News der Kliniken Nordoberpfalz AG

Gemeinsames Zukunftskonzept von Amberg und Weiden für Verbund-Perinatalzentrum Nordostbayern genehmigt

Grünes Licht vom Krankenhausplanungsausschuss! Die Strukturierungspläne für das gemeinsame Verbund-Perinatalzentrum Nordostbayern sind jetzt vollständig genehmigt worden. „Die Versorgung von Risikoneugeborenen in Bayern kann damit weiter ausgebaut werden“, verkündete Bayerns Gesundheitsministern Melanie Huml. In seiner Sitzung am Montag hat der Krankenhausplanungsausschuss dem gemeinsamen Antrag des Klinikums St. Marien Amberg und der Kliniken Nordoberpfalz AG auch für die Frühgeborenenversorgung zugestimmt.

Durch die Zustimmung des Krankenhausplanungsausschusses können sich künftig auch gestufte Perinatalzentren zusammenschließen. Bisher sah das Fachprogramm „Stationäre Versorgung von Risikoneugeborenen in Bayern“ des Bayerischen Krankenhausplans nur die Möglichkeit vor, dass sich mehrere Perinatalzentren Level 1 zu einem Verbund zusammenschließen können. „Wir freuen uns sehr über die Zusage für die Neustrukturierung. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, dass wir auch zukünftig in der mittleren und nördlichen Oberpfalz Frühgeborene gemeinsam mit dem Klinikum Weiden in einem abgestimmten gestuften System versorgen können. Durch diese Strukturveränderungen können wir den gestiegenen Anforderungen Rechnung tragen und gleichzeitig für die Bevölkerung weiterhin wohnortnah die Versorgung von Frühgeborenen anbieten“, so Manfred Wendl, Vorstand des Klinikums St. Marien Amberg.

Weiterer Teil des gemeinsamen Konzeptes der beiden Kliniken ist der Aufbau einer Kinderchirurgie mit Standort am Klinikum Weiden. Dafür hatte der Krankenhausplanungsausschuss schon in seiner letzten Sitzung grünes Licht gegeben. In den beiden Kliniken wird jetzt intensiv an den notwendigen Schritten für die Umsetzung des Konzeptes gearbeitet. Bis zur endgültigen Umsetzung des neuen Konzeptes werden weiterhin in Weiden und in Amberg Frühgeborene nach dem Level-I-Standard versorgt. „Sobald die konkreten Zeitpläne vorliegen, werden wir umfassend informieren. Bis zur Umsetzung des neuen Konzeptes wird sich in der Versorgung unserer Patienten aber erst einmal nichts ändern“, so Josef Götz, der Vorstand der Nordoberpfalz AG.
 

 

Ausgezeichneter Ruf

Kliniken Nordoberpfalz AG erhält Siegel für „Höchste Reputation“ von Wirtschaftsmagazin FOCUS MONEY

Für ein Unternehmen ist die Reputation bei seinen Kunden einer der wichtigsten Faktoren – für Krankenhäuser trifft das in gleicher Weise auf seine Patienten zu. Gerade deshalb ist die Kliniken Nordoberpfalz AG stolz auf die Auszeichnung, die es jetzt vom Wirtschaftsmagazin FOCUS MONEY gab: denn aufgrund der überdurchschnittlich guten Bewertungen in verschiedenen Bereichen erhält der Gesundheitsverbund das Siegel „Höchste Reputation“.

„Wir freuen uns außerordentlich über diese Auszeichnung, weil sie unseren Stellenwert für die Gesundheitsversorgung in der nördlichen Oberpfalz unterstreicht. Wir bieten in unserer Region Top-Medizin auf höchstem Niveau. Und das Urteil der Patienten zeigt, dass wir in unserer Region einen ausgezeichneten Ruf genießen“, so Josef Götz, Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG. Sein besonderer Dank gilt daher vor allem den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den Standorten: „Das Siegel ‚Höchste Reputation‘ beweist, dass das Engagement und die Leistungen unserer Kolleginnen und Kollegen im medizinischen und pflegerischen Bereich zum Wohle unserer Patienten außerordentlich sind. Darum sind wir stolz, solche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserem Klinikverbund haben zu dürfen.“

Im Mittelpunkt der Untersuchung standen fünf Themenfelder, aus denen sich die Reputation errechnete: Management, Nachhaltigkeit, Produkt und Service, Leistung als Arbeitgeber und Wirtschaftlichkeit. Die Auszeichnung wurde anhand der erreichten Punktzahl im Gesamt-Ranking vergeben. Die Unternehmen, die in der Gesamtwertung in ihrer Branche mindestens 67 von 100 möglichen Punkten erreicht hatten, erhielten das Prädikat „Höchste Reputation“. Mit etwas mehr als 75 Punkten übertraf die Kliniken Nordoberpfalz AG diesen Wert deutlich und gehört damit zur bundesweiten Topgruppe in der Branche Krankenhäuser.

