  • Patienten
  • Pflegepersonal
  • Ärzte
  • Mitarbeiter der Kliniken Nordoberpfalz AG

Im Ethikkonsil treffen sich ausgebildete Ethikberater mit den Ratsuchenden zum zielgerichteten Beratungsgespräch. Die Beteiligten überlegen gemeinsam, beraten und erstellen ethisch verantwortbare Richtlinien für das klinische Handeln. Das Ethikkomitee übernimmt die Aufgabe des Beraters, Zuhörenden, dem Menschen zugewandten.

Zwischen das technisch Machbare und die Ängste der Menschen tritt das Ethikkomitee. Es sucht im Gespräch mit Angehörigen nach dem „mutmaßlichen Willen des Patienten“, auch wenn dieser ihn selbst nicht mehr äußern kann und keine Patientenverfügung vorliegt.

Gerade im Notfall sollte man persönliche Daten, sowie die Adresse des Hausarztes und die eigene Medikamentierung parat haben – doch in der Aufregung kann man schon mal Wichtiges vergessen. Um dem vorzubeugen, bieten wir Ihnen an, eine sogenannte „Notfallmappe“ als PDF herunterzuladen.

Diese können Sie sich ausdrucken, abheften und die Bögen über Ihre Besuche bei Ärzten, ambulante Therapien etc. gut leserlich ausfüllen. Bitte bewahren Sie die Mappe so auf, dass Sie jederzeit darauf zurückgreifen können. Im Notfall bringen Sie oder Ihre Angehörigen die Notfallmappe mit ins Krankenhaus – und wir haben sofort alle Informationen bei der Aufnahme zur Hand.

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