News der Kliniken Nordoberpfalz AG

Aus Tirschenreuth für Tirschenreuth

März 2019

Zahl der Geburten unter Dr. Michael Rüth weiter angestiegen

Seit mehr als eineinhalb Jahren ist Dr. Michael Rüth Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Tirschenreuth. In dieser Zeit konnte die Frauenklinik neu aufgestellt und auf zukünftige Herausforderungen ausgerichtet werden. Und während anderswo Geburtshilfen geschlossen werden, steigt die Zahl der Geburten im Stiftland an.

Mehr als 600 Neugeborene haben seit dem Dienstantritt von Dr. Michael Rüth als Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Tirschenreuth das Licht der Welt erblickt. Mit 368 Geburten im Jahr 2018 konnte man sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern und auch 2019 befindet man sich auf einem guten Kurs. „Wir haben die heimatnahe Geburtshilfe in der nördlichen Oberpfalz weiterhin gesichert und durch die Anstrengungen der vergangenen Monate auf ein herausragendes Qualitätsniveau gehoben, das für ein Haus dieser Größenordnung ihresgleichen sucht“, erklärt Dr. Rüth, der seit August 2017 Chefarzt in seiner Heimatstadt ist.

Nach der Etablierung neuer Strukturen ist man in Tirschenreuth also auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet und für die Zukunft bestens aufgestellt. Die Versorgung durch Fachärzte und Hebammen ist rund um die Uhr gesichert. Ermöglicht wird das Dr. Rüth sowie seinem Team auch durch die Unterstützung bei Nacht- und Wochenenddiensten durch Dr. Konrad Schmid (Tirschenreuth), Dr. Ladislav Dedek (Waldsassen), Dr. Elena Kitaynik (Weiden) und Dr. Helmut Neumann (Cham). Bei den Hebammen sei der eingeleitete Generationenwechsel hervorragend umgesetzt worden, so Dr. Rüth, der auch auf die enorme Bedeutung der engen Kooperation mit der Frauenklinik am Klinikum St. Marien Amberg hinweist. Denn die dortige Hebammengemeinschaft hat sich bereit erklärt, zum Teil auch am Krankenhaus Tirschenreuth tätig zu werden. Sechs Beleghebammen sowie fünf Hebammen aus Amberg stellen somit die Anwesenheit einer Hebamme im Krankenhaus rund um die Uhr sicher. „Vor zwei Jahren war noch nicht klar, ob überhaupt Hebammen zur Verfügung stehen. Jetzt können wir eine ruhige, familiäre Geburtshilfe mit individueller Betreuung durch die Geburtshelfer bieten und unsere Patientinnen werden so betreut, wie man es sich im Idealfall vorstellt“, erklärt Dr. Rüth.

Geleitet wird das Hebammenteam Tirschenreuth seit November 2018 von Klaudyna Golkowski-Nizewski, die nach ihrer Ausbildung zur Hebamme auch Hebammenwissenschaft studiert hat. „Mit diesem Kreis können wir ein äußerst kompetentes Team im Kreißsaal versammeln, mit einem Chefarzt, der die Qualifikation hat, die Geburtshilfe in einem Perinatalzentrum zu leiten und einem herausragenden Hebammenteam mit viel Erfahrung“, fasst Prof. Dr. Anton Scharl, Direktor der Frauenkliniken Amberg Tirschenreuth Weiden die Situation zusammen. Auch die räumliche Nähe zu Tschechien stelle einen großen Vorteil

 

 

Beständige Weiterentwicklung

März 2019

Dr. Florian Höhler leitet seit einem Jahr als Chefarzt die Chirurgie am Krankenhaus Kemnath

Der 01. März des Vorjahres war der Beginn einer neuen Zeitrechnung am Krankenhaus Kemnath. Denn an diesem Tag übernahm Dr. Florian Höhler den Chefarztposten der Chirurgie und folgte auf Dr. Ludwig Hofmann, der zuvor 16 Jahre lang diese Position innehatte. In diesem einen Jahr konnte in der Klinik für Chirurgie viel auf den Weg gebracht werden – doch ausruhen will man sich darauf nicht.

„Wir haben in dieser Zeit den Patienten in der Region wie bisher eine ausgezeichnete unfall- und visceralchirurgische Behandlungsmöglichkeiten geboten“, so Dr. Florian Höhler. Die operative Therapie orthopädischer, unfallchirurgischer und visceralchirurgischer Krankheitsbilder konnte im vergangenen Jahr weiterhin mit modernsten operativen Verfahren sichergestellt werden.

„Unser Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit dem MedCenter und den Belegärzten der Bevölkerung in der Region ein möglichst weites Behandlungsspektrum auf dem Gebiet der Unfallchirurgie, Orthopädie und Visceralchirurgie anzubieten. Wichtig sind uns dabei vor allem eine zeitnahe Versorgung mit möglichst kurzen Aufenthaltszeiten und einer gut organisierten Nachsorge“, erklärt der Chefarzt der Chirurgie. Durch die Verstärkung des Teams mit Dr. Alfred Stelzl, einem erfahrenem Unfallchirurgen und langjährigem Oberarzt am Klinikum Weiden, konnte das Behandlungsspektrum zudem erweitert werden. Auch die Zusammenarbeit mit den Niedergelassenen Ärzten wurde und soll auch weiterhin verstärkt werden.

„Dr. Höhler wird langfristig das neue Gesicht für das Krankenhaus Kemnath und auch die Kooperation mit dem MedCenter und Dr. Kampe weiter vertrauensvoll fortführen. Es freut uns natürlich besonders, dass er aus unseren eigenen Reihen, nämlich der Klinik für Allgemeinchirurgie unter Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl, kommt“, erklärt Dr. Thomas Egginger, Ärztlicher Direktor der Kliniken Nordoberpfalz AG.

Dr. Florian Höhler studierte von 1993 bis 2000 an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg und war seit 2002 Assistenzarzt in der Chirurgie in Weiden. Seit 2006 war er als Facharzt am Klinikum tätig. Seine Schwerpunkte in Kemnath sind neben der unfallchirurgischen Versorgung vor allem die laparoskopische Hernienversorgung, Entfernung von Gallenblasen und Portimplantationen sowie die Schilddrüsenchirurgie. Dabei wird er von Oberarzt Dr. Peter Heckrodt unterstützt.

