News der Kliniken Nordoberpfalz AG

Chefärzte im Gespräch

Prof. Dr. Dr. Thomas Bschleipfer eröffnet achtteilige Vortragsreihe am Klinikum Weiden

Männer und Inkontinenz – Krebs erkennen und heilen – Behandlungsmöglichkeiten der modernen Medizin – Prävention vor Schlaganfall und Krebs: nur einige der Themen, die bei der achtteiligen Vortragsreihe „Chefarzt im Gespräch“ am Klinikum Weiden behandelt werden. Eröffnet wird die Vortragsreihe, die immer im Besuchercafé des Klinikums Weiden stattfindet, am 12. September um 19 Uhr durch Prof. Dr. Dr. Thomas Bschleipfer, der bei seinem Vortrag „Mehr als ein Frauenthema – Männer und Inkontinenz“ beide Geschlechter einbindet und über Behandlungsmöglichkeiten informiert.

Wie schon in den Vorjahren wird die Vortragsreihe einen breiten Überblick über das medizinische Spektrum des Klinikums Weiden bieten. „Wir wollen damit informieren, Themen aus dem Alltag in den Mittelpunkt stellen und die Bevölkerung damit natürlich auch aufklären“, beschreibt Josef Götz, Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG, die achtteilige Reihe, an der Chefärzte und Leitende Ärzte über verschiedene medizinische Sachverhalte informieren und nach der Veranstaltung für Fragen zur Verfügung stehen.

Den Auftaktvortrag am 12. September um 19 Uhr hält dabei Prof. Dr. Dr. Thomas Bschleipfer, Chefarzt der Klinik für Urologie. Er wird dabei vor allem das Thema Inkontinenz bei Männern in den Mittelpunkt stellen. Unkontrollierter Harnverlust ist nicht nur für viele Frauen, sondern eben auch bei Männern ein leidiges Thema, das in der freien Gestaltung ihres Alltags stark einschränkt. Dabei sind jedoch verschiedene Typen der Harninkontinenz zu unterscheiden. Zu den häufigsten Arten gehören die Dranginkontinenz, die Inkontinenz bei chronischer Harnretention oder Belastungsinkontinenz. „Das Auftreten von männlicher Harnkontinenz ist stark altersabhängig. Rund 5 Prozent der Männer ab 50 Jahren und rund 10 Prozent der Männer ab 60 Jahren leiden unter Inkontinenz. Im höheren Alter ist sogar jeder Fünfte von dieser Erkrankung betroffen“, so Prof. Dr. Dr. Bschleipfer.

Er wird in seinem Vortrag dabei über Gründe und Behandlungsmöglichkeiten von Inkontinenz sprechen, bei der es sich entgegen der landläufigen Meinung in vielen Fällen eben nicht um eine unvermeidliche Alterserscheinung handelt, mit der sich Betroffene abfinden müssen. Welche Rolle hierbei dem interdisziplinären Kontinenz- und Beckenbodenzentrum zukommt, worauf Betroffene achten müssen und welche Möglichkeiten zur Behandlung es gibt, das erfahren die Besucher beim Vortrag des Chefarztes der Urologie am Donnerstag, den 12. September, ab 19 Uhr im Besuchercafé am Klinikum Weiden.

Hier finden Sie einen Überblick über alle weiteren Vorträge:
Chefärzte im Gespräch – 2019-2020

 

 

Meilenstein in der chirurgischen Entwicklung

OP-Robotik-System „Da Vinci“ wird seit einigen Wochen mit großem Erfolg am Klinikum Weiden eingesetzt

Roboterassistierte Chirurgie ist zwar noch lange nicht in allen Bereichen Standard, nimmt aber kontinuierlich im Hinblick auf Qualitätsmerkmale moderner OP-Zentren an Bedeutung zu. Das Klinikum Weiden trägt dieser Entwicklung frühzeitig Rechnung und erhöht für seine Patienten mit der Einführung der OP-Robotik das Angebot an operativen Behandlungsmöglichkeiten deutlich. Für die Patienten bedeutet das: noch präzisere Eingriffe mit weniger Blutverlust und häufig auch weniger Schmerzen. Seit einigen Monaten ist nun der OP-Roboter „da Vinci Xi“ im Einsatz – die erste Bilanz fällt mehr als positiv aus.

Das OP-Roboter-System „da Vinci Xi“ setzt sich aus drei Hauptkomponenten zusammen: einem Stativ mit vier Armen und integrierter hochauflösender 3-D-Kamera, an denen die benötigten Instrumente befestigt werden können, einem Videoturm zur Verarbeitung der Bildinformationen und einer Kontrollkonsole, über die der Operateur die Instrumente und Arme höchstpräzise steuern kann. Auch der OP-Tisch ist beweglich und reagiert synchron mit den Armen auf die Weise, wie es während einer Operation benötigt wird. „Das System kombiniert die Vorteile der offenen Chirurgie mit denen der minimal-invasiven Chirurgie. Das bedeutet, dass Operationen noch genauer durchgeführt werden können und Patienten sich dadurch schneller erholen“, betonen Prof. Dr. Dr. Thomas Bschleipfer, Prof. Dr. Theodor Klotz (Chefärzte der Klinik für Urologie), Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl (Chefarzt der Klinik für Allgemeinchirurgie) und Dr. Martin Sonnek (Oberarzt der Klinik für Allgemeinchirurgie). Sie führen am Klinikum Weiden derzeit die Operationen mit dem da Vinci-System durch. „Auch wenn es OP-Roboter heißt: es steuert noch immer ein Mensch. Aber das System entlastet den Operateur enorm und bietet das bestmögliche Ergebnis – ein klarer Mehrwert für alle“, so die vier Operateure des Klinikums Weiden.