„Diese Auszeichnung beweist, dass in den Häusern der Kliniken Nordoberpfalz AG hervorragend gearbeitet wird – und das ist das Wesentliche. Das sollte man auch im Hinblick auf die aktuellen Diskussionen immer beachten“, betont Wolfgang Lippert, Landrat des Landkreises Tirschenreuth und Aufsichtsratsvorsitzender der Kliniken Nordoberpfalz AG.

Durchgeführt wurde die Untersuchung vom Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) im Auftrag von DEUTSCHLAND TEST und dem Wirtschaftsmagazin FOCUS MONEY. Erfasst und ausgewertet wurden dabei knapp 18 Millionen Nennungen zu den 5.000 größten Firmen Deutschlands aus mehr als 140 Branchen.
 

 

Dreieinhalb Jahre NeuroRadiologisches Zentrum Nordostbayern (NRZ)

2015 wurde das NeuroRadiologische Zentrum Nordostbayern (NRZ) als Kooperation der Kliniken Nordoberpfalz AG und dem Klinikum St. Marien in Amberg gegründet.

Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland und der häufigste Grund für eine bleibende Behinderung. Die Bezeichnung beruht auf einem „schlagartigen“ Ausfall von Hirnfunktionen, meist ausgelöst durch eine Durchblutungsstörung im Kopf. Diese bewirkt, dass Nervenzellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden und innerhalb weniger Stunden absterben. Die Behandlung muss deshalb möglichst schnell erfolgen und es gilt der Grundsatz „Time is brain! – Zeit ist Gehirn!“.

Bis etwa 2015 wurden Gefäßverschlüsse im Gehirn durch die Gabe eines Medikaments – die sogenannte Thrombolyse – aufgelöst. Diese Behandlung wirkt aber nicht in jedem Fall ausreichend gut. Für solche, meist schwerere Schlaganfälle, steht seit etwa 2015 die Möglichkeit der interventionellen Therapie über einen in die Leiste eingebrachten Katheter zur Verfügung, sie wird Thrombektomie genannt.

Um beide Behandlungsmöglichkeiten den Patienten in der Region Amberg/Weiden anbieten zu können, wurde 2015 das NeuroRadiologische Zentrum Nordostbayern (NRZ) als Kooperation der Kliniken Nordoberpfalz AG und dem Klinikum St. Marien in Amberg gegründet. „Dadurch konnte die Schlaganfallversorgung für die Patienten in der Region in den vergangenen dreieinhalb Jahren noch weiter verbessert werden“, so Dr. Frank Huber, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum St. Marien Amberg.

Sowohl am Klinikum Weiden als auch in Amberg werden Schlaganfallspatienten in spezialisierten Stroke-Units behandelt. Durch die Zusammenarbeit im NRZ kann nun seit mehr als 3 Jahren neben der Thrombolyse die hochspezialisierte Katheterbehandlung durch die Kollegen der Neuroradiologie an beiden Kliniken durchgeführt werden. Der große Vorteil für die Patienten: Der Arzt kommt zum Patienten, ihm werden damit eine Verlegung und der damit verbundene Zeitverlust bis zur Behandlung erspart. Der Patient kann an der aufnehmenden Klinik unmittelbar nach der Diagnose zur Thrombektomie vorbereitet werden und der die Behandlung durchführende Experte ohne Verzögerung seine Behandlung beginnen.

Etwa 80 Patienten werden hierbei pro Jahr in den beiden Kliniken mit der Kathetermethode behandelt. „Wir verfügen mittlerweile über ein Team von sieben spezialisierten Radiologen, die einen Dienst rund um die Uhr über 365 Tage abdecken“, betont PD Dr. Thomas Finkenzeller, Neuroradiologe und Leiter des NeuroRadiologischen Zentrums Nordostbayern.

„Unser Ziel mit der Gründung des NRZ war es, unseren Schlaganfall-Patienten in der nordöstlichen Oberpfalz diese hochspezialisierte Behandlung zugutekommen zu lassen“ so der neurologische Chefarzt Dr. Angerer vom Klinikum Weiden. „Dank dieser hochqualitativen Versorgung vor Ort steigen die Chancen der Patienten, den Schlaganfall mit einem möglichst guten Ergebnis zu überstehen. Nebenbei macht die Zusammenarbeit der Spezialisten viel Spaß und läuft hervorragend“, freut sich Chefarzt Dr. Huber.