 

 

Chronischer Blasenschmerz – eine unheilbare Krankheit?

März 2019

Dr. Susanne Neumeier und Prof. Dr. Dr. Thomas Bschleipfer informieren über Behandlungsmöglichkeiten

Anhaltende Schmerzen im Bereich des Harntrakts, häufiger Harndrang mit bis zu 60-maligen Wasserlassen am Tag, starke Schmerzen im gesamten Unterleib – Patienten mit Interstitielle Zystitis / Blasenschmerzsyndrom (IC/BPS) müssen häufig enorme Einschränkungen ihrer Lebensqualität erfahren. Welche Therapie-Möglichkeiten es gibt und worauf besonders geachtet werden muss, darauf werden Dr. Susanne Neumeier, Chefärztin der Schmerztagesklinik am Klinikum Weiden, und Prof. Dr. Dr. Thomas Bschleipfer, Chefarzt der Urologie am Klinikum Weiden, im Rahmen der Vortragsreihe „Chefarzt im Gespräch“ eingehen.

Im vergangenen Jahr wurde unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Bschleipfer eine deutschsprachige Leitlinie zur IC/BPS verabschiedet. Insgesamt 23 Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz waren daran beteiligt. Das Ziel: eine bessere Erkennung, Diagnostik und individualisierte Behandlung dieser seltenen, bislang relativ unbekannten, nicht-infektiösen und chronisch-wiederkehrend verlaufenden Harnblasenerkrankung. „Die Diagnostik stellt sich häufig als schwierig dar, weil eine Vielzahl verwechselbarer Erkrankungen existieren, zum Beispiel bösartige Tumoren, Infektionen, Überaktivität der Blase, Blasensteine, Genitalvorfall oder Scheidenschmerz. Die Interstitielle Zystitis muss daher als eine Ausschlussdiagnose betrachtet werden“, erklärt der Chefarzt der Urologie am Klinikum Weiden. Bislang müssten Patienten oft jahrelang Ungewissheit, Frustrationen und Rückschläge hinnehmen, bis eine Interstitielle Zystitis als Ursache der Beschwerden diagnostiziert würde, so Prof. Dr. Dr. Bschleipfer: „Diese Zeit soll künftig deutlich verkürzt werden, um für die Patienten schneller eine individuelle und passende Therapie zu finden.“

Neben einem ausführlichen Patientengespräch, der Auswertung von Miktions- und Schmerztagebüchern sowie von Fragebögen, einer körperlichen Untersuchung mit einem „Schmerz-Mapping“, einer Urinanalyse und Ultraschalluntersuchung dienen auch eine computergestützte Blasendruckmessung oder Blasenspiegelung der Diagnosefindung. Aber nicht nur die Diagnose, auch die Therapie einer IC/BPS stellt für Arzt und Patient eine Herausforderung dar. Da die Ursachen vielfältig und bis heute weitgehend ungeklärt sind, kann häufig nur symptomatisch behandelt werden. Dafür stehen unterschiedlichste konservative, medikamentöse und interventionell-operative Verfahren zur Verfügung. Auch dem psychosomatischen Aspekt muss eine besondere Bedeutung zugerechnet werden. „Nur interdisziplinär und damit in enger Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachdisziplinen, niedergelassenen Kollegen und Klinikärzten in speziellen IC/BPS-Zentren kann das große Ziel erreicht werden, die extrem eingeschränkte Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu verbessern“, betont Dr. Susanne Neumeier, Chefärztin der Schmerztagesklinik.

Gemeinsam werden sie und Prof. Dr. Dr. Thomas Bschleipfer am Donnerstag, den 28.03. um 19 Uhr im Besuchercafé am Klinikum Weiden in ihrem Vortrag „Chronischer Blasenschmerz – eine unheilbare Krankheit“ über Behandlungsmöglichkeiten informieren.

 

 

Darmkrebs durch Vorsorge verhindern

März 2019

Darmkrebszentrum am Klinikum Weiden unter Top 3 Deutschlands.

Vor zehn Jahren waren in Deutschland jährlich rund 80.000 Darmkrebs-Neuerkrankungen zu verzeichnen. Durch technische Weiterentwicklungen und eine stetige Sensibilisierung für die zweithäufigste Krebserkrankung konnte die Zahl der neu erkrankten Patienten seitdem um rund ein Viertel gesenkt werden. Auch dem Darmkrebszentrum am Klinikum Weiden kommt hier eine wichtige Rolle zu.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken in Deutschland jährlich rund 35.000 Männer und rund 30.000 Frauen an der Krankheit, die überwiegend ab dem 50. Lebensjahr auftritt. Diese Zahl ließe sich aber noch stärker reduzieren, weiß Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Thorax- und Visceralchirurgie am Klinikum Weiden sowie Leiter des Darmkrebszentrums, der im Darmkrebsmonat März auf die enorme Bedeutung und Möglichkeiten der Vorsorgeuntersuchungen hinweist: „Bei keiner anderen Krebsart kann die Erkrankung schon im Vorfeld erkannt und verhindert werden. Eine Vorsorgeuntersuchung bietet hier eine einmalige Chance, die wir bei anderen Tumorarten nicht haben.“

Bei einer Koloskopie, der wichtigsten medizinischen Untersuchung und zuverlässigsten Methode zur Früherkennung von Darmkrebs wird der gesamte Dickdarm untersucht. Dabei können Gewebeproben entnommen werden und gleichzeitig kleinere Eingriffe durchgeführt werden. Darmpolypen sind zunächst gutartige Geschwulste im Dickdarm, aus denen rund 90 Prozent der Darmkrebserkrankungen entstehen, wenn diese entarten und zu Krebszellen wandeln. Durch die Entfernung der Polypen kann Darmkrebs also schon im Vorfeld verhindert werden.