Das System muss dabei als verlängerter Arm des Operateurs verstanden werden. Durch eine zehnfache Vergrößerung und eine 3-D-Ansicht an der Kontrollkonsole hat der Operateur dabei genau das im Blick, was nötig ist, um Schnitte zu setzen oder Nähte anzubringen – nur eben präziser und genauer als es mit anderen OP-Methoden möglich wäre. Zudem sind die Bewegungen der Instrumente in allen drei Achsen möglich, so dass beispielsweise auch „um ein Organ herum“ operiert werden kann. Bei einem minimal-invasivem Eingriff ist dies aufgrund der starren Instrumente nicht in diesem Maße möglich.

Weil das da Vinci-System letztlich ein hochtechnisches Werkzeug für den Operateur ist, muss der Einsatz entsprechend gelernt werden – so auch am Klinikum Weiden. Der Schulungsaufwand dafür betrug rund ein halbes Jahr: mehrere Monate wurden Übungsszenarien mit dem Gerät absolviert, Abläufe in Schulungszentren in Frankreich und Belgien einstudiert und bereits mit dem System vertraute Operateure in deren Kliniken, zum Beispiel in Worms oder Stuttgart, besucht und dort neues Wissen angeeignet. Doch nicht nur die Ärzte, sondern auch die Pflege war gefordert, sich mit dem neuen System vertraut zu machen und entsprechende Schulungen zu absolvieren. Denn am Ende sind Operationen mit dem da Vinci eine Teamleistung – so wie alle anderen Operationsmethoden auch.

Am 10. April fand die erste Operation am Klinikum Weiden statt. Und bereits jetzt kann das gesamte Spektrum der mit dem da Vinci umsetzbaren Operationen bereits fast vollständig abgebildet werden. Bisher wird der Roboter in der Allgemeinchirurgie und der Urologie genutzt, zukünftig folgt dann auch der Einsatz in der Gynäkologie.

Rund 2,6 Mio. Euro hat die Kliniken Nordoberpfalz AG (unter Nutzung von Fördermitteln) für das neue System investiert. „Es ist nicht nur, aber insbesondere auch eine strategische Investition in die Zukunft. Roboterassistierte Operations-Systeme werden der Standard in den OP-Sälen werden. Je früher daher unsere Experten damit zu arbeiten beginnen, umso besser!“, erklärt der Ärztliche Direktor der Kliniken Nordoberpfalz AG, Dr. Thomas Egginger. „Vor allem sind wir sehr dankbar für das enorme Engagement unseres gesamten „Roboterteams“. Was unsere Chefärzte und OP-Pflegekräfte bei der Einführung geleistet haben, ist sensationell! Die besten Operateure haben jetzt die beste Technik – und daraus entstehen die bestmöglichen Ergebnisse für unsere Patienten.“

Mit dem bisher vorhandenen Hybrid-OP sowie einem Saal mit dem hochtechnischen integrierten OP-Saal bewegte man sich am Klinikum Weiden bereits vor der Investition in den OP-Roboter auf höchstem technischem Niveau – dieses wurde jetzt noch einmal gesteigert. „Mit dem da Vinci Xi und den bestehenden Möglichkeiten bewegen wir uns teilweise auf einem höheren Niveau als manche Universitätskliniken“, bestätigen die vier Operateure am Klinikum Weiden.

 

 

Blumen für die Palliativstation

Künstlerin Olga Kellwig spendet Bild

Bunt, sommerlich, lebensbejahend – all diese Eigenschaften enthält das Bild von Hobbykünstlerin Olga Kellwig aus Mitterteich. Und genau dieses Bild verschönert ab sofort die Palliativstation am Klinikum Weiden.

Kellwig hat derzeit im Dialyse-Zentrum am Klinikum Weiden einige ihrer Werke ausgestellt, darunter eben auch die neue Errungenschaft der Palliativstation. Dass genau dieses Bild gut in die Palliativstation passen würde, bemerkte Stationsleitung Beate Spickenreuther. Man kam ins Gespräch und schnell wurde klar, dass Olga Kellwig das besagte Bild der Palliativstation zukommen lassen will. „Malen ist für mich großer Freude und positiver Energie verbunden, die ich allen Menschen weitergeben kann. Ich hoffe sehr, dass dieses bunte und sommerliche Bild den Patienten, aber auch den Angehörigen gute und positive Eindrücke schenkt und dem Stationsteam die Arbeit erleichtert“, so Kellwig.

Dr. Stephanie Kuchlbauer, Ärztliche Leitung der Palliativstation, bedankte sich für die Bildspende. „Wir sind dankbar dafür, dass wir uns ein Bild aussuchen konnten, das auch in unser Konzept passt,“ freute sich Dr. Kuchlbauer, die auch weiterhin mit Olga Kellwig in Kontakt bleiben möchte – denn die Station wachse immer weiter, so dass dieses Bild vielleicht nicht das letzte der Künstlerin aus Mitterteich auf der Palliativstation bleiben könnte.