Unter dem Dach des NeuroRadiologischen Zentrums Nordostbayern finden auch regelmäßig interdisziplinäre Fallkonferenzen statt, um den behandelnden Ärzten die besten Behandlungsempfehlungen geben zu können.

Auch Patienten mit Hirnblutungen, z. B. aus Aussackungen der Hirngefäße (Aneurysmata), können an beiden Standorten sowohl neurointerventionell (Coiling) durch PD Dr. Thomas Finkenzeller oder neurochirurgisch (Clipping) durch PD Dr. Hischam Bassiouni, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie in Amberg und Weiden, behandelt werden.

Die Kliniken sind telemedizinisch miteinander verbunden, so dass auch außerhalb der Regelarbeitszeit oder an Feiertagen eine schnelle Bildbetrachtung und eine umgehende Kommunikation für eine optimale Behandlung jederzeit möglich sind.

Nach 1000 Tagen fällt somit das Fazit der beiden Ärztlichen Direktoren, Dr. Harald Hollnberger (Klinikum St. Marien Amberg) und Dr. Thomas Egginger (Kliniken Nordoberpfalz AG) für das NeuroRadiologische Zentrum Nordostbayern äußerst positiv aus. Patienten mit schweren neurologischen und neurochirurgischen Krankheitsbildern können durch diese beispielhafte, hervorragende Zusammenarbeit in beiden Kooperationskliniken optimal versorgt werden.
 

 

Wärmende Unterstützung für kleinste Patienten

BRK-Bereitschaft Rothenstadt näht Kleidung für Frühgeborene auf Intensivstation der Kinderklinik

„Rotes Kreuz auf weißem Grund – hilfsbereit zu jeder Stund‘!“ Dieses Motto hat sich die BRK-Bereitschaft Rothenstadt auf die Fahnen geschrieben. Dass diese Einstellung auch gelebt wird, zeigt die Unterstützung für die Kinderintensiv- und Frühgeburtenstation der Kinderklinik am Klinikum Weiden: denn für die kleinsten Patientinnen und Patienten konnte das Team um Bereitschaftsleiterin Sieglinde Steiner jetzt selbstgenähte Kleidung übergeben – und das war erst der Anfang.

Auf der Suche nach Schnittmustern für ein Puppenkleid stieß Sieglinde Steiner auf ein Problem, vor dem viele Eltern von Frühgeborenen stehen: Kleidung für Frühgeborene – kaum oder nur sehr schwer zu finden. So entstand der Kontakt mit einer Mutter, die die Kleidung für ihr Frühgeborenes selbst genäht hatte. Eine Idee war geboren: „Ich habe mir gedacht, das wäre auch etwas für uns, denn das BRK ist mehr als Blaulicht und Rettungsdienst. Es geht vor allem um Hilfsbereitschaft“, so Steiner, die daraufhin acht Frauen und ein Mädchen aus den Reihen der BRK-Bereitschaft um sich scharen konnte, die beim Nähen von Kleidung für Frühgeborene helfen wollten. Fehlte noch der Stoff – und da fand sich mit der Stoffboutique von Valentina Jäger in Neustadt/WN sofort ein Sponsor, der die benötigten Stoffe im Wert von rund 500 Euro umgehend zur Verfügung stellte.

Unter der Regie der gelernten Schneiderin Sieglinde Steiner wurde also genäht – und das Ergebnis war außerordentlich: kistenweise konnte die BRK-Bereitschaft jetzt Schühchen, Söckchen, Sets mit Strampler, Höschen und Mützchen in den Größen 38 bis 52 und Einschlagtücher für Brutkästen an die Kinderintensiv- und Frühgeburtenstation übergeben. Die Freude darüber war natürlich riesig: „Wir merken im Gespräch mit Eltern immer wieder, dass es diese Kleidung im Handel kaum gibt. Und Söckchen oder Mützchen wärmen die Kinder natürlich auch“, betont Tanja Wittmann, Leitung der Kinderintensiv- und Frühgeburtenstation. Auch Pflegedirektor Thomas Baldauf bedankte sich für die Unterstützung: „Es ist extrem wichtig, dass wir Frühgeburten in der Region versorgen können. Und wir freuen uns außerordentlich, wenn sich Personen für die Gesundheitsversorgung unserer kleinster Patienten einsetzen, die nicht direkt betroffen sind.“

Mit der ersten Übergabe ist die Spendenaktion jetzt aber noch nicht beendet. „Wir nähen weiter, es macht einfach großen Spaß“, erklärt Sieglinde Steiner, die jetzt mit ihrem Nähteam auch Sets für die erste Zeit daheim anfertigen will. Solche Sets gibt es in Geschenkform auch in der Stoffboutique zu erwerben, die das Projekt weiter unterstützen wird.