Je früher dieser Eingriff vorgenommen wird, umso besser sind die Erfolgsaussichten. Spätestens ab dem 50. Lebensjahr sollten deshalb regelmäßig Früherkennungs-Untersuchungen erfolgen, um das Risiko einer Erkrankung zu minimieren. Doch schon in jüngerem Alter kann Darmkrebs vorkommen – der jüngste Patient in Deutschland mit Darmkrebs ist gerade neun Jahre alt. „Blut im oder am Stuhl, veränderte Stuhlgewohnheiten, tastbare Verhärtungen im Bauchraum – das alles können Warnsignale sein. Vor allem bei Risikogruppen, also wenn Darmpolypen bei nahen Verwandten oder Darmkrebs in der Familie diagnostiziert wurden, sollte schnellstens eine Koloskopie durchgeführt werden“, erklärt Prof. Dr. Dietl.

Das Darmkrebszentrum am Klinikum gehört mit 162 behandelten Kolokarzinomen im Jahr 2018 zu den Top 3 der rund 290 Darmkrebszentren in Deutschland. Vor einigen Tagen wurde eine 97-jährige Patientin erfolgreich operiert. In diesem Fall – und auch bei fast allen anderen Eingriffen – erfolgte dies minimal-invasiv, also laparoskopisch. „Wir haben hier am Klinikum Weiden herausragende Möglichkeiten, was die Therapie und Behandlung der Patienten betrifft. In unserem integrierten OP, von dem es weltweit nur zwei dieser Spezifikation gibt, können wir durch kleinste Öffnungen in der Bauchdecke oder bei einer frühzeitigen Erkennung direkt über den Darm eingreifen und somit größere Operationen vermeiden. Auch der OP-Roboter da Vinci bietet uns in Kürze zusätzliche Therapiemöglichkeiten“, so der Leiter des Darmkrebszentrums.

Im Onkologischen Zentrum Nordoberpfalz wird für jeden Patienten in der Tumorkonferenz ein individuelles und optimales Behandlungsschema festgelegt. An dieser interdisziplinären Besprechung sind mehrere Disziplinen beteiligt, wie zum Beispiel die Gastroenterologie, die Visczeralchirurgie, die Onkologie, die Radiologie und interventionelle Radiologie, die Strahlentherapie, die Pathologie, Nuklearmedizin, die Gynäkologie oder die Urologie. Die Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen nimmt hier einen äußerst großen Stellenwert ein.

Auch wenn man Krebs nicht aktiv verhindern könne, seien die bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol oder eine ungesunde Lebensführung im Allgemeinen leicht zu beeinflussen. Doch eine besondere Bedeutung komme eben gerade im Bereich von Darmkrebserkrankungen der Vorsorge zu, so Prof. Dr. Dietl: „Mit der Kolosokopie können wir an verdächtigen Stellen Proben entnehmen und vorhandene Polypen entfernen. Natürlich ist eine Darmspiegelung nicht unbedingt angenehm, aber wenn dadurch Darmkrebs verhindert werden kann, dann ist das diese kurze Behandlung doch mehr als wert.“

 

 
 

Dr. Andreas Pohl ist neuer Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am Klinikum Weiden

März 2019

Höchste Kompetenz für die Notaufnahme

Seit 01. März hat die Zentrale Notaufnahme am Klinikum Weiden mit Dr. Andreas Pohl einen neuen Chefarzt. Nach rund 25 Jahren als Arzt bei der Bundeswehr stellt er sich nun dieser neuen Aufgabe und hat ein klares Ziel: die Prozesse und Abläufe in der Notaufnahme neu zu strukturieren und die ZNA am Klinikum Weiden zu einem patientenorientierten Dienstleister werden zu lassen.

Dr. Andreas Pohl ist promovierter Facharzt für Anästhesiologie und verfügt über mehrere weitere medizinische Qualifikationen wie die Zusatzbezeichnungen Notfallmedizin, spezielle Anästhesiologie / Intensivmedizin sowie Ärztlicher Leiter Rettungsdienst und OP-Manager. Der 52-Jährige durchlief seine bisherige berufliche Karriere durchgängig bei der Bundeswehr und kann auf die Erfahrung von 16 Auslandseinsätzen (u.a. Afghanistan, Mali, Kosovo, Bosnien-Herzegowina oder Usbekistan) zurückblicken. Zuletzt war er am Bundeswehrkrankenhaus Ulm als Oberarzt in der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin tätig, organisierte dort die zentrale interdisziplinäre Notaufnahme und stellte die Schockraum- und Notoperationsversorgung sicher. „Herr Dr. Pohl verfügt über die wesentlichen Schlüsselqualifikationen, die für unsere Zentrale Notaufnahme enorm wichtig sind: Medizinische Fachexpertise, großes organisatorisches Geschick, gepaart mit hoher sozialer Kompetenz, Kommunikations- und Durchsetzungsfähigkeit. Wir freuen uns außerordentlich, dass wir ihn für die Kliniken Nordoberpfalz AG am Klinikum Weiden gewinnen konnten“, erklärt Dr. Thomas Egginger, Ärztlicher Direktor der Kliniken Nordoberpfalz AG. Auch das Chefarzt-Gremium habe sich im Rahmen der Bewerberauswahl einstimmig für Dr. Pohl ausgesprochen, so der Ärztliche Direktor.

Dr. Andreas Pohl selbst freut sich auf seine neue Aufgabe am Klinikum Weiden. Mit der neu gebauten Zentralen Notaufnahme und eigenem ärztlichem sowie nicht-ärztlichem Personal würden beste infrastrukturelle Voraussetzungen bestehen, die es jetzt voll auszuschöpfen gelte. „Wir können hier als Team große Ziele verwirklichen und wollen die ZNA als sowohl gegenüber den Patienten als auch gegenüber den Hauptabteilungen im Haus als Dienstleister gestalten“, so der neue Chefarzt der Notaufnahme. Seiner Vorstellung nach müsse ein Patient in der Notaufnahme so umfassend aufgenommen werden, dass die entsprechende Hauptabteilung unverzüglich mit den nötigen weiteren Schritten in der Diagnostik und Behandlung beginnen bzw. diese fortführen könne.