Seit dem Umzug der Palliativstation aus Neustadt/WN in die neuen Räumlichkeiten am Klinikum Weiden wurden dort mehr als 200 Patienten behandelt. Behandelt werden hier Patienten mit weit fortgeschrittenen, nicht mehr heilbaren und lebensbegrenzenden Erkrankungen. „Unser Ziel ist, die vorhandenen Beschwerden unserer Patienten mit individuell angepassten Maßnahmen zu lindern. Neben der palliativärztlichen und
pflegerischen Betreuung gehören auch verschiedene Therapiearten dazu, wie Akupunktur, Aromatherapie, Klangschalenmassagen und vieles mehr“, so Dr. Kuchlbauer.

 

 

Presseerklärung der Kliniken Nordoberpfalz AG

Statement zur aktuellen Berichterstattung (22. August 2019)

Die Kliniken Nordoberpfalz AG befindet sich in einer wirtschaftlich angespannten Situation. Wir müssen seit Jahren feststellen, dass sich der wirtschaftliche Druck enorm verschärft hat und auch der Fachkräftemangel eine große Herausforderung darstellt. Entsprechende strukturelle Anpassungen sind aktuell bereits auf den Weg gebracht worden und werden in den nächsten Monaten weiter umgesetzt. An dieser Umsetzung des Zukunftskonzepts 2020 wird mit Hochdruck weiter gearbeitet. Mit diesem wollen wir die medizinischen Versorgungsmöglichkeiten in der Region neu positionieren und dabei dem hochwertigen Versorgungsanspruch weiterhin gerecht werden. Ziel dabei ist es aber auch, das Unternehmen wieder auf wirtschaftlich gesunde Beine zu stellen.

Was die finanzielle Ausstattung hinsichtlich der Liquidität betrifft, wurde das Unternehmen bei der Gründung nicht mit eigenen liquiden Mitteln ausgestattet. Bisher erfolgte die Finanzierung des laufenden Betriebs daher über Bankkredite, die durch Bürgschaften der Träger abgesichert wurden. Gleiches gilt für nicht geförderte investive Maßnahmen des Unternehmens.

Aufgrund einer neuen höchstrichterlichen Rechtsprechung verweigert die Regierung der Oberpfalz nun den Trägern, diese Bürgschaften weiterhin rechtsaufsichtlich zu genehmigen. Jedoch liegen eindeutige Signale der Regierung vor, dass einer Genehmigung von direkten Darlehen der Träger nichts im Wege stehen würde.

Aus diesem Grund muss die Unternehmensfinanzierung zum Jahreswechsel umgestellt werden. Hierzu sind Beschlüsse in den Gremien der Träger erforderlich. Für die Stadt Weiden erfolgte dies in der gestrigen Sitzung des Ferienausschusses des Stadtrats Weiden mit großer Mehrheit, im Landkreis Neustadt/WN wurden die entsprechenden Beschlüsse bereits im Juli gefasst. Aktuell stehen daher nur noch die Beschlüsse des Landkreises Tirschenreuth aus. Dort ist die Sitzung des Kreistags für Mitte September terminiert.
Nach aktuellen Erkenntnissen kann daher davon ausgegangen werden, dass die Umstellung der Finanzierung der Kliniken Nordoberpfalz AG bis zum Jahresende vollzogen werden kann.

Für uns bedeutet dies ein klares Bekenntnis unserer Träger zu zwei wichtigen Punkten: einerseits der Sicherung unseres Unternehmens selbst, andererseits aber auch der Sicherung der kommunalen Trägerschaft.

 

 

Starke Partnerschaft weiter ausbauen

Antrittsbesuch des neuen Kommandeurs der Health Clinic Grafenwöhr am Klinikum Weiden

Die Health Clinic in Grafenwöhr ist für die Grundversorgung von rund 15.000 Soldaten und deren Familien zuständig. Doch nicht immer können alle Erkrankungen dort diagnostiziert und behandelt werden. Unterstützung bietet hier die Kliniken Nordoberpfalz AG, allen voran das Klinikum Weiden. Dort hat sich der neue Kommandeur der Health Clinic, LTC Avery J. Carney, jetzt vorgestellt.

Begrüßt wurde er dabei unter anderem von den Chefärzten Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl (Klinik für Allgemeinchirurgie) und Prof. Dr. Christian Paetzel (Radiologische Diagnostik, Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie) und erhielt einen Überblick über die Kliniken Nordoberpfalz AG im Allgemeinen und das Klinikum Weiden im Speziellen. „Wir bieten unseren Partnern Versorgung auf höchstem medizinischen Niveau“, betonte Michael Reindl, Pressesprecher und einer der Hauptansprechpartner der Health Clinic Grafenwöhr, gegenüber den Gästen.