Angehörige in Therapie einbeziehen

Interdisziplinäre Intensivstation 83 am Klinikum Weiden hat inzwischen mehr als 500 Ärzte und Pflegekräfte aus ganz Deutschland geschult

Für viele gehört es zu den schlimmsten Vorstellungen: ein naher Angehöriger liegt aufgrund einer schweren Erkrankung, eines Unfalls oder einer großen Operation auf der Intensivstationen. Eindrücke, die geprägt sind von Geräten, Schläuchen und Katheter, an die der Angehörige angeschlossen ist, dazu eine sterile Atmosphäre. Eine ähnliche Vorstellung: Menschen, die in ein künstliches Koma versetzt wurden und auf Ansprache oder Berührungen nicht mehr reagieren. Dass sich solche Vorstellungen aber nicht zwingend bewahrheiten müssen, zeigt sich auf der Interdisziplinären Intensivstation 83 am Klinikum Weiden: hier geht man seit mehreren Jahren einen anderen erfolgreichen Weg.

Lange Zeit war unter Intensivmedizinern die Versetzung in ein künstliches Koma ein anerkanntes und in der klinischen Routine häufig angewendetes Verfahren. Seit etwa 15 Jahren wissen Mediziner aber, dass diese Technik, Patienten während einer akuten Krankheitsphase mit Medikamenten ruhig zu stellen, in vielen Fällen nicht dem Behandlungserfolg dient, sondern im Gegenteil den Patienten schadet. „Patienten haben durch länger dauernde Sedierung ein erhöhtes Risiko, ein Delir – also einen akuten Verwirrtheitszustand – zu erleiden. Inzwischen ist unstrittig, dass diese akuten Verwirrtheitszustände direkte Auswirkungen auf den Gesundungsprozess des Patienten haben können“, erklärt Andreas Faltlhauser, Leiter der Interdisziplinären Intensivstation 83 am Klinikum Weiden. So treten beispielsweise häufiger Infektionen und Wundheilungsstörungen auf, Krankenhausaufenthalte werden verlängert, manche Patienten sterben sogar an den Komplikationen. Aber auch auf die geistige Leistungsfähigkeit der Patienten nach einem Aufenthalt auf der Intensivstation kann ein Delir fatale Auswirkungen haben. Viele Patienten büßen erheblich an geistigem Leistungsvermögen wie Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit und Erinnerungsvermögen ein.

Das Team der Interdisziplinären Intensivstation 83 am Klinikum Weiden geht seit nunmehr sieben Jahren einen anderen Weg – mit Erfolg. Anstatt einen Patienten mit Medikamenten ruhig zu stellen, werden die Patienten, auch wenn sie künstlich beatmet werden müssen, ihren Bedürfnissen entsprechend mit Schmerzmitteln und angstlösenden Medikamenten behandelt. Eine Sedierung, also das Ausschalten des Bewusstseins, ist so nur noch in sehr seltenen Fällen – und auch dann nur für kurze Zeit – nötig. „Dadurch kann ein Patient früher aus dem Bett mobilisiert werden, früher auf die Unterstützung von Geräten, wie zum Beispiel der künstlichen Beatmung, verzichten und seinen Gesundungsprozess aktiv mitgestalten“, so Faltlhauser.

Diese neue Herangehensweise in der Intensivmedizin erfordert jedoch ein Umdenken von allen Beteiligten: Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten – aber auch Angehörigen. Gerade sie spielen in diesem Konzept eine entscheidende Rolle, da sie einen unschätzbaren Beitrag dazu leisten, den Patienten über seine Situation zu orientieren und moralisch zu unterstützen. Deshalb werden die Angehörigen aktiv in die Therapie eingebunden und so zum Bestandteil des therapeutischen Konzepts. Alle wissenschaftlichen Studien deuten darauf hin, dass diese neue Herangehensweise für die Patienten sehr positive Auswirkungen hat. Diese Auswirkungen sind für das Team der Interdisziplinären Intensivstation 83 in der täglichen Praxis spürbar.