Dr. Pohl plant auch, sich möglichst rasch im Rahmen der Einarbeitung bei den entsprechenden Feuerwehren und Rettungsdiensten persönlich vorzustellen, um seine Vorstellungen der Zusammenarbeit darzulegen und die gegenseitigen Erwartungshaltungen auszutauschen. Auch die Einführung sektionsübergreifender Teambesprechungen ist Kliniken Nordoberpfalz AG angedacht. „Nur mit einer guten Kommunikation können wir die vorhandenen Problemfelder umfänglich erfassen – intern wie extern. Und darauf werden wir, neben der weiterhin hochmodernen und vollumfänglichen Behandlung unserer Patienten, enormen Wert legen“, betont er.

 

 
 

Von der Kunst, Schmerz zu beherrschen

Februar 2019

Kliniken Nordoberpfalz AG setzt auf multimodale Schmerztherapie und weitere verschiedene Verfahren

Menschen, die seit Jahren unter Schmerzen leiden, Fachärzte aufgesucht haben und etliche Untersuchungen über sich ergehen haben lassen, teilen ihr Schicksal mit fünf bis acht Millionen anderen Bundesbürgern. Chronische Schmerzen führen dabei häufig zu einer Beeinträchtigung von Lebensqualität, seelischem Wohlbefinden, Mobilität und sozialen Kontakten. Nicht nur daher legt man bei der Kliniken Nordoberpfalz AG großen Wert auf eine entsprechende Behandlung chronischer Schmerzen.

Oft vergehen Jahre, bis chronische Schmerzpatienten in eine spezialisierte Fachabteilung überwiesen werden, in der sich speziell ausgebildete Schmerztherapeuten ausführlich mit ihnen beschäftigen. Möglich ist das zum Beispiel in der Schmerztagesklinik am Klinikum Weiden, wo ein spezialisiertes Team auf langjährige Erfahrung in der Behandlung akuter und chronischer Schmerzen für Patienten zur Verfügung steht. „Wir sind eine interdisziplinäre Abteilung“, erklärt Chefärztin Dr. Susanne Neumeier, die die Schmerztagesklinik seit 2013 leitet. Zu dem Team zählen Ärzte verschiedener Fachrichtungen mit der Zusatzbezeichnung Schmerztherapie, Diplom-Psychologen und psychologische Psychotherapeuten und Krankengymnasten.

Vor der Therapie in der Schmerztagesklinik steht eine ausführliche Befragung und Untersuchung der Patienten durch einen auf Schmerztherapie spezialisierten Arzt, Psychologen und Physiotherapeuten. „Dafür nehmen wir uns Zeit. Denn anhand dieser Gespräche und Untersuchungen können wir individuell entscheiden, welches Programm für den jeweiligen Patienten das richtige ist“, so Dr. Neumeier.

Die Programme zur Schmerzbewältigung sind vielfältig. Im Mittelpunkt steht dabei immer das Erlernen von Strategien zur Selbsthilfe, um besser mit dem Schmerz umgehen zu können. Nach einer erfolgreichen Therapie haben Patienten die Möglichkeit, ein einwöchiges vertiefendes Programm zu durchlaufen, bei der die bisher erfolgreiche Strategie zur Schmerzbewältigung überdacht und individuell angepasst werden kann. Dazu kommen spezielle Gruppen für Senioren, die häufig unter chronische Schmerzen leiden, oder auch für Kinder und Jugendliche. Denn fast jedes zehnte Kind leidet unter Migräne- oder Spannungskopfschmerzen. Auch ihnen soll geholfen werden, ihren Alltag selbst bewältigen zu können.

Eine große Rolle spielt das Thema Schmerz bzw. dessen Bewältigung auch in der Orthopädischen Rehabilitation in Waldsassen. Neben der klassischen physiotherapeutischen Behandlung, psychologischen und sozialmedizinischen Betreuung gehören auch anerkannte Kliniken Nordoberpfalz AG Verfahren der Komplementärmedizin zum Therapiekonzept: zum Beispiel Akupunktur und Aromatherapie. Aber auch Hypnose wird angewandt: „Die ärztliche Hypnotherapie ist ein wissenschaftlich anerkanntes und langjährig erprobtes psychotherapeutisches Verfahren, das mit großem Erfolg bei der Therapie von Schmerzen angewandt wird. Aber auch Akupunktur und Aromatherapie werden von uns im schmerztherapeutischen Bereich häufig eingesetzt“, erklärt Elisabeth Eißner, Chefärztin der Orthopädischen Rehabilitation in Waldsassen.

Vor allem die Aromatherapie wird in Waldsassen häufig angewandt. Diese alte Heilmethode, bei der verschiedene Pflanzen zu medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Zwecken verwendet werden, rückt immer mehr in das Bewusstsein. Im Bereich der Schmerztherapie wird hier vor allem auf Lavendelöl gesetzt, das schmerzlindernd und wundheilend wirkt. Doch auch Hypnose findet immer öfter Anwendung.

Beim Orthopädietag der Kliniken Nordoberpfalz AG am Samstag werden dann sowohl Dr. Susanne Neumeier als auch Elisabeth Eißner über Schmerztherapie und verschiedene Strategien zur Schmerzbewältigung referieren. Und gerade aufgrund des Volksleidens Rückenschmerzen besteht hier sicher großer Informationsbedarf.

 

 
 

Alle Rückenprobleme im Griff

Februar 2019

Dr. Thomas Neubauer-Gartzke informiert bei Orthopädietag über Osteoporose, Risiken für die Wirbelsäule und operative Behandlungsmöglichkeiten

Jeder zweite Deutsche ist einmal monatlich oder häufiger von Schmerzen im Rückenbereich betroffen – und das gilt auch schon für jüngere Generationen. Die Gründe dafür könnten vielfältiger kaum sein. Umso wichtiger ist dann jemand, der weiß, worauf es bei der Behandlung an der Wirbelsäule ankommt – wie zum Beispiel Dr. Thomas Neubauer-Gartzke, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie, Handchirurgie und Sportmedizin am Klinikum Weiden und zertifizierter Wirbelsäulenchirurg.