Nach der Vorstellung des Klinikverbunds führte Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl den neuen Kommandeur der Health Clinic durch die OP-Säle am Klinikum Weiden und stellte dabei vor allem die hochmoderne Technik in den Vordergrund, die beispielsweise der OP-Roboter da Vinci, der Hybrid-OP oder der integrierte OP bieten. „Das ist eine Ausstattung, die teilweise höher ist als an machen Uni-Kliniken“, erklärte der Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Visceral- und Thoraxchirurgie. Auch die Gäste aus Grafenwöhr konnten in einem Übungsprogramm testen, welche Möglichkeiten die neueste Generation des da Vinci XI bietet.

Im Anschluss erläuterte Prof. Dr. Christian Paetzel die radiologischen Möglichkeiten, die das Klinikum Weiden bietet. Gerade durch das 3,5 Tesla MRT könnten Gelenke, Kopf und Wirbelsäule in hervorragender diagnostischer Qualität dargestellt und hochspezialisierte Untersuchungen durchgeführt werden – ein Alleinstellungsmerkmal im nordostbayerischen Raum, so Prof. Dr. Paetzel.

Einen Einblick hinter die Kulissen erhielt die Besuchergruppe aus Grafenwöhr auch beim MVZ Orthopädie / Unfallchirurgie, wo ärztlicher Leiter Dr. Thomas Neubauer-Gartzke die Behandlungsmöglichkeiten darstellte. Mit Fachärzten für Hand-, Fuß- und Wirbelsäulenchirurgie bildet das MVZ Orthopädie / Unfallchirurgie die zentrale Anlaufstelle im Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie und zählt auch viele Amerikaner zu seinen Patienten.

Abgeschlossen wurde die Tour durch das Klinikum Weiden mit einer Besichtigung der Kreißsäle und der Geburtsstation, wo die Leiterin des Perinatalzentrums, Dr. Ines Erhardt, die Fragen von Kommandeur Carney beantwortete. In Weiden kommen jährlich rund 300 Neugeborene von US-Soldaten und Familien zur Welt. LTC Carney bedankte sich zum Abschluss für die ausführlichen Einblicke und Vorstellungen: „Das Klinikum Weiden ist einer unser wichtigsten Partner in der Versorgung unserer Soldaten und ihrer Familien. Ich freue mich darauf, diese Zusammenarbeit fortzusetzen und weiter auszubauen.“

 

 

Große Hilfe für Sozialpädiatrisches Zentrum

Lilly Groß-Stiftung unterstützt SPZ am Klinikum Weiden erneut mit 1.900 Euro

5Es ist inzwischen fast schon zur Tradition geworden, dass die Lilly Groß-Stiftung das Sozialpädiatrische Zentrum am Klinikum Weiden unterstützt. Im Jahr des fünfjährigen Bestehens konnte sich das Team des SPZ erneut über eine Spende freuen – diesmal in Höhe von 1.900 Euro.

„Ich finde es wertvoll, dass so eine Einrichtung geschaffen wurde, die es kranken Kindern ermöglicht, eine bestmögliche Betreuung im Zusammenspiel aller Ärzte und Therapeuten zu bekommen. Das stellt, vor allem für die betroffenen Eltern, ein höchstes Maß an kompetenter Beratung und Behandlung ihrer Kinder in allen Bereichen sicher. Wir freuen uns, mit der Spende einen Teil dazu beizutragen, dass es schwer erkrankten Kindern ermöglicht wird, einen Schritt nach vorne in ihrer Entwicklung oder Genesung zu machen“, so Christian Wolf, Filialdirektor der HypoVereinsbank Weiden, die die Vorstandsarbeit der Stiftung ehrenamtlich leitet. In diesem Jahr wurde das SPZ bereits zum vierten Mal mit einer Spende bedacht. Er und Tobias Wolf wiesen vor allem auf die Vielseitigkeit des SPZ hin: „Hier wird genau das geleistet, was dem Willen der Stiftung entspricht.“

Nach der Startfinanzierung für das Galileo-Trainingsgerät bei der ersten Spende, wurde 2017 mit der Spende der Lilly Groß-Stiftung die Anschaffung eines Neurofeedback-Geräts umgesetzt, das Kinder bei der Verbesserung von Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistungen unterstützt. Nach den projektbezogenen finanziellen Hilfen der Vorjahre und der Unterstützung verschiedener kleinerer Projekte aller Therapiebereiche im Jahr 2018 ist die diesjährige Spende der Grundstock für die Realisierung einer videobasierten Ganganalyse. „Wir wissen, dass es sich um ein ehrgeiziges Projekt handelt, für dessen Umsetzung wir auch noch auf weitere Spenden angewiesen sind. Aber wir könnten damit die Versorgungsqualität deutlich verbessern und darum freuen wir uns umso mehr über die Unterstützung“, bedankte sich die Chefärztin des SPZ, Dr. Susanne Rinnert, für die großzügige Spende der Lilly-Groß-Stiftung.

Mit dem System der Ganganalyse soll die Diagnostik von Bewegungsstörungen und die daraus resultierende Hilfsmittelversorgung optimiert werden. Die verbesserte Dokumentation und Darlegung bei der Hilfsmittelverordnung ermöglicht es zusätzlich, schneller und unkomplizierter eine Genehmigung für Hilfsmittel für die jungen Patienten zu erhalten. „Wir investieren damit in die Zukunft unserer Kinder und können eine optimale Behandlung ermöglichen“, so Dr. Rinnert.