Über die letzten Jahre hat das Team ein Umfeld geschaffen, in dem diese Konzept des „Nichtsedierens“ durch die Vermeidung von Lärm, unnötiger Lichtexposition, die Förderung des natürlichen Schlafs und vor allem die frühzeitige konsequente Mobilisierung der Patienten aus dem Bett sehr gut funktioniert. Diese Erfahrungen geben Ärzte und Pflegekräfte seit einigen Jahren in regelmäßigen Workshops und durch Hospitationen direkt in der alltäglichen klinischen Praxis am Patientenbett an interessierte Ärzte und Pflegekräfte aus ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland weiter. Inzwischen haben etwa 500 Teilnehmer aus ganz Deutschland, von Unikliniken ebenso wie Krankenhäusern der Regelversorgung, die Workshops und Praktika am Klinikum Weiden besucht und so Ideen und Denkanstöße für ihre eigene klinische Praxis erhalten. Den Initiatoren der Workshops Andreas Faltlhauser und Markus Argauer ist dabei wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen, dass es nicht möglich ist, die Strukturen und Herangehensweisen einfach zu übernehmen: „Viel mehr ist ein Umdenken in den Köpfen aller Mitarbeiter nötig. Dieser Prozess muss individuell in allen Intensivstationen entwickelt und gesteuert werden. Eine Goldrandlösung, die für alle passt, gibt es nicht“ betont Faltlhauser, der 20165 die Workshops in ihrer jetzigen Form entwickelt und seither medizinisch geleitet hat. Zusammen mit Markus Argauer, der die pflegerischen Aspekte vertritt, und wechselnden externen Referenten entstand so eine wertvolle Plattform den Teilnehmern praxisnah direkt am Patientenbett diese neue Philosophie der Patientenversorgung vermittelt.

Individuelle Therapie unabdingbar

Dr. Susanne Neumeier und Prof. Dr. Dr. Thomas Bschleipfer zeigen Behandlungsmöglichkeiten bei chronischem Becken- und Blasenschmerz auf

Die Einschränkungen, mit denen Patienten mit Becken- und Blasenschmerz umgehen müssen, sind enorm und haben einen belastenden Einfluss auf deren Alltag und die Lebensqualität. Zusätzlich treten in vielen Fällen weitere Krankheitsbilder wie Rücken- und Kopfschmerzen oder Depressionen auf. Am Klinikum Weiden tritt man dieser unangenehmen und intimen Erkrankung entschieden entgegen – gemeinsam über Abteilungsgrenzen hinweg.

Im Rahmen der Vortragsreihe „Chefarzt im Gespräch“ informierten jetzt gleich zwei Chefärzte über die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten. Dr. Susanne Neumeier, Chefärztin der Schmerztagesklinik, zeigte auf, dass psychosomatische Faktoren häufig eine große Rolle beim Thema Becken- und Blasenschmerz spielen. „Das psychische Wohlbefinden leidet aufgrund der großen Schmerzen ebenso wie persönliche Beziehungen und die Lebensqualität im Allgemeinen“, so Dr. Neumeier. Einen wichtigen Ansatz stelle daher die multimodale Therapie dar, die neben Physio-, medizinischer Trainings- und Atemtherapie auch Entspannungstraining und den Einsatz eines Biofeedbackgeräts umfasse.
Die Gründe für Erkrankungen in diesem Bereich seien vielfältig und würden von Verwachsungen im Bauch, Narben nach Eingriffen oder nach der Geburt bis hin zu orthopädischen oder neurologischen Gründen reichen. Daher sei eine multidisziplinäre Behandlung besonders wichtig, betonte Prof. Dr. Dr. Thomas Bschleipfer, Chefarzt der Klinik für Urologie und Leiter des Zentrums für Interstitielle Zystitis und Beckenschmerz am Klinikum Weiden. Eine spezielle Form des chronischen Beckenschmerzes stellt die Interstitielle Zystitis / das Blasenschmerzsyndrom (IC / BPS) dar, eine chronische Harnblasenerkrankung, die von (Blasen-)Schmerzen, starkem Harndrang, häufigem Wasserlassen und nächtlichen Toilettengängen geprägt ist. Betroffen sind dabei vor allem Frauen zwischen 50 und 60 Jahren. Die Symptome gleichen oft verwechselbaren Erkrankungen, weshalb meist eine Ausschlussdiagnostik erfolgen muss. „Bislang mussten Patienten bis zu neun Jahre auf die Diagnose Interstitielle Zystitis warten. Diese jahrelange Zeit von Ungewissheit, Frustration und Rückschlägen soll künftig deutlich verkürzt werden“, erklärte Prof. Bschleipfer, der an der Erstellung einer entsprechenden deutschsprachigen Leitlinie zur IC/BPS verantwortlich beteiligt war. Unterschiedliche Fachdisziplinen arbeiten zusammen, um diese chronische Erkrankung zu behandeln. „Eine allgemeingültige Therapie, die für jeden Patienten geeignet ist, gibt es nicht. Jeder Patient ist anders. Und darum wird immer ein individuelles und auf den Patienten zugeschnittenes Therapiekonzept erstellt“, so Prof. Bschleipfer.