Deutschlandweit steigt die Zahl der Operationen im Rückenbereich seit einigen Jahren stark an – auch in Bayern. Es bestehen aber deutliche regionale Unterschiede, wobei der Freistaat unter dem bundesweiten Durchschnitt liegt. Aus guten Gründen, wie Dr. Neubauer-Gartzke betont: „Den Schmerz einfach wegoperieren, das funktioniert in vielen Fällen nicht. Häufig werden aber auch von Medizinern bei den Patienten Erwartungen an und Hoffnungen auf einen schnellen Behandlungserfolg geweckt, die aber eben nicht immer erfüllt werden können. Das ist nicht unser Ansatz.“ An erster Stelle stehe Prävention – und sollte dann doch eine Behandlung nötig werden, ist es ratsam, dass die in den meisten Fällen erst einmal konservativ erfolgt. Beispielsweise mit Physiotherapie: die dauert zwar oft länger, zeigt aber langfristig Erfolge: denn die Wirbelsäule lässt sich durch gut trainierte Rückenmuskeln in vielen Fällen so stabilisieren, dass eine erneute Erkrankung und damit verbundene Schmerzen weniger häufig auftreten können.

Doch manchmal ist eine OP unumgänglich, zum Beispiel bei bestimmten Brüchen, akuten Verletzungen, starken Abnutzungen oder Tumoren. Ausgeprägte Befunde eines Bandscheibenvorfalls oder einer Spinalkanalstenose (Druck auf Rückenmark oder Nerv durch Engstellen im Bereich des Spinalkanals) sollten chirurgisch versorgt werden. Ein verantwortungsbewusster Wirbelsäulenchirurg fällt dabei stets die Entscheidung zusammen mit dem Patienten und stellt dessen Gesundheit und Wohl in den Mittelpunkt.

Bei der Schädigung eines Wirbels durch Osteoporose, was schon bei normalen Belastungen im Alltag möglich ist, stellt die Kyphoplastie eine mögliche Behandlungsmöglichkeit dar. „Eine Kyphoplastie ist vor allem dann geeignet, wenn die beschriebenen Schmerzen eindeutig auf einen Wirbelkörperbruch zurückzuführen sind und sich die Bruchform für dieses minimal-invasive Verfahren auch eignet. Nur dann kann das Verfahren helfen und die Kliniken Nordoberpfalz AG meisten Patientinnen und Patienten von ihren Schmerzen befreit werden“, erklärt der seit mehr als elf Jahren am Klinikum Weiden tätige Chefarzt.

Bei diesem OP-Verfahren wird ein spezieller Ballonkatheter in den beschädigten Wirbelkörper eingesetzt, aufgeblasen und damit ein Hohlraum geschaffen, in den Knochenzement eingespritzt wird. Dies stabilisiert den Wirbel und kann bei frischen Brüchen auch eine Aufrichtung des Wirbels ermöglichen. Patienten sind hier bereits nach kurzer Zeit wieder mobil und können deutlich schmerzgelindert in den Alltag entlassen werden.
Am Klinikum Weiden führt Dr. Thomas Neubauer-Gartzke und sein Team auch hochkomplexe Eingriffe an der Wirbelsäule durch. Für solche schwierigen Operationen steht ein Hybrid-OP mit modernster Technik zur Verfügung. „Wir haben hier die Möglichkeit der intraoperativen 3D-Darstellung, quasi wie ein Navi und mit Zielkontrolle im Operationssaal“.

Was Osteoporose ist, welche Gefahren diese chronische Erkrankung für die Wirbelsäule birgt und über die verschiedene Behandlungsmöglichkeiten von der Kyphoplastie bis zu anderen stabilisierenden Eingriffen an der Wirbelsäule, darüber wird der Chefarzt der Klinik beim Orthopädietag am Samstag in der Max-Reger-Halle berichten.

 

 
 

Das Kreuz mit dem Kreuz

Februar 2019

Kliniken Nordoberpfalz AG stellt Probleme mit Wirbelsäule und Rücken beim Orthopädietag 2019 in den Fokus

Jeder zehnte Deutsche leidet laut aktuellen Umfragen täglich unter Rückenschmerzen. Die Ursachen dafür können vielfältig sein und reichen von einer Überforderung der Muskulatur über mechanische Beeinträchtigungen der Nerven bis hin zu Schädigungen der Wirbelsäule. Grund genug für die Kliniken Nordoberpfalz AG, das Thema Wirbelsäule bei der inzwischen dritten Auflage des Orthopädietags am Samstag, den 23. Februar, in der Max-Reger-Halle in den Mittelpunkt zu stellen.

In kurzen und kompakten Vorträgen werden dabei wichtigste Fragen rund um das Thema Wirbelsäule geklärt – vom Aufbau über verschiedene Krankheitsbilder und deren Therapiemöglichkeiten bis hin zum Umgang und Bewältigungsmethoden von Rückenschmerzen. Das weitere Vorgehen bei der Diagnose Bandscheibenvorfall wird dabei ebenso thematisiert wie die Rolle der Faszien oder Einsatzmöglichkeiten einer konservativen Therapie. Bei einer Show-OP wird zudem gezeigt, wie stabilisierende Eingriffe an der Wirbelsäule vorgenommen werden. Diese wird dann auch direkt auf die Großleinwand in der Max-Reger-Halle projiziert.

Neben den Vorträgen warten verschiedene Aktionen wie Übungen für einen starken Rücken oder auch Tipps zur richtigen Ernährung auf die Besucher. An den Messeständen präsentieren sich verschiedene Abteilungen der Kliniken Nordoberpfalz AG ebenso wie Kooperationspartner, Sanitätshäuser oder Rehabilitationseinrichtungen. Im Mittelpunkt steht über allem aber die direkte Kontaktmöglichkeit zwischen Arzt und Patient. „Beim Orthopädietag haben die Besucher die Möglichkeit, sich direkt und persönlich mit unseren Experten auszutauschen“, erklärt Josef Götz, Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG.

Mit dem Schwerpunkt Wirbelsäule wurde in diesem Jahr ein Thema aufgegriffen, das immer häufiger auch jüngere Menschen betrifft. Dem wird durch praxisnahe Tipps Rechnung getragen, zum Beispiel, wie auch im Büro die Haltung gewahrt und durch richtiges Sitzen Rückenschmerzen und Wirbelsäulenschäden schon im Vorfeld verhindert werden kann. Denn nur wer auch entsprechend auf seine Wirbelsäule achtet, wird auch weiterhin aktiv, fit und beweglich bleiben können.