Die Lilly Groß-Stiftung wurde im Jahr 2010 ins Leben gerufen. Der Stifterin war es ein besonderes Anliegen, sowohl die Förderung und Unterstützung hilfsbedürftiger Kinder als auch die Förderung und Unterstützung hilfsbedürftiger Tiere im Sinne des Tierschutzgedankens in den Mittelpunkt zu stellen. Die ehrenamtlichen Stiftungsvorstände freuen sich darüber, dass mit der finanziellen Unterstützung der Stiftungszweck erfüllt und das Wirken der Stifterin in ihrem Sinne für Projekte zu Gunsten Kindern in ihrer Heimat fortgeführt wird. Und bereits jetzt konnten Christian Wolf und Tobias Wolf dem SPZ zusichern, auch bei den nächsten Großprojekten unterstützend zur Seite zu stehen.

Wer sich selbst ein Bild von der Arbeit des Sozialpädiatrischen Zentrums machen möchte, der kann dies am 21. September ab 11 Uhr tun. Nach einem Festakt anlässlich des 5-jährigen Bestehens des SPZ werden bei einem Tag der Offenen Tür die Räumlichkeiten und die Angebote des Sozialpädiatrischen Zentrums genauer vorgestellt. Am 9 November steht dann wieder das jährliche Fachsymposium des SPZ für Kooperationspartner und Fachpersonen in der OTH Weiden auf dem Programm.

 

 

Punktlandung bei der 200. Geburt

Laura ist das 200. Kind, das in diesem Jahr im Krankenhaus Tirschenreuth das Licht der Welt erblickt

55 cm groß, 3.830 Gramm schwer und eine echte Punktlandung: die kleine Laura kam auf den Tag genau zum errechneten Termin auf die Welt und ist damit das 200. Neugeborene des Jahres im Krankenhaus Tirschenreuth.

Mama Tereza und Papa Sascha blicken voller Stolz auf ihr erstes Kind. Die Familie, die in der Nähe von Hof lebt, hat sich bewusst für eine Geburt in Tirschenreuth entschieden – obwohl dazwischen auch anderswo die Entbindung möglich gewesen wäre. „Die familiäre Atmosphäre ist einfach schön. Wir sind toll betreut worden und sehr zufrieden“, so die frischgebackenen Eltern. Vor der Geburt wurde Mama Tereza von Frauenarzt Dr. Ladislav Dedek in Waldsassen betreut, was die beiden zusätzlich zum Schritt nach Tirschenreuth bewegte. Und so freuen sich die jungen Eltern über ihren Nachwuchs in einem der mehreren Familienzimmer, in dem auch Papa Sascha die ersten Nächte mit verbringen konnte.

Gemeinsam mit Krankenhausleiterin Claudia Kost gratulierte das Team um Chefarzt Dr. Michael Rüth der jungen Familie dann nicht nur zum Nachwuchs, sondern eben auch dazu, dass Laura das 200. Baby des Jahres im Krankenhaus Tirschenreuth war. Gerade im Jubiläumsjahr des 200-jährigen Bestehens des Krankenhauses, das im Herbst noch groß gefeiert wird, eine besondere Zahl. „Wir freuen uns über das Vertrauen, das die werdenden Eltern uns immer entgegenbringen und sind stolz auf den familiären Charakter unserer Geburtshilfe“, erklärt Chefarzt Dr. Michael Rüth.

Bei den Entbindungszahlen befinde man sich auf Vorjahresniveau, wobei man die 368 Neugeborenen aus dem Jahr 2018 vielleicht sogar noch übertreffen könnte: „Für den August haben wir bereits 50 Anmeldungen für Entbindungen“, verrät Krankenhausleiterin Claudia Kost, die Mama Tereza mit einem Blumenstrauß überraschte.

 

 

Klinikum Weiden gehört zu Deutschlands besten Krankenhäusern

Auszeichnung durch renommiertes F.A.Z-Institut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

Das Klinikum Weiden gehört zu Deutschlands besten Krankenhäusern in der Kategorie 500 bis 800 Betten. Das hat eine Studie des F.A.Z-Instituts der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ergeben. Nach der Auszeichnung des Krankenhauses Kemnath im Vorjahr gehört damit erneut ein Krankenhaus der Kliniken Nordoberpfalz AG zur bundesweiten Spitzengruppe. Das Besondere an dieser Studie: es werden sowohl Qualitätsberichte als auch die Meinung von Patienten berücksichtigt. Die Zahl der Siegel und Auszeichnungen der vergangenen Wochen für die Kliniken Nordoberpfalz AG steigt damit weiter an.

„Wir freuen uns enorm über diese Auszeichnung, denn sie zeigt, dass sich das Engagement unserer Kolleginnen und Kollegen im medizinischen und pflegerischen Bereich zum Wohle unserer Patienten immer lohnt“, erklärt Josef Götz, Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG. Das Klinikum Weiden erreichte in der Kategorie der Häuser mit 500 bis 800 Betten 85,7 von 100 möglichen Punkten. Bundesweit entspricht das Platz 25.
Für die Studie, die vom F.A.Z-Institut und dem IMWF Institut für Management und Wirtschaftsforschung erstellt wurde, wurden sowohl die aktuell verfügbaren Qualitätsberichte der Krankenhäuser als auch in Bewertungsportalen hinterlegte Patientenmeinungen systematisch ausgewertet. Dazu gehörten Daten aus dem TK-Klinikführer und der Weißen Liste, aber auch des führenden Bewertungsportals klinikbewertungen.de. Das Berechnungsmodell basiert dabei auf verschiedenen Säulen der sachlichen und emotionalen Bewertung. Eine Auszeichnung erhielten dabei nur Krankenhäuser, die einen bestimmten Grenzwert überschreiten konnten.