Auch Dr. Susanne Neumeier bekräftigte den multidisziplinären Ansatz und verwies auf eine entsprechende fachspezifische Rehabilitation: „Nur interdisziplinär und damit in enger Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachdisziplinen, niedergelassenen Kollegen und speziellen IC/BPS-Zentren wie am Klinikum Weiden kann das große Ziel erreicht werden, die extrem eingeschränkte Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu verbessern.“

Neue Führungsstruktur der Kliniken Nordoberpfalz AG

Josef Götz bleibt Vorstand – Erarbeitung einer neuen Führungsstruktur

Der Aufsichtsrat der Kliniken Nordoberpfalz AG hat in seiner gestrigen Sitzung eine Änderung der Führungsstruktur beschlossen. Josef Götz, der seit Gründung der AG Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG ist, wird das Unternehmen weiterhin leiten. Ein externes Beratungsinstitut wird damit beauftragt, eine Führungsstruktur mit drei Vorständen auszuarbeiten. Dann erfolgt die Ausschreibung der zu besetzenden Vorstandspositionen.

Anders lautende Pressemeldungen entsprechen nicht der Beschlusslage des Aufsichtsrats.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Landrat Wolfgang Lippert ist erschüttert, dass interne Beschlüsse des Aufsichtsrats direkt und unkorrekt an die Presse weitergegeben werden. Das Vertrauen in den Aufsichtsrat ist dadurch erheblich belastet. Er lässt prüfen inwieweit hier rechtliche Schritte einzuleiten sind.

Die Umsetzung des erweiterten Zukunftskonzepts 2020, das in der Aufsichtsratssitzung am 9. Februar beschlossen wurde, wird uneingeschränkt weiterverfolgt.

Positive Signale für die Umsetzung des weiterentwickelten Zukunftskonzepts 2020

Aufsichtsratssitzung am 10. April: Fortschritte in den Gesprächen mit niedergelassenen Ärzten, Ministerium und Kostenträgern zur Realisierung umfassender medizinischer Versorgungsmöglichkeiten in der Region

Die Leitung der Kliniken Nordoberpfalz AG hat den Aufsichtsrat in der Sitzung am 10. April über den aktuellen Stand zur Umsetzung des erweiterten Zukunftskonzepts 2020 informiert. Dabei ging es insbesondere um die Finanzierungs- und Realisierungsmöglichkeiten des geplanten Intersektoralen Gesundheitszentrums (IGZ) mit einer erweiterten ambulanten Versorgung. Die Klinikleitung befindet sich hierzu in laufenden Gesprächen mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege sowie mit den Kostenträgern. Parallel dazu ist die Gewinnung niedergelassener Ärzte für das geplante Gesundheitszentrum bereits angelaufen.

Das erweiterte Zukunftskonzept 2020 sieht eine Umwandlung des Standorts Waldsassen in ein Intersektorales Gesundheitszentrum (IGZ) mit einer erweiterten ambulanten Versorgung vor. Das IGZ stellt unter Einhaltung des Facharztstandards die regionale Grundversorgung mit Schwerpunkt auf allgemeinärztlichen, internistischen und weiteren Angeboten auch in Zukunft sicher.

Um die notwendigen Umstrukturierungsmaßnahmen zu finanzieren, prüft die Klinikleitung aktuell zusammen mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege die Möglichkeiten der Förderung durch Investitionsmittel aus dem Krankenhaus-Strukturfonds. Nach aktuellem Kenntnisstand sind die Voraussetzungen für eine Förderung des IGZ durch den Strukturfonds erfüllt. Entscheidend hierfür sind die Förderrichtlinien, die voraussichtlich Mitte des Jahres erscheinen. Der Antrag wird aktuell vorbereitet und sofort nach Veröffentlichung der Förderrichtlinien gestellt. Erste Gespräche mit Krankenkassen bezüglich des angedachten Konzepts waren positiv.