 

 
 

Logo Kliniken Nordoberpfalz AG

Aufsichtsrat der Kliniken Nordoberpfalz AG steht hinter weiterentwickeltem „Zukunftskonzept 2020“

Februar 2019

Umfangreiches Maßnahmenpaket zum Erhalt der flächendeckenden Grundversorgung und eines hochwertigen Versorgungsangebots beschlossen / Aufbau eines Intersektoralen Gesundheitszentrums in Waldsassen / Umfangreiche Investitionen in Gewinnung und Weiterentwicklung von Mitarbeitern

Der Aufsichtsrat der Kliniken Nordoberpfalz AG hat sich in seiner Klausurtagung am 8. und 9. Februar 2019 hinter das Medizinkonzept des Vorstands für die Zukunftssicherung der AG gestellt. Das Gremium macht damit den Weg frei für umfangreiche Stabilisierungsmaßnahmen. „Wir sind fest davon überzeugt, dass wir mit diesem Konzept den schwierigen Rahmenbedingungen gerecht werden können und unter Erhalt der kommunalen Trägerschaft zwei Dinge erreichen: die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und die Verbesserung einer zukunftsfähigen und bedarfsgerechten Versorgungssicherheit in der Region“, sagt Wolfgang Lippert, Landrat des Landkreises Tirschenreuth und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kliniken Nordoberpfalz AG. Betriebsbedingte Kündigungen wird es nicht geben.

Die immer enger werdende Verfügbarkeit von Fachkräften vor allem in ländlichen Gebieten sowie die seit Jahren unzulängliche Gegenfinanzierung der Betriebskostensteigerungen machen eine Kompensation auf der Grundlage der bisherigen Strukturen unmöglich. Vor diesem Hintergrund zielt das jetzt vorgelegte weiterentwickelte Zukunftskonzept 2020 im Kern auf vier Handlungsfelder ab, in denen eine Vielzahl an Maßnahmen realisiert wird: die Organisation und Prozesse in den Einrichtungen, die Führungskräfte- und Mitarbeiterentwicklung, Kosteneinsparungen und Erlösoptimierung sowie strukturelle Veränderungen, die vor allem an den Standorten Waldsassen und Tirschenreuth greifen.

Noch im Verlauf dieses Jahres werden – beginnend im Klinikum Weiden – Kernprozesse wie das Aufnahme- und das Entlassmanagement oder die OP-Planung optimiert. Auch das Thema Digitalisierung wird mit Hochdruck vorangetrieben. Im Personalbereich wird die Kliniken Nordoberpfalz AG in die Fortbildung der Führungskräfte und die Gewinnung von Nachwuchs in der Medizin und in der Pflege investieren, um das Unternehmen angesichts des akuten Fachkräftemangels noch stärker als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren. Neue Ausbildungsplätze in der Pflege werden ebenso geschaffen wie neue Berufsbilder. Kooperationen mit Hochschulen sollen intensiviert werden, um zum Beispiel langfristig die Kosten für die Arztsuche zu senken.

Außerdem wird die Kliniken Nordoberpfalz AG zusätzliche Leistungen in den Bereichen Pneumologie, Onkologie und Infektiologie anbieten. Kosteneinsparungen entstehen durch eine effizientere Verwaltungsstruktur und die Gründung einer Dienstleistungsgesellschaft für Wirtschaftsbetriebe. Damit können Leistungsbereiche wie Küche und Bettenzentrale in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern reorganisiert und optimiert werden.

Intersektorales Gesundheitszentrum in Waldsassen
Das weiterentwickelte Zukunftskonzept 2020 sieht eine Umwandlung des Standorts Waldsassen in ein Intersektorales Gesundheitszentrum (IGZ) mit einer erweiterten ambulanten Versorgung vor. Die stationäre Akutversorgung in ihrer jetzigen Form wird in diesem Zusammenhang nicht fortgeführt. Stattdessen wird das IGZ unter Einhaltung des Facharztstandards die regionale Grundversorgung mit Schwerpunkt auf allgemeinärztlichen, internistischen und weiteren Angeboten sichern. Mit einer bettenführenden Einheit von 15 bis 20 Plätzen soll eine erweiterte ambulante Versorgung aufgebaut werden, die es Patienten ermöglicht, für wenige Tage stationär in Waldsassen behandelt zu werden. Dies hängt vom Erfolg der Verhandlungen mit den Krankenkassen ab. Für die Umwandlung in ein IGZ wird die Klinikleitung Finanzmittel beantragen, unter anderem aus dem Krankenhaus-Strukturfonds, um die notwendigen Maßnahmen zu finanzieren. Baulich und infrastrukturell ist eine Umwandlung möglich, sodass die Immobilie auch weiterhin sinnvoll genutzt werden kann.

Die 50 Betten der orthopädischen Rehabilitation bleiben von dieser Entscheidung unberührt. „Wir sehen in diesem Bereich dennoch Handlungsbedarf“, sagt Josef Götz, Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG. „Unser Ziel ist es, die orthopädische Reha langfristig zu erhalten. Durch den Wegfall der Akutversorgung besteht die Chance, dass die Rentenversicherungsträger an der Finanzierung mitwirken. Langfristig können jedoch nur wirtschaftlich nachhaltige Konzepte Bestand haben.“
Deshalb hat der Landkreis Tirschenreuth eine zeitlich befristete Übernahme des Defizits der Orthopädischen Rehabilitation in Aussicht gestellt. Der Landkreis Neustadt/WN wird sich hier mit einem einmaligen freiwilligen Zuschuss in Höhe von 125.000 Euro beteiligen.