Bewertungsportale stellen eine gute und einfach handhabbare Quelle dar, jedoch fehlt hier die Einordnung von objektiven und messbaren Kritierien, die die Qualitätsberichte des GBA (Gemeinsamer Bundesausschuss) liefern. Die Studie des F.A.Z-Instituts hat dafür beide Bewertungsstränge zusammengeführt. Das Ergebnis ist ein neuer Überblick über Deutschlands beste Krankenhäuser. „Qualitätsberichte und Patientenempfehlung stellen für sich genommen unterschiedliche Bewertungen und Information dar. Zusammengenommen bieten sie aber einen guten Überblick über die Qualität eines Hauses. Und es beweist erneut, dass wir mit unseren optimalen Behandlungsmethoden und der mondersten Ausstattung der größte und wichtigste medizinische Versorger der nördlichen Oberpfalz sind“, so Josef Götz.

Die aktuelle Auszeichnung als eines der besten Krankenhäuser Deutschlands erweitert die derzeitige positive Bewertung der Kliniken Nordoberpfalz AG. Bereits vor einigen Wochen zeichnete das Wirtschaftsmagazin FOCUS Money die Kliniken Nordoberpfalz AG aufgrund überdurchschnittlich guter Bewertungen in den Bereichen Management, Nachhaltigkeit, Produkt und Service, Leistung als Arbeitgeber und Wirtschaftlichkeit mit dem Siegel „Höchste Reputation“ aus. Damit gehört der Klinikverbund zur bundesweiten Topgruppe in der Krankenhaus-Branche. Zudem erhielten Prof. Dr. Theodor Klotz, Prof. Dr. Dr. Thomas Bschleipfer (Chefärzte der Klinik für Urologie, Andrologie und Kinderurologie am Klinikum Weiden) sowie Prof. Dr. Anton Scharl (Direktor der Frauen-kliniken Amberg Tirschenreuth Weiden) vom Magazin FOCUS Gesundheit die bekannte Auszeichnung als „Top-Mediziner 2019“. Sie zählen damit zu den bundesweit am häufigsten empfohlenen Spezialisten ihres Fachs.

 

 

Zwei von Deutschlands besten Urologen

Magazin FOCUS-GESUNDHEIT empfiehlt Prof. Dr. Dr. Thomas Bschleipfer und Prof. Dr. Theodor Klotz

Immer mehr Männer leiden unter Inkontinenz, Harnsteinen, Testosteronmangel oder an Prostataproblemen. Dass Patienten gerade bei gutartigen Prostatavergrößerungen (BPS) im Klinikum Weiden eine ausgezeichnete Behandlung erhalten, das zeigt auch ein Blick auf die FOCUS-Ärzte-Liste 2019: denn die beiden Chefärzte der Klinik für Urologie, Andrologie und Kinderurologie am Klinikum Weiden, Prof. Dr. Dr. Thomas Bschleipfer und Prof. Dr. Theodor Klotz, werden in der aktuellen Ausgabe des Magazins FOCUS-GESUNDHEIT als „Top-Mediziner 2019“ ausgezeichnet. Sie zählen damit zu den bundesweit am häufigsten empfohlenen Spezialisten ihres Fachs.

Für den Bereich der gutartigen Prostatavergrößerung wurden weniger als 50 der rund 6.000 Urologen deutschlandweit in die FOCUS-Ärzteliste aufgenommen. Die beiden Urologie-Chefärzte des Klinikums Weiden gehören wie schon in den Vorjahren aber dazu. „Für Patienten ist die FOCUS-Ärzteliste ein wichtiges Orientierungsmedium, wenn sie auf der Suche nach Experten für ein bestimmtes Fachgebiet sind. Die Platzierung ist für uns aber auch eine Bestätigung der hohen Qualität und des Niveaus der Diagnostik, Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten am Klinikum Weiden“, so die ausgezeichneten Top-Mediziner.

Seit mehr als 20 Jahren veröffentlichen FOCUS und FOCUS-GESUNDHEIT die führenden Mediziner in Deutschland auf den Ärztelisten. Dafür werden über mehrere Monate hinweg bundesweite Umfragen unter Ärzten durchgeführt, die zum fachlichen Können ihrer Kollegen befragt werden. Auch die Meinungen von Patienten und Arztbewertungsportalen fließen in die Bewertung mit ein, aber auch weitere Kriterien wie Zertifizierungen und wissenschaftliche Publikationen.

Im Namen der Geschäftsführung gratulierte auch Manfred Tretter, Finanzchef der Kliniken Nordoberpfalz AG: „Diese Auszeichnung ist eine tolle Bestätigung der ärztlichen Arbeit, die Tag für Tag geleistet wird. Und Empfehlungen unter Kollegen und von Patienten sind wohl die ehrlichsten Kriterien überhaupt“, so Tretter. Nur Experten mit besonders vielen Empfehlungen und überdurchschnittlich positiven Bewertungen schaffen es auf die Liste. Im Jahr 2019 haben dies rund 3.600 Ärzte aus 93 Fachgebieten beziehungsweise für spezielle Krankheitsbilder geschafft und dürfen sich jetzt „Top-Mediziner 2019“ nennen.