Parallel arbeitet die Klinikleitung weiter an einem Konzept für eine erweiterte ambulante Versorgung in Waldsassen, wie sie im erweiterten Zukunftsplan 2020 vorgesehen ist. Mit 15 bis 20 Betten würde es Patienten damit ermöglicht, für wenige Tage stationär in Waldsassen behandelt zu werden. Der Erfolg des Konzepts hängt jedoch entscheidend davon ab, ob eine juristische Grundlage für die Realisierung gefunden werden kann. „Wir prüfen aktuell mögliche Umsetzungsszenarien für die erweiterte ambulante Versorgung“, sagt Josef Götz, Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG. „Alle Beteiligten sind engagiert, Lösungen zu finden und rechtliche Möglichkeiten zu schaffen, um das Konzept umsetzen zu können.“

Ein weiteres Ziel der Kliniken Nordoberpfalz AG ist nach wie vor, die orthopädische Rehabilitation in Waldsassen langfristig zu erhalten. Hierzu befindet sich die Klinikleitung in Gesprächen mit den Rentenversicherungsträgern. Damit ein Versorgungsvertrag abgeschlossen werden kann, müssen zunächst die Strukturanforderungen der Rentenversicherungsträger erfüllt werden. Ob dies der Fall ist, wird bis Ende Mai durch die Kliniken Nordoberpfalz AG intern geprüft.

Gespräche mit dem Betriebsrat
Nach einem ersten Sondierungsgespräch sind weitere Verhandlungen mit dem Gesamtbetriebsrat für den 24. April geplant. Das Zukunftskonzept soll ohne betriebsbedingte Kündigungen umgesetzt werden. „Es ist unser erklärtes Ziel, unsere gut qualifizierten und engagierten Mitarbeiter in unserem Unternehmen zu halten“, betont Götz. „Wir werden hier eng mit dem Betriebsrat und den Gewerkschaften zusammenarbeiten, um unter Berücksichtigung aller Interessen zu einer bestmöglichen Lösung zu kommen.“

Klinikumsapotheke Weiden erneut ausgezeichnet

April 2019

Best-Practice-Award für Projekt über Arzneimitteltherapiesicherheit verliehen

Die Apotheke im Klinikum Weiden beliefert die Häuser der Kliniken Nordoberpfalz AG und weitere Einrichtungen nicht nur mit Arzneimitteln, sondern sorgt mit verschiedenen Dienstleistungen auch für eine nachhaltige Verbesserung der Medikation von Patienten. Dafür wurde die Klinik-Apotheke jetzt erneut ausgezeichnet: so kann sich das Team um Dr. Werner Speckner, Leiter der Apotheke der Kliniken Nordoberpfalz AG, über den mit 5.000 Euro dotierten Best-Practice-Award „Erfolgreich durch Innovation“ freuen, der auf dem Prospitalia Jahreskongress in Stuttgart verliehen wurde.

Das von Apothekenleiter Dr. Werner Speckner vorgestellte Projekt „Medikationsmanagement für niereninsuffiziente Patienten – Digitalisierung im Dienste der Personalentwicklung“ befasst sich mit dem Schutz von Patienten, deren Nieren mittel bis stark geschädigt sind. Diese Patienten sind besonders anfällig für Arzneimittelnebenwirkungen.
Die Arzneimitteltherapiesicherheit ist seit langem ein zentrales Thema bei der Kliniken Nordoberpfalz AG. So prüft das Team der Apotheke unter Leitung von Dr. Werner Speckner die verordneten Arzneimittel in der elektronischen Patientenakte. Dabei gibt es in der Regel drei Möglichkeiten die Medikation zu verbessern: Die Dosierung kann optimiert werden, es liegt eine Kontraindikation vor und es können Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Medikamenten auftreten. Von der Labordiagnostik bis zur Arzneimittelgabe wurde ein geschlossener und verbesserter Medikationsprozess entwickelt. „Unsere Ergebnisse besprechen wir mit den Ärzten und dem Pflegepersonal. In der Regel läuft das im Hintergrund, ohne dass der Patient dies mitbekommt“, erklärt Dr. Speckner. „Die Medikation des Patienten wird über digitale Medien durch Fachapotheker fernkontrolliert.“

Die Ergebnisse sprechen für sich: so können pro Tag etwa sieben Medikationen verbessert werden. „Der Nutzen für den Patienten steht bei uns im Vordergrund und bei den Ärzten und der Pflege kommt der Nutzen primär an. Aber auch für den Patienten ist es natürlich wichtig zu wissen, dass die Medikationen nach dem Vier-Augen-Prinzip überprüft werden. Denn wir sehen bei der Hälfte der Fälle Verbesserungsmöglichkeiten und daher ist dies für alle Beteiligten von Vorteil.“, so der Apotheker. Und das Personal wird nicht nur digital unterstützt: So stellt die Apotheke den Ärzten auch Karten mit gezielten Informationen für die Patienten zur Verfügung, die im Arztkittel griffbereit sind.