Keine betriebsbedingten Kündigungen
„Das Medizinkonzept wird ohne betriebsbedingte Kündigungen umgesetzt – dafür hat sich der Betriebsrat eingesetzt“, sagt Roland Gleißner, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats. Die von den Veränderungen in Waldsassen betroffenen Mitarbeiter werden in anderen Abteilungen oder an anderen Standorten der Kliniken Nordoberpfalz AG eingesetzt. „Wir haben großes Interesse daran, unsere gut qualifizierten und engagierten Mitarbeiter in unserem Unternehmen zu halten. Wir werden hier eng mit dem Betriebsrat zusammenarbeiten, um zu einer bestmöglichen Lösung zu kommen“, so Götz. „Gerade in unserer Region sind wir vom Fachkräftemangel betroffen. Wir möchten unseren Mitarbeitern daher versichern: Wir brauchen jeden Einzelnen von Ihnen!“

Sofortige Umsetzung angestrebt
Die Voraussetzungen für eine sofortige Umsetzung des Medizinkonzepts wird die Klinikleitung umgehend schaffen. Noch im Februar erfolgt die Abstimmung mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, den Kostenträgern sowie mit dem Gesamtbetriebsrat und der Gewerkschaft. Die Ergebnisse werden dem Aufsichtsrat in der nächsten Sitzung am 10. April vorgestellt.

 
 

Fragen und Antworten zum erweiterten Zukunftskonzept 2020

1) Was passiert?
Der Aufsichtsrat hat in seiner Klausurtagung am 8./9. Februar einer weiterentwickelten Version des „Zukunftskonzepts 2020“ für die Zukunftssicherung des Unternehmens zugestimmt. Mit diesem Konzept will die Kliniken Nordoberpfalz AG den schwierigen Rahmenbedingungen gerecht werden und unter Erhalt der kommunalen Trägerschaft zwei Dinge erreichen: die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und damit den Ausbau der zukunftsfähigen und bedarfsgerechten Versorgungssicherheit in der Region.

2) Wie sehen die Maßnahmen im Detail aus?
Das weiterentwickelte „Zukunftskonzept 2020“ besteht im Kern aus vier Handlungsfeldern, in denen eine Reihe von Maßnahmen realisiert wird:
• die Organisation und Prozesse in den Einrichtungen,
• die Führungskräfte- und Mitarbeiterentwicklung,
• Kosteneinsparungen sowie
• strukturelle Veränderungen, die vor allem an den Standorten Waldsassen, Tirschenreuth und Vohenstrauß greifen.

Noch im Verlauf dieses Jahres werden – beginnend im Klinikum Weiden – Kernprozesse wie das Aufnahme- und Entlassmanagement oder die OP-Planung optimiert. Auch das Thema Digitalisierung wird mit Hochdruck vorangetrieben. Im Personalbereich wird investiert. Die Kliniken Nordoberpfalz AG verbessert die Fortbildung der Führungskräfte und die Gewinnung von Nachwuchs in der Medizin und in der Pflege, um das Unternehmen angesichts des akuten Fachkräftemangels noch stärker als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren. Ausbildungsplätze in der Pflege werden ebenso neu geschaffen wie weitere Berufsbilder. Kooperationen mit Hochschulen sollen intensiviert werden, um das notwendige Fachpersonal verfügbar zu haben.
Außerdem werden die Kliniken Nordoberpfalz zusätzliche Leistungen in den Bereichen Pneumologie, Onkologie und Infektiologie anbieten. Kosteneinsparungen entstehen durch eine effizientere Verwaltungsstruktur und die Gründung einer Dienstleistungsgesellschaft für Wirtschaftsbetriebe.

3) Warum wird das gemacht? Was sind die Hintergründe?
Wir möchten zunächst klarstellen: Die derzeitige wirtschaftliche Situation hat nichts mit der Leistung der Mitarbeiter zu tun! Die Klinikleitung schätzt das Engagement aller Mitarbeiter, die sich teilweise schon seit vielen Jahren mit viel Herzblut für das Wohl der Patienten einsetzen. Wir setzen auf jeden Einzelnen.
Es sind die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen, die ein „Weiter so“ nicht erlauben und die Einschnitte notwendig machen.
Zudem führt auch der Fachkräftemangel in der Region nicht nur zu steigenden Personalkosten, sondern wird auch existenziell bedrohlich für einen funktionierenden Krankenhausbetrieb. Das betrifft vor allem Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten. Eine Entspannung ist nicht absehbar.
Diese Umstände haben den wirtschaftlichen Druck enorm erhöht, sodass eine interne Kompensation auf der Grundlage der bisherigen Strukturen nicht länger möglich ist.

4) Welche Veränderungen wird es in Waldsassen geben? Welche Leistungen werden auch weiterhin angeboten?
Die akutstationäre Versorgung in Waldsassen wird nicht fortgeführt. Dennoch müssen sich die Bürgerinnen und Bürger keine Sorgen um ihre medizinische Versorgung machen. Die bestmögliche bedarfsgerechte Nahversorgung bleibt erhalten. In Waldsassen wird ein Intersektorales Gesundheitszentrum (IGZ) entstehen und den akutstationären Bereich ersetzen. Es wird – neben der weiterhin bestehenden klassischen ambulanten Versorgung – darüberhinausgehende medizinische und pflegerische Möglichkeiten bieten. Hierfür ist eine erweiterte ambulante Versorgung mit 15 – 20 Betten vorgesehen.

5) Was passiert mit der orthopädischen Reha in Waldsassen?
Die orthopädische Rehabilitation mit 50 Betten bleibt ungeachtet der wirtschaftlichen Situation bestehen. Der Defizitausgleich wird vom Gesellschafter Tirschenreuth bzw. einmalig vom Landkreis Neustadt/WN getragen. Ziel ist es, die Reha auch langfristig zu erhalten. Durch den Wegfall der Akutversorgung besteht die Chance, dass die Rentenversicherungsträger an der Finanzierung mitwirken. Langfristig kann aber nur ein wirtschaftlich nachhaltiges Konzept Bestand haben.