 

 

Kleines Babywunder am Klinikum Weiden: 280 Gramm Geburtsgewicht in der 26. Schwangerschaftswoche

Frühgeborener Junge nach fast halbjähriger Betreuung gesund aus Kinderklinik Weiden entlassen

280 Gramm schwer, so groß wie eine Handfläche: am 24. November 2018 erblickte der kleine Michael im Klinikum Weiden das Licht der Welt – in der 26. Schwangerschaftswoche, knapp dreieinhalb Monate vor dem errechneten Geburtstermin am 06. März 2019. Fast ein halbes Jahr nach seiner Geburt ist das kleine Wunder perfekt: Michael konnte die Kinderklinik verlassen – mit einem Gewicht von inzwischen mehr als 2.500 Gramm.

Nach Komplikationen in der Schwangerschaft wurde Mutter Regina ab der 23. Schwangerschaftswoche stationär betreut. Ein Kind, der Zwillingsbruder von Michael, war bereits zuvor im Mutterleib verstorben und Untersuchungen zeigten, dass auch Michael nicht ausreichend durch den Mutterkuchen versorgt wurde, das Schätzgewicht des Kindes war deutlich zu niedrig. Seitens der behandelnden Ärzte am Klinikum Weiden wurden die Risiken einer Geburt zu diesem extrem frühen Zeitpunkt klar dargestellt: Frühgeborene, die so früh geboren werden, haben ein sehr großes Risiko zu versterben oder mit schweren Beeinträchtigungen zu überleben. „In vielen Gesprächen der Eltern mit Kinderärzten, Geburtshelfern, Hebammen, Kinderkrankenschwestern und Psychologinnen wurde gemeinsam das weitere Vorgehen festgelegt. In dieser Grauzone an der Grenze der Lebensfähigkeit zählten vor allem die Wünsche der Eltern“, betont Dr. Ines Erhardt, Leiterin des Perinatalzentrums Nordostbayern, die als Perinatologin eng in die vorgeburtliche Überwachung von Mutter Regina eingebunden war. Um die Chancen zu erhöhen, sollte daher alles unternommen werden, um einerseits etwas Zeit bis zur Geburt zu gewinnen und andererseits den richtigen Zeitpunkt für die Entbindung zu finden. „Ab diesem Zeitpunkt war es ein Kämpfen um jeden Tag“, erklären Regina und ihr Mann Thomas. Auch für das Kreißsaalteam war es ein tägliches Hoffen und Bangen.

In der 25. Schwangerschaftswoche wurde eine Lungenreifebehandlung bei der Mutter durchgeführt, um die Überlebenschancen für das Kind zu verbessern. Da sich in der Ultraschalluntersuchung und Blutflussmessung des Kindes eine Verschlechterung der Kreislaufsituation zeigte und ein Versterben des Kindes im Mutterleib drohte, wurde eine Kaiserschnittentbindung in der 26. Schwangerschaftswoche notwendig. Wie vor der Geburt geschätzt, wog Michael nur 280 Gramm. Er zeigte deutlich seinen Lebenswillen, allerdings war es wegen Atemnot und Sauerstoffbedarf notwendig, das Kind nach 25 Minuten zu intubieren, mit Surfactant, also Medikamenten, die helfen, die Lunge offen zu halten, zu behandeln und eine Beatmungstherapie durchzuführen.

Es folgten Monate der Behandlung und Überwachung – mit stetigen kleinen Fortschritten, aber auch mit Problemen und Besorgnis bei den Eltern, ob alles gut werden würde. Durch die enge und offene Kommunikation der Eltern mit den behandelnden Ärzten, dem Pflegepersonal, Psychologen und dem Nachsorgeteam bestand stets eine stabile und positive Zusammenarbeit für das Ziel, Michael eine gute, gesunde Zukunft zu ermöglichen. „Natürlich befanden wir uns zu Anfang in einer schwierigen medizinischen Grenzsituation, in der nicht klar war, ob Michael eine Chance auf ein gesundes Überleben haben würde. Wie wir es klar mit den Eltern vereinbart haben, wurde von Anfang an darauf geachtet, wie vital sich das Kind präsentiert. Und als wir Zeuge seines großen Lebenswillens wurden, hat er von uns jede Hilfe und Unterstützung erhalten, die medizinisch möglich und sinnvoll ist.“ erklärt Dr. Fritz Schneble, Chefarzt der Kinderklinik am Klinikum Weiden.