Jetzt wurde dieser Beratungsservice mit dem 1. Preis des Best-Practice-Awards 2019 der Prospitalia GmbH ausgezeichnet. Prof. Dr. Andreas J. W. Goldschmidt, Sprecher Gesundheit & Soziales der FOM Hochschule Ökonomie & Management Essen, zeigte sich als Vorsitzender der Jury beeindruckt von der innovativen und effizienten Vorgehensweise. Besonders die intelligente Vernetzung der Patientenidentifikation, der Diagnostik, der Verordnungen und der Dokumentation dieser Medikationen, ganz im Sinne von Gesundheit 4.0, fand die Jury bei diesem Projekt sehr stimmig.

Bereits im Vorjahr erhielt die Apotheke der Kliniken Nordoberpfalz AG eine Auszeichnung vom ADKA Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker. Die damals gewürdigte Fortführung einer Diplomarbeit, die sich um die Medikationsanalyse für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion beschäftigte, wurde in der Apotheke nun über Automatisierung, Spezialisierung und Personalentwicklung auf Dauer etabliert.
Auch Josef Götz, Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG, gratulierte dem Team zum erneuten Erfolg: „Die Arbeit unserer Apotheke zeigt, dass auch Krankenhausapotheken ohne universitären Auftritt in Wissenschaft und Lehre nachhaltig hochrelevante Leistungen für die Arzneimitteltherapiesicherheit erbringen können. Die patientenindividuelle Krankenhauspharmazie ist in den vergangenen Jahren immer mehr zum Schwerpunkt geworden. Daher freue ich mich umso mehr über die Auszeichnung, weil sie die herausragenden Leistungen unserer Apotheke zum Wohle unserer Patienten bestätigt.“

 

 

Aufklärungsarbeit und Unterstützung bis zum Lebensende

April 2019

Klinisches Ethikkomitee der Kliniken Nordoberpfalz AG informiert sich über Hospiz St. Felix in Neustadt/WN

Seit Mitte Februar werden im Hospiz St. Felix in Neustadt an der Waldnaab unheilbar Kranke bis zu ihrem Tod gepflegt, aber auch Angehörige im Umgang mit den Sterbenden begleitet und bei der Trauerarbeit unterstützt. Aufgaben, die sich in großen Teilen auch mit den Tätigkeiten des Klinischen Ethikkomitees (KEK) der Kliniken Nordoberpfalz AG decken. Im Rahmen der regelmäßigen Sitzungen des Ethikkomitees konnten die Mitglieder jetzt das Hospiz St. Felix besichtigen und sich mit dem dortigen Personal fachlich austauschen.

Susanne Wagner, Leiterin des Hospiz St. Felix, führte die KEK-Mitglieder durch die umgestalteten Räumlichkeiten der früheren Palliativstation und gab einen Einblick in die tägliche Arbeit des fast 20-köpfigen Teams vor Ort, wo bis zu neun Gäste betreut werden können. „Wir verhelfen unheilbar Kranken bis zuletzt zu einem Leben in Würde“, betonte Wagner. Neben der Palliativstation, der ambulanten Palliativversorgung und dem ambulanten Hospizdienst der Malteser komplettiert das stationäre Hospiz nun die Hilfe für schwerstkranke Patienten in der Region.

Die Mitglieder des Klinischen Ethikkomitees um Leiter Dr. Manfred Hausel zeigten sich beeindruckt von den Tätigkeiten im Hospiz St. Felix. Dabei wurden auch mehrere Gemeinsamkeiten herausgestellt. Denn auch das Klinische Ethikkomitee, das seit 2008 besteht und inzwischen rund 25 Personen umfasst, bietet ein Forum für die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen und beschäftigt sich unter anderem mit Fragen der Patientenaufklärung, Patientenverfügung, Grundlagen der klinischen Ethikberatung, aber auch der Sterbebegleitung. „Mit unseren klinischen Ethikberatungen können wir einen wichtigen Beitrag leisten, ethisch schwierige Entscheidungen mithilfe von Experten und Moderatoren zu besprechen und zu finden“, erklärt Dr. Manfred Hausel, Leiter des Ethikkomitees. So kommt es häufig vor, dass nicht klar ist, welche Maßnahmen für betroffene Patienten die besten sind oder wenn es Uneinigkeit darüber zwischen den Beteiligten gibt – hier kann das Ethikkomitee mit ausgebildeten Ethikberatern unterstützend und helfend zur Seite stehen.

Neben der Besichtigung des Hospizes St. Felix tauschten sich die Mitarbeiter vor Ort und die Mitglieder des Ethikkomitees auf fachlicher Ebene über Anmeldungs- und Aufnahmeverfahren und Besonderheiten in der Versorgung aus. Zudem wurde vereinbart, dass bei Bedarf auch eine Beratung des Klinischen Ethikkomitees mit Angehörigen eines schwer erkrankten Patienten vor Ort im Hospiz erfolgen könne.