6) Welche Auswirkungen haben die Entscheidungen auf die Mitarbeiter?
Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Angesichts des Fachkräftemangels haben wir großes Interesse daran, gut qualifizierte und engagierte Mitarbeiter in unserem Unternehmen zu halten. Die von den Veränderungen betroffenen Mitarbeiter werden in anderen Abteilungen oder an anderen Standorten der Kliniken Nordoberpfalz weiterbeschäftigt. Wir werden hier eng mit dem Betriebsrat zusammenarbeiten, um zu einer bestmöglichen Lösung zu kommen.
Auch für das geplante Intersektorale Gesundheitszentrum (IGZ) werden Fachkräfte im medizinischen, pflegerischen sowie im Verwaltungsbereich benötigt. Damit wird es auch direkt in Waldsassen weiterhin Beschäftigungsmöglichkeiten geben.

7) Ist die Zukunft der Kliniken Nordoberpfalz AG nach Umsetzung dieser Strukturmaßnahmen gesichert? Ist mit noch mehr Einschnitten zu rechnen?
Durch die Strukturanpassungen werden die Auslastung der Standorte und deren wirtschaftliche Effizienz verbessert. Leistungsangebote werden am Bedarf orientiert optimiert. Mit den beschriebenen Strukturmaßnahmen werden wir das Unternehmen zunächst schnellstmöglich wirtschaftlich stabilisieren. Mittelfristig sind gegebenenfalls weitere Anpassungen notwendig, um auch in Zukunft wirtschaftlich tragfähige und medizinisch sinnvolle Versorgungsstrukturen zu schaffen. Hierbei werden wir uns – wie auch in der Vergangenheit – permanent an den sich ändernden Rahmenbedingungen und dem Fortschritt in Medizin, Pflege sowie den Kommunikationsmöglichkeiten orientieren. Dies wird stets in Abstimmung mit allen Trägern geschehen. Langfristig wollen wir unter der Federführung der Gesundheitsregion Plus sektorübergreifende Versorgungsstrukturen in der nördlichen und mittleren Oberpfalz schaffen. Ein entsprechendes Konzept soll bis Ende 2020 vorliegen.

8) Wie wird die Umsetzung des Zukunftskonzepts finanziert?
Für die Umwandlung in ein IGZ in Waldsassen wird die Klinikleitung Finanzmittel des Bundes und des Freistaats beantragen, unter anderem aus dem Krankenhaus-Strukturfonds und dem „Strukturförderprogramm für kleine Krankenhäuser im ländlichen Raum“. Dadurch sollen unter beispielsweise zusätzliche Investitionen ermöglicht werden.

9) Was sind jetzt konkret die nächsten Schritte?
Die Klinikleitung wird umgehend die Voraussetzungen für eine sofortige Umsetzung des Zukunftskonzepts klären. Noch im Februar erfolgt dann die Abstimmung mit dem Bayerischen Staatsministerium, den Kostenträgern sowie mit dem Gesamtbetriebsrat und der Gewerkschaft. Die Ergebnisse werden dem Aufsichtsrat in der nächsten Sitzung am 10. April vorgestellt.

 

 
 

Mehr als ein Einblick

Februar 2019

Prof. Dr. Frank Kullmann stellt Möglichkeiten der Magen- und Darm-Endoskopie vor

Es ist ein maximal eineinhalb Zentimeter dicker Schlauch mit Beleuchtungssystem, Kamera, Spül- und Absaugvorrichtung und Kanälen, um spezielle Instrumente einzuführen – das Endoskop. Wurde es vor einigen Jahren nur zur Diagnoseerstellung genutzt, wird es am Klinikum Weiden heute in vielen Fällen zeitgleich auch zur Therapie verschiedener Erkrankungen eingesetzt. Welche Vorteile das mit sich bringt, erläutert Prof. Dr. Frank Kullmann, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Klinikum Weiden, im Rahmen der Vortragsreihe „Chefarzt im Gespräch“.

Endoskopien kommen in vielen unterschiedlichen medizinischen Fachgebieten zum Einsatz. Durch die ständige Weiterentwicklung der Technik wurde es möglich, diagnostische Eingriffe in vielen Fällen mit therapeutischen Anwendungen zu kombinieren. So können unter anderem Polypen im gesamten Verdauungstrakt abgetragen, Gallen- oder Blasensteine entfernt, Blutungen gestillt oder Engstellen beseitigt werden. „Wir können damit zum Beispiel Gewebeproben entnehmen und gleichzeitig kleinere Eingriffe durchführen. Diese Kombination von Diagnostik und Therapie ersetzt in vielen Fällen zusätzliche chirurgische Eingriffe, die vor einigen Jahren noch zwingend nötig gewesen wären“, erklärt Prof. Dr. Kullmann.

Ein Beispiel für diesen „doppelten Einsatz“ des Endoskops ist die Behandlung bei einer Refluxerkrankung. „Hier wird ein Teil des Mageneingangs über das Endoskop behandelt, so dass ein Zurückfluten der Magensäure in die Speiseröhre verhindert wird“, so der Chefarzt der Medizinischen Klinik I. Auch schwere Bauchspeicheldrüsenentzündungen können über eine Endoskopie durch die Magenwand in den Bauchraum therapiert werden. Durch endoskopische Eingriffe besteht auch die Möglichkeit, Tumorerkrankungen in Speiseröhre, Magen oder Darm im Vorfeld zu erkennen und frühzeitig zu behandeln.

„Die Vorteile endoskopischer Eingriffe liegen auf der Hand: die Ergebnisse sind sehr genau und aussagekräftig, lassen sich mit weiteren Eingriffen verbinden und die Komplikationsrate ist gering. Die Patienten profitieren davon, dass das betroffene Organ vollständig erhalten bleibt und größere Operationen häufig vermieden werden können. Das wiederum sorgt für eine schnellere Genesung“, weiß Prof. Dr. Kullmann.

Bei seinem Vortrag am Donnerstag, den 14. Februar, wird er mit Christian Hirsch, Teamleiter Funktionsdienst Endoskopie, nicht nur detailliert auf die Möglichkeiten der Magen-Darm-Endoskopie eingehen, sondern auch Anschauungsmaterial mitbringen, so dass sich die Zuhörerinnen und Zuhörer selbst ein Bild von den Abläufen und der Beschaffenheit eines Endoskops machen können. Beginn des Vortrags ist um 19 Uhr im Besuchercafé am Klinikum Weiden. Der Eintritt ist frei.