Er betont auch die Wichtigkeit, dass Michael die ganze Zeit über mit abgepumpter Muttermilch ernährt wurde – dies sei eine große Leistung der Mutter und habe einen nicht unerheblichen Beitrag zur gesunden Entwicklung gehabt. Außerdem ist er überzeugt, dass auch die tägliche, stundenlange Anwesenheit der Eltern und die frühzeitige Beteiligung an der Versorgung des Kindes enormen Anteil an der positiven Entwicklung von Michael hatte: „Die Eltern sind der schwierigen Ausgangssituation mit großem Optimismus und mit Vertrauen in die medizinische und pflegerische Behandlung begegnet – das war sehr wichtig!“

Auch wenn Michael in seinen ersten Wochen eine positive Entwicklung zeigte, war es doch eine Zeit, die allen Beteiligten viel abverlangte. Eine Zeit, die geprägt war von unzähligen Gesprächen mit Ärzten zur aktuellen Entwicklung von Michael, von Bangen und Hoffen, von einem fast schon familiären Kontakt mit dem Personal der Intensivstation der Kinderklinik. „Wir haben uns unglaublich toll aufgehoben gefühlt und sind mit dem Personal zusammengewachsen. Man unterhält sich auch über kleine Nebensächlichkeiten, das lenkt ab und war auch für uns enorm wichtig“, erklären die Eltern. „Wir können uns nur für die hervorragende Leistung und Betreuung im Klinikum sowie die tolle nachstationäre Betreuung durch den Bunten Kreis bedanken. Wir als Eltern sind sehr froh, dass es ein solches Kompetenzzentrum vor Ort gibt und unserem Kind dadurch das Überleben und Gesundwerden ermöglicht wurde.“ Auch die evangelische Seelsorge um Sabine Dachauer sei enorm wichtig gewesen.

Alle Eindrücke, Erlebnisse und Gefühle haben Regina und Thomas in Frühchen-Tagebüchern, die von der Intensivstation an Eltern ausgegeben werden, festgehalten. Normalerweise ist das für Frühgeborene ein einzelnes Buch – im Fall von Michael wurden es vier. Das erste Bild, das erste Mal das Kind im Arm zu halten, das Überspringen der 1.000-Gramm-Grenze, das erste Bad, der Umzug von der Intensiv- auf die Überwachungsstation, die Umstellung der Ernährung von Magensonde auf Fläschchen – vier Bücher voll mit Meilensteinen in der Entwicklung eines kleinen Wunders, in denen sich auch die Schwestern der Intensivstation mit liebevollen Einträgen verewigt haben.

Die Geschichte und die Entwicklung von Michael zeigen auch die Weiterentwicklung der Neonatologie. Eckpfeiler in der Versorgung von Frühgeburten sind spezielle Perinatalzentren wie das Perinatalzentrum Nordostbayern mit den Standorten in Weiden und Amberg. Spezialisierte Geburtshelfer mit den Schwerpunkten Geburtshilfe und Perinatalmedizin, Kinderärzte mit dem Schwerpunkt Neonatologie, Anästhesisten, speziell ausgebildetes Pflegepersonal, Hebammen und Stillberaterinnen und eine qualifizierte Nachsorge (in diesem Fall der Bunte Kreis Nordoberpfalz) sorgen dafür, dass auch Risiko-Schwangerschaften, die Entbindung und die erste Zeit mit dem Neugeborenen optimal verlaufen, um dem Kind den bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen. Besonders wichtig, gerade in solch außergewöhnlichen Situationen wie bei Michael, ist dabei eine äußerst enge Kommunikation zwischen Perinatologen und Neonatologen.

Das Ziel, dem Kind einen bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen, wurde im Fall von Michael auf jeden Fall erreicht – auch wenn Michael inzwischen wieder kurzfristig zweimal stationär in der Kinderklinik behandelt werden musste (Erkältungsvirus, Atemwegsinfekt). In einem sind sich alle beteiligten Ärzte und Pflegekräfte aber einig: „Alles, was für Michael unternommen wurde, war die richtige Entscheidung. Er hat uns gezeigt, dass er ein vitales und lebensfähiges Kind ist.“

Weltweit haben bis heute etwas mehr als 20 Neugeborene mit einem Gewicht von weniger als 300 Gramm überlebt – so die Statistiken des „Tiniest Babies Register“ der University of Iowa (USA). Im Rahmen dieses Projekts werden Informationen und Erfahrungen aus der Behandlung von extrem kleinen Frühgeborenen gesammelt und bereitgestellt. Michael aus der Oberpfalz hat es in dieser internationalen Übersicht unter die Top 20 der kleinsten Babies geschafft über die hier berichtet wird. Eine Garantie, dass die Einträge in diesem Register vollständig sind, gibt es zwar nicht. Auf jeden Fall ist die Geschichte von Michael aber ein Beweis für den medizinischen Fortschritt und die Möglichkeiten, die sich dadurch eröffnen. Aber auch für den Lebenswillen eines 280 Gramm schweren Kindes, das mit 23 Zentimetern Länge und einem Kopfumfang von nicht einmal 19 Zentimetern dreieinhalb Monate zu früh auf die Welt kam – und knapp ein halbes Jahr später mit mehr als 2.500 Gramm und einer Größe von 42 Zentimetern endlich zuhause angekommen ist. Und auch sein Bruder Korbinian freut sich darauf, den Zuwachs in der Familie daheim begrüßen zu können.

Bei seiner Geburt wog Michael nur 280 Gramm – jetzt freuen sich Mama Regina und Papa Thomas darüber, dass sie gemeinsam – und gesund – die Kinderklinik am Klinikum Weiden verlassen konnten. Foto: Kliniken Nordoberpfalz AG.